Aktion Leben warnt vor bedenklichen Entwicklungen in der Pränatalmedizin

Vor äußerst bedenklichen Entwicklungen in der Pränatalmedizin warnt Aktion Leben im Zusammenhang mit Aussagen Univ-Prof. Dr. Peter Hussleins anlässlich eines Symposiums im SMZ-Ost am 8. und 9. März 2003.

Monitor zeigt Herzschlag
BIZEPS

Immer mehr entwickle sich die Pränatalmedizin zur Selektion und mit dem Vorschlag von Peter Husslein zur vorgeburtlichen Euthanasie.

Dr. Peter Husslein forderte in einer Stellungnahme gegenüber der APA eine ‚Stillegung der Herzfunktion‘ im Mutterleib bei Spätabtreibungen. Denn: manche Kinder würden die Spätabtreibung überleben und dann qualvoll ersticken. „Warum muss man Kinder vorgeburtlich töten, wenn man weiß, es wird nicht lebensfähig sein bzw. nicht lange leben?“ fragt Dr. Gertraude Steindl, Generalsekretärin von Aktion Leben. Aktion Leben mahnt auch die Alternative ein, ein nicht lebensfähiges Kind auszutragen und in Frieden sterben zu lassen.

Für die Generalsekretärin von Aktion Leben kann es nicht Aufgabe der Medizin sein, den Kranken auf „möglichst schonende Weise“ zu töten, wenn die Krankheit nicht heilbar ist. „Ist es tatsächlich die Aufgabe der Pränatalmedizin, Eltern auf alle Fälle und um jeden Preis ein gesundes Kind zu attestieren?“ Aktion Leben warnt davor, behinderte Kinder grundsätzlich verhindern zu wollen. „Wir brauchen weniger Diskussionen darüber, wie man das erreichen kann, als solche, wie man Eltern von Kindern mit Behinderung möglichst weitreichend entlasten und unterstützen kann.“

Rasterfahndung nach behindertem Leben
Auch das von Husslein propagierte Nackenfaltenscreening ist für Aktion Leben sowohl ethisch wie auch ganz praktisch höchst problematisch: Aktion Leben schließt sich der Meinung von Bischof Alois Kothgasser an, dass es sich bei der Nackenfaltenmessung um eine „Rasterfahndung nach behindertem Leben“ handle.

Es ist zu befürchten, dass bei zunehmendem gesellschaftlichen Druck, möglichst alle vorgeburtlich erkennbaren Behinderungen zu finden, immer mehr „Auffälligkeiten“ festgestellt werden, die zu weiteren, nachfolgenden Untersuchungen führen. Die Belastungen, die sich daraus für Schwangere ergeben, seien in ihren Folgen für Mutter und Kind nicht abzuschätzen, so Gertraude Steindl. „Diese Entwicklung hat mit dem Heilungsauftrag der Medizin wahrlich nichts mehr zu tun.“

Notwendigkeit psychosozialer Beratung
Einmal mehr zeige sich die Notwendigkeit, bei pränatalen Untersuchungen zur medizinischen Beratung zusätzlich auch psychosoziale Beratung anzubieten. Dafür stehen außer den Aktion Leben Beraterinnen auch in anderen Beratungsstellen ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung.

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0 Kommentare

  • Wenn mein Kind nur 2 Wochen leben würde, diese 2 Wochen lang würde ich ihm die Liebe schenken die ich ihm geben kann. Es wäre trotz der Schwersterkrankung oder Behinderung mein Kind. Auch wenn es kürzer leben würde, ich würde ihm keine Gewalt antun.

  • Das Aktion Leben natürlich keine konstruktiven Beiträge zu diesem Thema vorbringen wird war wieder einmal mehr vorhersehbar. Was es aber für eine werdende Mutter bedeutet, ein schwerst behindertes Kind auszutragen und es dann „friedlich sterben zu lassen“ ist dieser sogenannten Aktion Leben anscheinend nicht bewusst.