Apollo-Kino diskriminiert behinderte Menschen

Europaweiter Protesttag für Behindertenrechte

Apollo-Kino
Wikipedia

„Nach wie vor werden in Wien behinderte Menschen im überwiegenden Teil des Kulturbereichs durch bauliche Barrieren und Ignoranz diskriminiert“ sagt Bernadette Feuerstein, Sprecherin des Wiener Selbstbestimmt-Leben-Zentrums BIZEPS anläßlich des heutigen „Europäischen Protesttages der behinderten Menschen“, an dem in hunderten Städten in Europa für die Rechte dieser Personengruppe protestiert wird.

Aktueller Anlaßfall ist diesmal das vor kurzem zum zweiten Mal umgebaute Apollo-Kino in Wien, dessen Betreibern (Constantin und KIBA) von den Betroffenen eine behindertenfeindliche Haltung vorgeworfen wird weil

  • der Haupteingang nach wie vor nicht zugänglich ist,
  • 4 Säle noch immer nicht mit Rollstuhlplätzen ausgestattet wurden,
  • die neue „Erlebnisbar“ nur teilweise zugänglich ist,
  • im Gebäude keine stufenlosen Wege zum neuen Kinoteil führen,
  • die neue Behindertentoilette wieder nicht normgerecht ist,
  • die Adaptierungskosten bei den hohen Umbaukosten zumutbar sind.

Insgesamt wurden 220 Millionen Schilling in Umbaumaßnahmen investiert. „Daß bei diesen riesigen Summen behinderten Menschen noch immer derartige ´Lösungen´ angeboten werden, ist unzumutbar“ sagt Feuerstein und betont, daß „unsere Geduld mit dem Apollo erschöpft ist, zumal die Betreiber und der Architekt versprochen haben, daß nach dem zweiten Umbau alles zugänglich sein wird“.

Besonders empörend empfinden es die Betroffenen, daß die Vorgangsweise der Kinobetreiber gesetzeswidrig ist, da sowohl gegen das Wiener Veranstaltungsstättengesetz als auch gegen die Bauordnung verstoßen worden ist.

Die Betroffenen sprechen von einem unwürdigen Zustand für die Kulturstadt Wien und verweisen auf vergleichbare Städte in West- und Nordeuropa sowie in den USA, wo solche Praktiken undenkbar wären. In Wien hingegen wird sogar bei den renommierten Wiener Festwochen auf das Budget für Adaptierungsmaßnahmen „vergessen“.

„Wir verlangen, daß behinderte Menschen nicht länger als Konsumentinnen 2. Klasse behandelt werden“ sagt Feuerstein und weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß in Wien 9 von 10 Kinosäle nicht benutzbar sind oder etwa blinde Menschen mit einem Blindenführhund laufend am Betreten von Gebäuden gehindert werden.

Abschließend fordert Feuerstein die zuständigen Stadträte und den Bürgermeister dringend auf, „endlich aktiv zu werden und dafür zu sorgen, daß in Zukunft jede Kulturveranstaltung für ALLE benützbar ist“.

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