Behindertenkommission des Wiener Gemeinderates

Vorbereitungen für das "Europäische Jahr der behinderten Menschen"

Erika Stubenvoll
Simonis

SPÖ-Stubenvoll: „Für FPÖ sind behinderte Menschen offensichtlich kein Thema“

„Im nächsten Jahr stehen Menschen mit besonderen Bedürfnissen im Mittelpunkt“, unterstreicht die Vorsitzende der Behindertenkommission des Wiener Gemeinderates, Prof. Erika Stubenvoll. In der Sitzung gestern Dienstag wurden für das bevorstehende „Europäische Jahr der behinderten Menschen“ die Aktivitäten der Stadt Wien besprochen: „Es gibt bereits eine eigene Arbeitsgruppe zur Koordinierung, darüber hinaus sollen in jedem Ressort der Stadt im Jahr 2003 ein bis zwei organisatorische oder legistische Maßnahmen für behinderte Menschen umgesetzt werden“, betont die Vorsitzende. „Behindertenpolitik ist eine Querschnittsmaterie, die die gesamte Stadtverwaltung betrifft.“

Der FPÖ sei dieses Thema aber offensichtlich kein Anliegen, so Stubenvoll weiter. „Bei der gestrigen Sitzung war kein Vertreter der FPÖ anwesend, offensichtlich ist man zu sehr mit sich selbst beschäftigt.“ Neben den Vorbereitungen für das kommende Jahr wurden gestern auch die Ergebnisse der Enquete zum Thema „barrierefreies Bauen und Wohnen“ – geplant sind unter anderem Änderungen in der Bauordnung – die Valoisierung des Pflegegeldes und die Anliegen verschiedener Behindertenorganisationen zum Thema „persönliche Assistenz“ diskutiert.

„Insgesamt ist die Verbesserung der Lebensqualität von behinderten Menschen eine Aufgabe, an der ständig weitergearbeitet werden muss und die nie als abgeschlossen gesehen werden darf“, so Stubenvoll abschließend.

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0 Kommentare

  • ich sehe bei FPÖ etwas positives, kein „viel gerede, nix umgesetzt.“ was heutzutage oft der fall ist. man siehts in wien, behindertenpolitik hat dort viel nachholbedarf zb. welche partei versagt?

  • Ich kann all diese schönen Worte nicht mehr hören. Es hört sich zwar alles wunderbar an, aber de facto sind Behinderte noch immer Menschen zweiter Klassen. Bauliche Veränderungen, abgeschrägte Kanten, Niederflurstraßenbahnen ändern nichts daran, daß die Akzeptanz behinderter Menschen nicht da ist.
    Was wird gegen die ständig steigende Behindertenarbeitslosigkeit getan? Was wird für die Integration in die Gesellschaft der gesunden Menschen getan? Was wird für die geistige und seelische Unterstützung dieser Menschen getan?
    Wie kann es sein, daß 2003 – das Jahr der Behinderten – eine für diese Menschen wichtige Förderung – die Werksprämie – ganz einfach gestrichen wurde? Offiziell aufgrund einer Anordnung der EU, inoffieziell aber aufgrund des zu hohen administrativen Aufwandes. Im Protokoll der damaligen Sitzung ist nachzulesen, daß etwaige Minderausgleiche von den Ländern übernommen werden müssen, de facto ist das bis heute nicht geschehen. Es wird absolut nichts getan, daß auch Behindertenwerkstätten z. B. bei öffentlichen Ausschreibungen die Chance haben, auch einige Aufträge zu bekommen.
    Ich könnte schreiben und schreiben und schreiben, nur habe ich zu wenige verfügbare Zeichen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, daß ich keine Antwort bekomme, weil 7000 Blinde und Sehbehinderte in Österreich kein Klientel sind, mit dem man Wahlen gewinnen kann. Ich bin gesund, aber ich fühle mich mit meinen blinden KollegenInnen absolut ins Eck gedrängt, wir stehen mit dem Rücken zur Wand und können uns nicht wehren.
    Solange eine Abschlagszahlung der Firmen Euro 209,– dafür beträgt, daß man keinen Behinderten einstellen muß, wird sich nicht sehr viel ändern. Weil Arbeit bedeutet Integration und wenn man nicht arbeiten kann, ist man automatisch Aussenseiter.
    Rollstuhlfahrer können bis 2013 nicht mit den ÖBB fahren, wenn es nicht so traurig wäre, könnte man nur den Kopf darüber schütteln. Behinderte müssen um alles kämpfen, selbst um notwendige Medikamente.