Berliner Eltern behinderter Kinder kritisieren Senatspläne

Die in mehreren Selbsthilfegruppen organisierten Eltern von behinderten Kindern haben bei einem sogenannten Gipfeltreffen im Roten Rathaus eine Protestresolution gegen die Senatspläne zur Inklusion verfasst, berichtet die Berliner Zeitung.

Rathaus in Berlin
BIZEPS

Das im Januar vorgestellte Senatskonzept, wonach insbesondere lern- und sprachbehinderte Kinder künftig normale Schulen besuchen sollen, gehe längst nicht weit genug, zitiert das Hauptstadtblatt Stephanie Loos, die Organisatorin des Treffens.

Eine Zehn-Punkte-Resolution, die nach gut dreistündiger Diskussion entstand, spricht sich klar gegen die geplante „kostenneutrale Umsetzung“ des Senatskonzeptes aus und fordert dafür einen „eigenständigen, bedarfsgerechten Etat“. Zudem fordern die Eltern den Senat auf, an der weiteren Erstellung des Konzepts beteiligt zu werden.

Nach dem Senatskonzept sollen die meisten der gut 56 Sonderschulen für lern- und sprachbehinderte sowie für verhaltensauffällige Kinder ab dem Schuljahr 2012/13 aufgelöst werden. Damit will Berlin die UN-Konvention der Inklusion umsetzen, die besagt, dass behinderten Kindern generell der Besuch von Regelschulen ermöglicht werden muss.

Dazu heißt es gleich in Punkt 1 der Elternresolution: „Jedem Schüler mit und ohne Behinderung muss ein wohnortnaher inklusiver Schulplatz zur Verfügung gestellt werden, insofern seine Eltern nicht eine andere Beschulung wünschen.“

Die im Senatskonzept vorrangig geplante Inklusion von lern- und sprachbehinderten sowie verhaltensauffälligen Kindern stelle „eine klare Diskriminierung von Schülern mit anderen Förderschwerpunkten dar“, heißt es weiter. Gemeint sind etwa autistische und auch körperlich oder geistig behinderte Kinder.

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0 Kommentare

  • Ich denke, die Petition wird nichts bringen. Ich finde es ehrlich gesagt schon einen grossen Schritt, den Berlin jetzt macht. Und man muss eben einen Schritt nach dem anderen machen. Maximalforderungen sind zwar gut als Vision oder Zielsetzung. Aber Realpolitik wird anders gemacht, da hapert es meist gar nicht am guten Willen. Es wird einige Zeit dauern, Inklusion umzusetzen. Ich gehe von 1-2 Generationen aus. Das muss auch in den Köpfen reifen (die alten Denkschulen müssen im wahrsten Sinne des Wortes aussterben). Die Gleichberechtigung der Frau hat auch ein Jahrhundert gedauert und ist noch immer nicht vollständig umgesetzt.