Beschäftigungspflicht der Bundesländer im Überblick

Die Entwicklung der letzten 10 Jahre betreffend der Beschäftigungspflicht von Menschen mit Behinderungen in den Bundesländer ist nicht nur erfreulich.

Symbolfoto Statistik mit vielen Zahlen
BilderBox.com

Zum einen bewegen sich 2012 sieben Bundesländer über der 100 %-Marke – und zum anderen sind zwei Bundesländer nach wie vor Sorgenkinder. (BIZEPS hat diesbezüglich eine Grafik erstellt.)

Die Steiermark war löblicherweise schon 2002 mit 169,7 % weit über dem verlangten Soll und bewegt sich seither stetig in diesem Bereich. Kärnten beschäftigte 2002 125,4 % und zeigt eine deutliche Steigerung mit 158,5 % im Jahr 2012. Auch Oberösterreich zählt einen Zuwachs der Beschäftigungspflicht in den letzten 10 Jahren. Waren es 2002 noch 116,9 % an Beschäftigungen von Menschen mit Behinderungen, sind es 2012 schon 133,4 %. Burgenland begann 2002 mit 84,1 % und bewegt sich jetzt bei 119,4 %.

Zwei Bundesländer beschäftigen zwar nur knapp um die 100 %, zeigen jedoch die letzten 10 Jahre eine deutliche Steigerung: Wien 75,6 % (2002) 103,6 % (2012) und Niederösterreich 68,6 % (2002) 100 % (2012).

Nachzügler und Sorgenkinder sind Tirol und Vorarlberg

Diese beide Bundesländer stellen nicht annähernd soviel Arbeitsplätze zur Verfügung als sie müssten, auch wenn man eine vernachlässigbare Steigerung feststellen kann. Tirol beschäftigte 2002 41,2 % und steigerte sich bis 2012 auf 55,5 %. Bei Vorarlberg verhält es sich ähnlich: 43,9 % im Jahr 2002 steigerte Vorarlberg bis 2012 auf beachtliche 56,5 %.

Abschließend kann gesagt werden, dass der Durchschnitt an Beschäftigten aller Bundesländer 2012 bei 110,2 % liegt. Sieben Bundesländer erfüllen mitunter mehr als die vorgeschriebene Pflicht. Tirol und Vorarlberg müssten seit 10 Jahren rund doppelt so viele Beschäftigungen zur Verfügung stellen als sie tun, was massiven Handlungsbedarf bedeutet.

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0 Kommentare

  • @ Martin Ladstätter:
    Danke, dass sie auf meine Anregung so schnell reagiert haben!

    Ich weiß selbt nur allzu gut, wie schwer es ist, auf andere Arten von Behinderungen adäquat zu reagieren, und es gibt ja nicht so wenige.

    PS.: Ich schreibe mich mit hartem T.

  • Es ist erfreulich, dass mehr Menschen mit Behinderung Zugang zum Arbeitsleben haben. Interessant wäre auch in die Statistik aufzunehnen, wie die öffentlichen Dienstgeber (Bund, Länder, Gemeinden etc.) der Beschäftigungsverpflichtung nachkommen.

  • @anonym – für die Anrechenbarkeit der Pflichtzahl, ist der Dienstvertrag zu jeweiligen Dienstgeber gültig, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes (zB. Land) an eine Gesellschaft zugewiesen werden, wird der begünstigte Mensch mit Behinderung weiterhin im öfftl. Dienst berechnet und die Gesellschaft zahlt, die Ausgleichstaxe, obwohl diese viele Menschen mit Behinderung beschäftigen, diese aber nicht angerechnet werden.

    Soviel zu Zahlen …

  • @Martin Wolkersdorfer: Stimmt, das tut uns leid und wir werden uns bei der nächsten Grafik mehr bemühen.

    Eine textliche Beschreibung gibt es unter der Grafik. So kann man anhand der Zahlen die zugehörigen Linien finden.

    http://www.flickr.com/photos/bizeps/8449277925/in/photostream/

  • Tut mir leid, ich kann die Grafik nicht lesen, da ich farbenblind (Rot-Grün) bin. Und das auf bizeps…

  • bitte da nicht blenden lassen, die „er- bzw. übererfüllung“ kommt bei vielen nur deshalb zustande, weil unternehmen, die den ländern gehören, für buchhaltärische zwecke ausgelagert oder in Agenturen verwandelt wurden. Das alles um meistens das budget zu beschönigen.
    Bei den Auslagerungen ist natürlich dann auch das personal mit dabei, fällt also nicht mehr in beschäftigungsstatistik des Landes, sondern ist dann eben privat und wird vom zuständigen Land dann für seine Dienstleistungen angemietet und bezahlt. Die ehemaligen Personalkosten sind dann „nur mehr Sachkosten“, also das Land hat damit:
    1. weniger personal und begründet dies mit personaleinsparung
    2. daher auch weniger begünstigte behinderte menschen einzustellen
    3. im jahresabschluß eine deutliche reduktion der personalkosten (dass die sachkosten dadurch jedoch enorm gestiegen sind, wird verschwiegen, weil ja bei den einsparungsdebatten eh nur übers personalreduktionen disskutiert wird.
    4. im budgetplan des folgejahres weniger kosten für personal und das rad beginnt sich damit weiter zu drehen.
    also jede „auslagerung“ reduziert den ländern personalkosten und „behinderte menschen“ die sie sonst anstellen müssten um die quoten zu erfüllen!

    dass die von den ländern ausgelagerten teile- und zweige eines dann ehemaligen landes- oder städtischen unternehmes natürlich dann wieder von ihnen geleast bzw. angemietet oder beauftragt werden, ist sowieso klar.

    daher dürfen wir solchen zahlen nie glauben, sie entsprechen einfach nicht der wahrheit sondern sind, wie eben geschönt und ein paar dieser kosmetischen möglichkeiten habe ich oben beschrieben.

  • Tricky Erwins Neffe Josef Pröll ist der neue Vormund der 25 LBI (mit vielen „Schnitten“ aus der NS-Zeit) und hat seinem Onkel garantiert, dass dieser 100%ige gläserne Plafond in NÖ nicht durchschlagen wird, zumal sonst der NÖ-Volkszorn auf alles Artfremde überkocht:

    http://noe.orf.at/news/stories/2548904/

  • Niederösterreich (NÖ) na mit Tricks geht’s ja doch!!! Rollstuhlfahrer und ältere begünstigte Menschen mit Behinderung werden ja, wie bekannt, DOPPELT angerechnet.

    Die Wirtschaftskammer ist politisch ja auch wie die Bundesländer TIROL und VORARLBERG – CHRISTLICH/SOZIAL und dies wirkt sich eben auch bei der Einstellungspflicht aus – was ist Christlich/Sozial?

    Vom Beten am Sonntag in der Kirche und sein schlechtes Gewissen los zu werden, haben arbeitslose Menschen mit Behinderungen, nichts!

  • Die 100% in NÖ — verordnete Deckelung oder statistischer Zufall?