Café Rosa – Ein neues barrierefreies Café in Wien

Barrierefreiheit ist keine Frage des Geldes, immer nur eine der Einstellung. Ein Kommentar.

Logo Cafe Rosa
Österreichische HochschülerInnenschaft

BIZEPS wurde vor einiger Zeit ein neues Café für den BIZEPS-Lokalführer „Essen mit wenigen Hindernissen“ empfohlen.
Das Café Rosa in der Nähe der Universität Wien. Es wird von der Österreichischen HochschülerInnenschaft betrieben und soll Studieren und politisches Interesse wieder verbinden.

Auf der Homepage wird als Grundsatz für dieses Café ein emanzipatorischer Ansatz genannt und siehe da, auch der „eigentliche Standard der Barrierefreiheit“.

Mein Besuch

Ich machte mich auf meine 4 Räder, um die Daten für unsere Broschüre zu erheben:

Rampe am Eingang, abgeschlossener Nichtraucherbereich und … 2 Toiletten! Eine für Damen, eine für Herren und zu meiner großen Überraschung sind beide der Ö-NORM entsprechende Behinderten-Toiletten!

Das Café selbst ist nicht riesig. Also durchaus nicht so, dass man denken könnte, es hätte nicht einer genauen Planung bedurft, die beiden Behinderten-Toiletten in der Norm-Größe zu errichten. Aber es wurde mit Umsicht geplant und kein Detail vergessen. Weder die Haltegriffe noch die Spiegel über dem Waschbecken, die für stehende wie rollstuhlfahrende Gäste benutzbar sind.

Selbstverständlich ist es immer noch nicht

Eigentlich wollte ich das eben stattfindende Plenum nicht stören, doch nach der Vermessung war ich zu erfreut, um dies für mich zu behalten. Also meldete ich mich zu Wort, stellte mich als BIZEPS-Mitarbeiterin vor und gratulierte zur Schaffung eines so barrierefreien Lokals.

Ja, ich weiß, eigentlich sollte es für behinderte Menschen längst selbstverständlich sein, in einem Lokal die Toilette aufsuchen zu können. Eigentlich sollte ich nicht das Bedürfnis haben, mich dafür zu bedanken, wenn es endlich selbstverständlich ist.

Aber mein Bedürfnis, positives Feedback an die Initiatoren des Café Rosa zu geben, zeigt eben, dass es für mich als Rollstuhlfahrerin noch nicht selbstverständlich ist.

Emanzipatorischen Ansatz

Ich will nicht unbescheiden sein, und man freut sich ja schon, wenn es überhaupt eine Behinderten-Toilette gibt, aber die Tatsache, dass eine benutzbare Damen- und eine Herren-Toilette vorhanden ist, freut mich und zeigt mir auch den emanzipatorischen Ansatz des Cafés. Die Anerkennung, dass es behinderte Frauen und behinderte Männer gibt.

Als ich das Lokal verließ, war ich glücklich und auch ein wenig wehmütig. Denn eines hat das Café Rosa bewiesen, es geht nicht um die finanziellen Mittel, die notwendig sind, um Barrierefreiheit zu schaffen, sondern es geht um die Einstellung, es zu wollen.

Das Café Rosa ist neu in unserem BIZEPS-Lokalführer „Essen mit wenigen Hindernissen“, 5. Auflage Juli 2011, der online kostenlos zur Verfügung steht.

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0 Kommentare

  • bleibt zu hoffen, dass der neue besitzer beim geplanten umbau die barrierefreiheit beibehält. http://wien.orf.at/news/stories/2606817/

  • Liebe Cornelia,
    danke für diese positive Rückmeldung, ich nehme sie in Stellvertretung entgegen (bzw. gebe es gerne weiter). Das Lokal wurde deshalb so perfekt umgebaut weil:
    1.) d. LokalbetreiberInnen/AuftraggeberInnen d. entsprechende Bewusstsein hatten und sie
    2.) Bernhard Hruska als Planer gewinnen konnten und er
    3.) mind. ein Monat lang Tag und Nacht persönlich auf der Baustelle war um die perfekte Ausführung seiner Planung zu garantieren bzw. selbst Hand anzulegen.
    Wegen des großen persönl.Einsatz hats wirklich funktioniert und relativ wenig gekostet.
    Jedenfalls eine Bereicherung für die Lokalszene und hoffentlich ein gutes Vorbild fr die Zukunft!

  • Cafe Rosa – Neueröffnung – UNI – Beisl wurde barrierefrei umgebaut – Ein Beitrag zum Anhören – http://cba.fro.at/45690