„Die Ära Kreisky“ ist nicht barrierefrei

Der an seinem Lebensabend erblindete Altkanzler hätte Jubiläums-DVD-Edition nicht konsumieren können - Kommentar von Raimund Lunzer

DVD - Die Ära Kreisky
Flimarchiv Austria

Anlässlich des 100. Geburtstags von Bruno Kreisky am 22. Jänner 2011 veröffentlichte das Filmarchiv Austria vor kurzem eine umfassende DVD-Edition mit historischen Filmdokumenten und neu aufgezeichneten Zeitzeugeninterviews. Blinde und sehbehinderte Menschen dürfen daran jedoch nicht teilhaben, es fehlt die Audiodeskription!

„Dieses materialreiche audiovisuelle Zeitgeschichtearchiv mit über zwölf Stunden Gesamtlaufzeit dokumentiert die Ära Kreisky und ihre politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen in unmittelbarer und authentischer Weise“, wirbt das Filmarchiv in einer Aussendung.“ Die fünfteilige Edition enthält viele, teilweise noch unveröffentlichte Filmmaterialien aus eigenen Beständen, dem Kreisky-Archiv sowie dem Archiv des ORF. Prominente Zeitzeugen geben Einblick in persönliche Begegnungen und vermitteln den historischen Kontext.“

Kreisky war an seinem Lebensabend selbst blind

Auf Barrierefreiheit, auf Untertitelung und Audiodeskription, wurde jedoch vergessen. Für gehörlose bzw. stark hörbehinderte und blinde bzw. hochgradig sehbehinderte Menschen sind die DVD’s leider nicht konsumierbar. Besonders traurig, da Bruno Kreisky selbst, vermutlich durch einen Stein bei der Eröffnung des Arlbergtunnels auf einem Auge, später im Alter auch auf dem zweiten Auge blind war. Er hätte seine eigene Jubiläums-Edition selbst nicht konsumieren können…

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  • In Anbetracht dieser komplexen Zusammenhänge müssten wir erneut beschämt über die Kurzsichtigkeit derer sein, die das vermeintliche Sagen haben. Nicht all zu selten werden Gedanken- und Rücksichtslosigkeit ohnehin auf eigenartigste Art und Weise dessen überführt, was sie sind.