Freedom Drive in Straßburg

Am 16. September werden über 400 Menschen aus mehr als 20 Ländern in einer Demonstration in Straßburg vor das Europäische Parlament ziehen.

Freiheitsfahrt Straßburg 05
WAG

Nicht alle werden gehen, einige werden fahren, rollen oder geführt werden. Dies ist eine Demonstration von Menschen mit Behinderungen, deren Ziel es ist, dem Präsidenten des EU Parlaments, Jerzy Bzuek, 8 Forderungen zum selbstbestimmten Leben zu überreichen. Auch eine Gruppe aus Deutschland wird daran teilnehmen.

In der Woche vom 14. bis 17. September organisieren das Europäische Netzwerk für Selbstbestimmtes Leben (ENIL) und das Zentrum für selbstbestimmtes Leben Dublin (CIL Dublin Carmichael House) in Straßburg Konferenzen und Workshops, welche sich mit den Rechten behinderter Menschen auseinander setzen und die EU Parlamentarier erreichen sollen. Höhepunkt ist der Demonstrationszug am 16. September.

Die ENIL Präsidentin, Bente Skånsgard, betont, dass „behinderte Menschen dieselben Bürgerrechte und Wahlmöglichkeiten haben sollen wie nichtbehinderte Menschen. Wenn die Gesellschaft kein selbstbestimmtes Leben sicher stellen kann, dann ist es Aufgabe des Europäischen Parlaments, es möglich zu machen.“

Der Gründervater des Freedom Drive, Martin Naughton, erklärt im Vorfeld der Aktionen: „Heime und Einrichtungen sind keine Lösung. Behinderte Menschen dürfen nicht weggesperrt werden.“

Der schon zum vierten Mal stattfindende Straßburger Freedom Drive gibt Europäischen Entscheidungsträgern die Möglichkeit, mit behinderten Menschen aus vielen Europäischen Ländern ins Gespräch zu kommen und den Forderungen des selbsbestimmten Lebens gewahr zu werden. Die Freedom Driver und ENIL fordern ein Leben außerhalb von Heimen und die Unterstützung durch Persönliche Assistenz.

Darüber hinaus soll Entwicklungshilfe auch zur Förderung von selbstbestimmtem Leben eingesetzt werden und die Europäische Gemeinschaft soll die UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen ratifizieren.

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0 Kommentare

  • Es wäre ausreichend wenn jeder der nach den Menschenrechten handelnde vor seiner Haustür nach dem RECHTEN sehen würde und das jeden Tag. Die Wirkung wäre unverhältnismäßig größer und intensiver. Allein ein Gespräch mit einem sehr engagierten Politiker vor einigen Tagen zeigte mir wieder auf wo eigentlich der wurm drin ist. Diskussion und Information wie in diesem Forum hinausgetragen unter das Volk , Defizite und Mißverständnissee wie sie noch immer vorhanden sind könnten ausgeräumt werden. In vielen Gesprächen höre ich das „DAS HAB ICH AUCH NICHT GEWUSST), es fehlt an Information. Ich finde eine „Demo“ vor Ort (besser natürlich viele) sprich Informationsveranstaltung ist wahrscheinlich wirksamer.

  • Viele wissen gar nicht um ihre Rechte, erfahren nichts über die UN-Behindertenrechtskonvention oder den Protesten um ihre Umsetzung. Wir müssen unsere Stimme auch im Namen all jener Menschen erheben und dürfen jene nicht vergessen, die sich nicht (mehr) zum Unrecht der gesellschaftlichen Benachteiligungen bemerkbar machen können: Unsichtbare und Vergessene in den sogenannten „Heimen“, deren Menschenwürde und Menschenrechte gegen Rendite für Investoren verkauft wurden, Menschen die den Kampf um ihre Teilhaberechte verzweifelt aufgeben mussten und bereits verstummten, pflegende Angehörige und Nahestehende schwerst mehrfachbehinderter Menschen die als Mitbetroffene den selben existenziellen Diskriminierungen und gesellschaftlichen Exclusionen ausgesetzt sind, wie die aufgrund ihrer Behinderung Benachteiligten. Recht und Solidarität auch den Unsichtbaren und Vergessenen unter uns!

  • Anmerkung zu den acht Forderunge des „Freedom Drive“ an das Europäische Parlament, die bei ENIL ( http://tinyurl.com/lr7pml ) angeführt sind: Volle Zustimmung zu den Forderungen. Weitere wichtige Punkte zu betonen wären, weil immer wieder in Frage gestellt:
    1. Eine unmissverständliche Einforderung des Menschenrechts auf „Persönliche Assistenz“ für ALLE Menschen mit Behinderungen.
    2. Eine den individuellen Unterstützungsbedarf abdeckende finanzielle Dotierung als solidarische Leistung aller (nichtbehinderten und behinderten) Bürger, weil allen assistenzleistenden, betreuenden und pflegenden Personen (natürlich inkl. pflegenden Angehörigen!) eine gerechte Anerkennung, als die wahren „Leistungsträger“ unserer Gesellschaft gebührt.
    3. Einkommens- und vermögensunabhängige Leistung der als „Persönliche Budgets“ (Geldleistungen) ausgelegten Unterstützungen, damit über den (immer unvollkommenen, aber anzustrebenden) Nachteilsausgleich eine (anzunähernde) Chancengleichheit realisierbar wird.
    4. Nach der gestrigen Super-Entgleisung, des als EU-Kommissionspräsidenten vorgesehenen Herrn Barroso bei einem Hearing, wonach „Menschenrechte wichtig, so lange sie nicht Wirtschaft behindern“ seien (insofern er das tatsächlich gesagt hat), ist dem EU-Parlament unmissverständlich klarzustellen dass sich sämtliche Wirtschaftsinteressen sowie die europäischen und nationalen Haushalte den Allgemeinen Menschenrechten unterzuordnen haben und nicht umgekehrt!
    Rechte aus den heuchlerischen Schaustellungs-Vitrinen herauszuholen und in die erlebbare Realität umzusetzen kostet natürlich Geld. Verfügbarer „Rechtsgenuss“ fordert selbstverständlich die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftskraft einer solidarisch gereiften Gesellschaft heraus, die diese Rechte nicht missen möchte, weil jeder davon profitiert.