Gelebte Exklusion im Ernst Happel Stadion

Anlass: Bruce Springsteen Konzert, 12. Juli 2012 - Ort: Ernst Happel Stadion, Wien

Ortschild mit Aufdruck Wien
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Jahrelange Bemühungen, mit Rollstuhl in die erste Reihe eines Bruce Springsteen Konzerts zu kommen, liefen ins Leere.

Immer wieder werden von Seiten der VeranstalterInnen die Sicherheitsvorschriften als Argument dafür verwendet, warum RollstuhlfahrerInnen an den besten Plätzen nichts verloren haben.

Also half dieses Mal nur der spontane Aktionismus meiner Begleitperson beim Anblick der bereits überfüllten Rollstuhltribüne, der dazu führte, dass ich mich inmitten des bereits anwesenden Rasenpublikums auf dem Weg Richtung Bühne wieder fand.

Dass sich die Rollstuhltribüne im Ernst Happel Stadion auf der Rasenfläche, und nicht oberhalb der Ränge befindet, machte das Unterfangen realistischer als in manchen anderen Städten. Abgesehen von ein paar gut gemeinten Ratschlägen „Für euch gibt es doch extra eine Tribüne“ oder „hier siehst du doch gar nichts – geh doch auf die Rollstuhltribüne“, zeigten sich die anwesenden Fans kooperativ und ebneten uns den Weg nach vorne.

Letzte Hürde: Die Sicherheitsleute!

Deren vorgeschobene Sorge um meine Sicherheit im Falle einer Massenpanik verwandelte sich durch unsere hartnäckigen Gegenargumente letztendlich in Gereiztheit, die dazu führte, dass ich, inklusive Rollstuhl und Begleitperson das Konzert in der ersten Reihe erlebte. Im Umkreis wäre genügend Platz für weitere Fans gewesen, die einen Rollstuhl benutzen!! Willkürliche Entscheidungen, RollstuhlfahrerInnen auf die dafür vorgesehene Tribüne zu verbannen, machen dies unmöglich!

Für mich ist das bisher Unmögliche möglich geworden! Mit der viel zitierten Inklusion hat das so viel zu tun wie Hansi Hinterseer mit Bruce Springsteen.

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0 Kommentare

  • Ich fände es auch ganz gut, wenn es auf der RS-Tribüne Klappsessel für die Begleitpersonen gäbe. Wenn sie stehen (müssen), nehmen sie oft RS-FahrerInnen hinter ihnen die Sicht – genau das, was die Tribüne vermeiden sollte. Außerdem sind sie ja nicht zwingend selbst Fans, sondern vielleicht nur „im Dienst“ – da ist stundenlanges Stehen dann auch viel verlangt.