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Großbritannien erlaubt „Designer-Babys“

Ende April 2005 wurde in Großbritannien entschieden, dass die Genehmigung für eine künstliche Zeugung von Babys zur Heilung eines Geschwisterkindes von der Aufsichtsbehörde für Künstliche Befruchtung und Embryologie (Hefa) ausgestellt werden kann.

Dem Urteil liegt der Fall eines Elternpaars aus Leeds zugrunde. Das Paar hatte mithilfe künstlicher Befruchtungsmethoden versucht, ein Baby zu zeugen, das denselben Gewebetyp hat wie ihr Sohn Zain. Der Sechsjährige leidet seit seiner Geburt an einer seltenen Blutkrankheit und sollte Stammzellen seines geplanten Geschwisterchens erhalten. Nach gelungener künstlicher Befruchtung erlitt die Mutter jedoch eine Fehlgeburt.

Für die Zeugung hatten die Eltern eine Genehmigung der Hefa. Dagegen aber klagte die Gruppe „Comment on Reproductive Ethics“ (Core), eine Vereinigung von AbtreibungsgegnerInnen. Josephine Quintavalle, die Gründerin der Bewegung, warnte vor einem „weiteren Schritt zu Menschen als Ersatzteillager“. Im ersten Prozess bekam Sie Recht. Nach dem Urteil des Berufungsgerichts zugunsten der Eltern trug die Gruppe Core den Fall den Lordrichtern an.

Zains hat die Krankheit „Beta-Thalassämie major“, welche rapide die für den Sauerstofftransport im Körper wichtigen roten Blutkörperchen abbaut. Meist kommt es nach einigen Jahren zu Folgen wie erhöhte Knochenbrüchigkeit, Wachstumsstörungen sowie Vergrößerung von Leber und Milz, die oft tödlich enden.

ÄrztInnen und Eltern hoffen, dass Blut bildende Stammzellen das Kind vielleicht dauerhaft heilen könnten. Dazu müssen aber die Zellen seines Geschwisterchens dieselben Gewebemerkmale wie jene von Zain aufweisen; sonst würden die transplantierten Stammzellen von Zains Immunsystem als Fremdgewebe erkannt und abgestoßen.

Für Zains Rettung kommt das so genannte Tissue-Typing infrage, ein molekularbiologisches Analyseverfahren: Aus Ei- und Samenzellen von Zains Eltern werden im Reagenzglas mehrere Embryonen hergestellt. Diesen entnimmt man eine Zelle und untersucht sie auf Eignung. Nur jener Embryo wird in die Gebärmutter der Frau eingesetzt, der dieselben Gewebemerkmale aufweist wie Zain.

Die anderen Embryonen werden vernichtet oder für eine eventuell später gewünschte Schwangerschaft auf Eis gelegt. Kommt das „designte“ Baby dann zur Welt, können die Stammzellen aus dessen Nabelschnur entnommen und dem kranken Bruder implantiert werden.

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