Großbritannien: Menschen mit Lernschwierigkeiten sterben 16 Jahre früher als der Durchschnitt

Menschen mit Lernschwierigkeiten in Großbritannien haben eine um 16 Jahre kürze Lebenserwartung als der Durchschnitt der Bevölkerung. Sie bekommen bei Krankheiten nicht die nötigen ärztlichen Behandlungen.

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Nachdem im Jahr 2007 im Vereinigten Königreich 6 Menschen mit Lernschwierigkeiten in Betreuungseinrichtungen des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) starben, veröffentlichte die Wohltätigkeitsorganisation Mencap einen Bericht genannt „Tod durch Gleichgültigkeit“, der die ungleiche Gesundheitsversorgung und institutionelle Diskriminierung durch den Gesundheitsdienst schildert.

Gesundheitsministerium wurde aktiv

Da der Nationale Gesundheitsdienst keine gründliche Untersuchung darüber anordnete, warum Menschen mit Lernschwierigkeiten früher sterben als der Durchschnitt der Bevölkerung, wurde die Universität Bristol vom Gesundheitsministerium beauftragt, eine Studie durchzuführen.

Die Studie

Die Studie untersuchte die Tode von 247 Menschen mit Lernschwierigkeiten im Südwesten Großbritanniens, die zu früh gestorben sind.

Die Ergebnisse sind alarmierend:

  • Männer mit Lernschwierigkeiten starben im Durchschnitt 13 Jahre früher als Männer ohne Lernschwierigkeiten.
  • Frauen mit Lernschwierigkeiten starben im Durchschnitt 20 Jahre früher als Frauen ohne Lernschwierigkeiten.
  • Ein Viertel dieser 247 verstorbenen Menschen wäre nicht gestorben, hätten sie gute ärztliche Behandlung erhalten.
  • 22 % der verstorbenen Menschen waren jünger als 50 Jahre. Nur 9 % der Menschen ohne Lernschwierigkeiten sterben vor ihrem 50. Geburtstag.

Es gab 2 Hauptursachen für die Tode:

  • Die Ursache einer Erkrankung wurde nicht entdeckt.
  • Die Behandlung wurde nicht korrekt durchgeführt.

Hochgerechnet auf ganz Großbritannien sterben geschätzt jährlich mehr als 1200 Menschen mit Lernschwierigkeiten früher als normal, weil sie keine gute ärztliche Behandlung erhalten.

Hier gibt es den kompletten Bericht zum Nachlesen sowie eine Leichter Lesen Fassung (Englisch).

Was soll als Nächstes gemacht werden?

Die Studie schlägt vor, dass Ärztinnen und Ärzte besser geschult werden im Umgang mit Menschen mit Lernschwierigkeiten. Es soll auch eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die jährlich einen Bericht verfasst über die Tode von Menschen mit Lernschwierigkeiten und wie sich die Zahlen entwickeln.

Die Arbeitsgruppe soll auch dabei helfen, dass alle Gesundheitseinrichtungen gut zusammenarbeiten.

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  • Tatort Kinderklinik — der jüngste Kinderfacharzt des dritten Reiches durfte sogar das neue Millenium erleben,

    und der Grossteil seiner „PatientInnen“ nichtmal ihre Pubertät….