Hilfsmittel in der Schweiz: Die Kartellisten verteidigen ihre Pfründen

Seit über 15 Jahren ist bekannt, dass die IV für Hilfsmittel im Vergleich zum Ausland total überrissene Preise (bei gleichzeitig stagnierender Qualität!) bezahlt.

Flagge Schweiz
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Kaum hat der Bundesrat sich im Hilfsmittelbereich endlich zu markwirtschaftlichen Ansätzen durchringen können, um die seit Jahren bekannte Abzockerei auf Kosten der Behinderten zu durchbrechen – und so 30 Millionen zu sparen, ohne die Behinderten zu schädigen, melden sich ausgerechnet Vertreter der „marktliberalen“ Parteien, um die alten Pfründen zu schützen.

Seit über 15 Jahren ist bekannt, dass die IV für Hilfsmittel im Vergleich zum Ausland total überrissene Preise (bei gleichzeitig stagnierender Qualität!) bezahlt. Grund dafür waren die durch die IV-Praxis selbst verursachten kartellartigen Abschottungen des Hilfsmittelmarktes.

Endlich, endlich konnte er sich in der 6. IV-Revision – mit etwas Nachhilfeunterricht vom ZSL – nach ewigen Debatten zu einer marktwirtschaftlichen Lösung durchringen: Vorläufig einmal im Hörgerätebereich, sollen Betroffene eine Pauschale erhalten und damit ein Gerät nach ihrer Wahl dort kaufen können, wo das Preis-Qualitätsverhältnis am besten ist.

Also auch im Ausland, so lange sich das lohnt d.h. bis sich die Schweizer Kartelle durch Konkurrenz dem Markt anpassen. Endlich haben damit die Betroffenen selber die Möglichkeit, durch ihren klugen Einkauf die Qualität der Geräte zu beeinflussen. Und die IV sieht vor, dadurch schon mittelfristig 30 Millionen zu sparen!

Dass einige der Kleinkrämer, die bis anhin auf Kosten der Behinderten unerhörte Margen abzocken konnten, sich wehren würden, war vorauszusehen. Lesen Sie dazu, was der Direktor des Schweizer Gewerbeverbandes, Hans-Ulrich Bilger in seinem Referat vor der IV (auf Seite 2) raus lässt. Aber dass sie dabei auch noch Unterstützung ausgerechnet von Nationalräten der sonst immer auf Marktwirtschaft pochenden Parteien erhalten, mutet doch ziemlich absurd an:

Hier die Interpellation von Bruno Pezzatti – FDP!

Wer seine Argumentation analysiert, stellt fest, dass hier mit erschreckender Offenheit beschrieben wird, was vermutlich der Hauptgrund für die immensen Defizite in der IV (und im Gesundheitswesen!) ist: die Gier all jener, die ihre schamlosen Geschäfte aus der Notlage der Betroffenen machen.

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0 Kommentare

  • Danke für diese interessante Analyse schweizer Verhältnisse.