Gebärdenlyrik dargebracht von Romeo Seifert

Huainigg: Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache zeigt Wirkung

Erstes Kinderbuch zum Thema "Gebärdensprache", "Bluatschink" stellt erste DVD mit Gebärdensprachdolmetschung vor

„Am heurigen 6. Juli wurde im Parlament die Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache (ÖGS) als eigenständige Sprache beschlossen. Seit dem 1. September ist dieses Gesetz im Verfassungsrang in Kraft. Man kann von einer sehr schönen und hochwertigen Anerkennung sprechen“, sagte heute, Montag, ÖVP-Behindertensprecher Abg.z.NR Dr. Franz-Joseph Huainigg im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mag. Irmgard Harrer vom Verlag Carl Ueberreuter und Toni Knittel von der Tiroler Musikgruppe „Bluatschink“. Von den gehörlosen Menschen sei diese politische Entscheidung als „historischer Moment“ gefeiert worden.

Die Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache habe auch symbolisch viel gebracht. „Es ‚hören‘ immer mehr Menschen mittels Gebärdensprache, auch in den Medien wird immer öfters darüber berichtet“, so Huainigg, der darauf hinwies, dass die Führerscheinprüfung seit dem heurigen Sommer in ÖGS abgelegt werden kann. „Der Fragenkatalog ist nun auf CD-Rom erhältlich und die Prüfungsfragen können in der Österreichischen Gebärdensprache abgefragt werden“, sagte der ÖVP-Behindertensprecher.

Huainigg machte weiters auf zwei eingebrachte Entschließungsanträge im Parlament aufmerksam: „Die Bundesregierung wird aufgefordert, die Bundesgesetze zu durchforsten auf mögliche Diskriminierungen und Konsequenzen durch die Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache in den Bereichen Medien, Verwaltung und Bildung. Letzte Woche wurde zudem ein Entschließungsantrag eingebracht, der von allen vier Parteien unterstützt worden war. Es geht dabei darum, dass im Bildungsbereich Verbesserungen erfolgen müssen. Die Bildungsministerin wird aufgefordert, rasch einen Lehrplan unter Einbeziehung betroffener PädagogInnen für gehörlose Kinder, mit dem Schwerpunkt bilingualer Unterricht, zu erstellen.“

Toni Knittel von der Lechtaler Gruppe „Bluatschink“ präsentierte bei der Pressekonferenz Österreichs erste Musik-DVD mit Gebärdensprachdolmetschung. „Unser gesamtes Konzert wurde in die Österreichische Gebärdensprache übersetzt“, so Knittel.

Es sei ein großer Irrtum, zu glauben, dass gehörlose Menschen nicht die Fähigkeit hätten, ein Musik-Konzert zu genießen. „Die Reaktionen beweisen das ganz klar. Wenn bei einem sensorischem Gebiet ein Handicap besteht, dann wird ein anderes Sensorium geschult. Gehörlose Menschen spüren die Musik – nur eben anders als die ’normalen Menschen'“, so Knittel.

Irmgard Harrer vom Verlag Carl Ueberreuter beleuchtete das Thema Gebärdensprache aus der Sicht eines Verlages und betonte, dass mittlerweile das dritte Buch von Huainigg präsentiert wird. „Es wurde bereits ein Buch über Rollstuhlfahrer publiziert, das mit dem Österreichischen Illustrationspreis ausgezeichnet wurde. Das zweite Buch handelt vom Blindsein und das heute präsentierte dritte Buch beinhaltet das Thema Gehörlosigkeit.“

Im neuesten Buch „Wir sprechen mit den Händen“ seien unter anderem Tipps für den Umgang mit gehörlosen Menschen zu finden. „Es ist etwa das internationale Fingeralphabet integriert, um einige wichtige Gebärden zu lernen. Es handelt sich um ein Buch, das in diese stille Welt einführen soll“, so Harrer.

Alle drei Teilnehmer der Pressekonferenz plädierten abschließend an den „natürlichen Umgang mit Menschen, die mit einer Behinderung leben“. Was behinderte Menschen am wenigsten gebrauchen könnten, sei Mitleid.

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  • Ja toll das ist eine gute Idee