Jarmer: Frauen mit Behinderung sind doppelt so häufig von Gewalt und Missbrauch betroffen

Rechtsanspruch auf Persönliche Assistenz und Bildungsmaßnahmen sind dringend nötig

Helene Jarmer
GRÜNE

„Behinderte Frauen sind doppelt so häufig von sexueller Gewalt betroffen als nichtbehinderte Frauen“, erklärt die Behindertensprecherin der Grünen, Helene Jarmer, anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen.

In einer Studie aus dem Jahr 1996 gaben 64 Prozent der befragten behinderten Frauen an, einmal oder mehrmals in ihrem Leben sexuelle Gewalt erfahren zu haben. Besonders betroffen sind Frauen, die in Einrichtungen leben bzw. arbeiten, Frauen mit Lernschwierigkeiten und gehörlose Frauen.

„Es müssen gezielte Maßnahmen im Bereich Bildung und Berufsausbildung getroffen werden, um Frauen mit Behinderungen aufzuklären und zu stärken“, fordert Jarmer und weiter: „Ebenso wichtig ist ein Rechtsanspruch auf Persönliche Assistenz, denn ein selbstbestimmtes, autonomes Leben ist der beste Schutz gegen Gewalt und Missbrauch.“

Das Thema sexueller Missbrauch an Frauen mit Behinderungen ist mit mehreren Tabus belegt. Erschwerend kommt hinzu, dass es sehr wenig Datenmaterial über die Lebenssituation von behinderten Frauen gibt. Die Studie ‚Weil das alles weh tut mit Gewalt‘ ist mittlerweile 15 Jahre alt. „Ich fordere eine neue Studie zu diesem wichtigen und sensiblen Thema“, so Jarmer, die bereits einen Entschließungsantrag dazu eingebracht hat, der jedoch im Justizausschuss vertagt wurde.

Auch die derzeit noch bestehende Regelung im Strafrecht, wonach Sexualdelikte an wehrlosen Menschen geringer bestraft werden können, muss dringend beseitigt werden. „Eine Angleichung der Strafrahmen, wie z.B. in Deutschland kürzlich erfolgt, ist im Sinne einer gesetzlichen Gleichstellung unbedingt notwendig“, erläutert Jarmer.

Die betroffenen Frauen brauchen auch barrierefreie Anlauf- und Beratungsstellen, ebenso müssen alle Frauenhäuser darauf eingerichtet sein, Frauen mit Behinderung aufzunehmen.

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  • Fragenkatalog

    HEIM
    Im Heim, wie war das da?

    Habz was lerna könna?

    Habz kleine oder grosse Zimmer ghabt?

    Habz eine (strenge) Hausordnung ghabt?

    Habz da einen (strengen) Ordner ghabt?

    Habz da auch was zu lachen ghabt?

    Oder war das mehr zum Weinen?

    Habz da zu den Capos Tante oder Onkel sagen müssen?

    Habz da auch mal eine auf die Nuss oder am Hintern griegt?

    Habz da viel auswendig lerna miassn?

    Schul und Heim — war das für sich allein ?

    Wenn amal einer wegglaufn is, was war da die KONSEQUENZ?

    Karzer? Mit oder ohne Licht? Für wieviel Tage?

    Angsprochen wurde ich mit: Du oder SIE ?

    Durftet ihr auch raucha?





    BEI PAPI und MAMI
    Zuhause, wie war das da?
    Wars da lustig? Wann? Wie? Warum nicht?
    Gabz da öfters Krach?
    Vom Papi?
    Von der Mami?
    Vom Onkel?
    Von der Tant?
    Warz da viele Gwister?
    Wars da dann eher eng?
    Habz enk oft übern Platz gestritten? Wie?
    Wer, wo, was, wann nicht haben (nicht) darf?
    Hams/habz enk da geprügelt?
    Is da auch jemand vom AMT gekommen?
    Wegnm Lärm?
    Wegen einer Nachbarin, die sich beschwert hat?
    Wegen einem Nachbarn, der sich über das Veilchen wunderte?
    Was hättest gerne tun wolln und nie tun dürfen?


    IM KRANKENHAUS
    Wie war das da?
    Wo hat es Dir am meisten weh getan?
    Hattes Du Veilchen oder blaue Flecken ghabt?
    Wie war die Untersuchung?
    Musstest Dich ganz ausziehen?
    War Dir das peinlich?
    Hast einen roten Kopf gkriagt?
    Hast auch gewseint?
    Musstest immer leise sein?
    Wenn Du da gweint hast?
    Wenn Du da schimpfen wolltest?
    Wenn Du da geflucht hast?
    Was hat der Doktor gfragt? Wie es UNS geht etwa?
    Hat er Dir auch eine Spritze oder Pillen gebn?
    War da auch so ein grosses Gas-Wagerl mit so Masken?
    Hatz da so aussazischt?
    Kannst Dich noch an die Maske auf Deinem Gsicht erinnern?
    Hattest ein kleines oder grosses Zimmer?
    Mit welchen andern Leut zusammen?
    Wie lange musstest bleiben?
    War da auch eine Pyschologin, die Dich was gfragt hat?

  • Ich warte auf eine regelmäßige, unabhängige Befragung der Frauen (und Männer) in Institutionen im Zuge des Qualitätsmanagements. Wer erstellt einen Fragenkatalog in leichter Sprache?