Jarmer: Gebärdensprachdolmetschung ist ein Menschenrecht

In vielen Situationen ist die Dolmetschung lebensnotwendig

Sabine Zeller dolmetscht
Ladstätter, Markus

„Für die 10.000 gehörlosen ÖsterreicherInnen und Österreicher ist Gebärdensprachdolmetschung allzu oft lebensnotwendig – sei es bei einem Arztbesuch, in medizinischen Notfällen, oder juristischen Entscheidungsprozessen“, erklärt die Behindertensprecherin der Grünen, Helene Jarmer und betont die Notwendigkeit einer Ausweitung der Kostenübernahme für Gebärdensprachdolmetschung seitens des Bundes: „Sprache ist ein Menschenrecht und Kommunikation in unserer Gesellschaft unerlässlich. Deshalb ist es unumgänglich, dass der österreichische Staat in Zukunft für die Übernahme der Dolmetschkosten für gehörlose BürgerInnen nach dem Beispiel Schwedens eintritt.“

Diese Kostenübernahme betrifft alle Lebensbereiche denn „Barrierefreiheit ist in meinen Augen ein ebensolches Menschenrecht. Design for all betrifft nicht nur den baulichen oder kommunikationstechnischen Bereich sondern meines Erachtens nach sämtliche gesellschaftlichen Teilbereiche. Es gilt in Zukunft also, alle beeinflussbaren Faktoren auch zugunsten der Behindertenbewegung zu entwickeln. Diesbezüglich ist die heute in Kraft getretene Zivilverfahrensnovelle ein erster positiver Schritt im Rechtswesen“, bekräftigt Jarmer.

Bis dato mussten gehörlose Personen, die in ein zivilrechtliches Verfahren involviert waren, die auftretenden Dolmetschkosten für Rechtsanwaltstermine selbst finanzieren – ansonsten wären sie von der Vorbereitung auf das Verfahren regelrecht ausgeschlossen gewesen – egal, ob Kläger, oder Beklagte, so Jarmer. „Solche Situationen gehören mit der Zivilverfahrensnovelle nun endgültig der Geschichte an.“

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0 Kommentare

  • Dass Jarmer das gesagt hat, weiß inzwischen jedes Kind. Außerdem steht Folgendes schwarz auf weiß auf der von dir angegebenen Webseite: „Meine Zielgruppe sind nicht nur gehörlose Menschen ODER behinderte Menschen.“ „ODER“ und nicht „UND ANDERE“.

    Außerdem: Seit 1988 gelten Gehörlose als sprachliche Minderheit.
    http://www.wienerzeitung.at/Desktopdefault.aspx?TabID=3946&Alias=wzo&lexikon=Behinderte&letter=B&cob=6793

    Und sprachliche Minderheiten kriegen keine Vergünstigungen, weil sie nicht behindert sind. Oder?

  • @Ullmann: Was Sie sagen stimmt nicht. Hier können Sie nachlesen: http://www.gruene.at/personen/helene_jarmer/ueber_mich/

  • Helene Jarmer vertritt den Standpunkt, dass gehörlose Menschen nicht behindert sind, sondern eine sprachliche Minderheit darstellen. Wie kann diese Frau „Behinderten“sprecherin sein?