Journalismus für Vielfalt. Medieninitiative gegen Diskriminierung

Die EU-Kampagne "Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung." will die Öffentlichkeit für Diskriminierungen sensibilisieren.

Ö1 Schwerpunkt Ohne Barrieren
Ö1

Den in diesem Rahmen vergebenen JournalistInnenpreis gewannen in der österreichischen Vorausscheidung u.a. Christoph Dirnbacher und Marlies Neumüller, die sich als MitarbeiterInnen der Medieninitiative sensi_tec für die nicht diskriminierende Darstellung behinderter Menschen einsetzen.

Am 4. April 2005 bestimmt eine Jury von internationalen ExpertInnen für Diskriminierungsfragen und Journalismus in Brüssel die SiegerInnen des JournalistInnenpreises „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung“.

Unter den 25 nationalen PreisträgerInnen, die es in die Endrunde geschafft haben, befinden sich Christoph Dirnbacher, Alexis Johann und Marlies Neumüller. Das Trio punktete in der österreichischen Vorausscheidung mit dem Artikel „Je anders, desto besser“, der im Wirtschaftsmagazin Trend erschien. Er setzt sich mit der Umsetzung der EU-Richtlinien zur Antidiskriminierung und dem kürzlich beschlossenen österreichischen Behinderten-Gleichstellungsgesetz auseinander, das Neumüller, selbst Rollstuhlfahrerin, als „zu zahnlos“ beschreibt.

Kampagne macht auf Diskriminierungen aufmerksam
Im Rahmen eines Wettbewerbs der EU-Kampagne „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung.“ wurden JournalistInnen aus den 25 Mitgliedsstaaten aufgerufen, Artikel einzureichen, die das Thema Diskriminierung in der Arbeitswelt, aufgrund ethnischer Herkunft, Religion, Alter, Behinderung oder sexueller Orientierung zum Inhalt haben oder die Vielfalt am Arbeitsplatz fördern. Ziel der Kampagne ist die Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit für Diskriminierung.

Sensibilisieren wollen Neumüller und Dirnbacher auch als MitarbeiterInnen der Medieninitiative sensi_pool. Die Initiative steht für die Bedürfnisse behinderter Menschen und rückt unter dem Motto „barrierefrei leben“ ihre Anliegen ins Zentrum der Aufmerksamkeit. sensi_pool will eine nicht diskriminierende Darstellung von behinderten Menschen in der Öffentlichkeit fördern.

Chancen und Risken neuer Technologien
Einer der Schwerpunkte ist der Umgang mit neuen Technologien. „Technologien sind ‚Krücken‘ – für Menschen mit und ohne Behinderungen. Computer werden oft zu lebensbegleitenden Assistenten, Informations- und Kommunikationstechnologien schaffen neue Chancen in Alltag und Berufsleben“, sagt sensi_pool Projektleiterin Petra Wiener. „Trotzdem besteht die Gefahr, dass neue Barrieren geschaffen werden. Es stellt sich auch die Frage, wie offen der Zugang zur Informationsgesellschaft wirklich ist.“ Denn technologische Innovationen erweitern zwar den Handlungsspielraum von körper- oder sinnesbehinderten Menschen, die gesellschaftliche Integration ist aber nach wie vor eine politische Frage.

Elisabeth List vom Grazer Institut für Philosophie macht sich dabei Gedanken über die Chancen und Risken technischer Machbarkeit: „Manche behaupten, dass alles technisch Denkbare unweigerlich irgendwann Realität wird. Sie bedenken dabei nicht, dass es letztlich immer eine Sache der menschlichen Entscheidung ist, der ethischen und politischen Entscheidung, wie weit man technische Eingriffe in den Körper vornehmen oder billigen will.“

Technologische Innovationen als politische Frage
Die Grenzen der technologischen Verheißungen sowie die sozialen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die für den gleichberechtigten Zugang zur Informationsgesellschaft Voraussetzung sind, diskutieren internationale ExpertInnen auf der Enquete „Ohne Barrieren? Körper – Technologien – Behinderungen“.

Enquete „OHNE BARRIEREN? KÖRPER – TECHNOLOGIEN – BEHINDERUNGEN“
8. April 2005, 16.30 bis 20.00 Uhr
Veranstaltungsort: MuseumsQuartier, Ovalhalle, Museumsplatz 1, 1070 Wien
Veranstalter: sensi_pool (ein Projekt der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft sensi_tec) und Ö1 Wissenschaftsredaktion
EINTRITT frei

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0 Kommentare

  • Bitte wer weiß, welche Normen (Österr. bzw. EU) es für Ausführungen im Sinne der Berücksichtigung von Behinderten gibt, und wie verbindlich diese für wen sind. Welche Bundesländer haben dies als „Landesgesetz“ übernommen? Beispiel Schwelle bei einer Balkon-/Terrassentüre: Einerseits muß diese angeblich rund 150 mm hoch, anderseits behindertengerecht sein.

  • Bitte kann ich den Artikel als Emailanlage zugesandt bekommen?