Karriere – ohne wenn und aber …

Was haben Humanomed-Geschäftsführer Julian Hadschieff, Hanlo-Fertighaus-Inhaber Hanno Loidl und Tourismusmanagerin Barbara Kern gemeinsam?

Marianne Hengl und Barbara Stöckl
Sardari, Shervin

Sie sind beruflich erfolgreich, sie führen ein Unternehmen – und sie haben eine Behinderung.

Behinderung als Ansporn, nicht nur als Last …

Einer dieser Menschen ist auch Mag. Julian Hadschieff. Er leidet seit seiner Kindheit unter der Augenerkrankung Makuladegeneration und ist seit vielen Jahren beinahe blind. Dies hielt Hadschieff jedoch weder von einer erfolgreichen Sportlerkarriere ab, noch von einem ebenso erfolgreich absolvierten Studium oder davon, als Geschäftsführer der Humanomed Krankenhaus Management und Humanocare Management Consult mittlerweile fast 1.400 MitarbeiterInnen zu führen:

„Meine Sehbehinderung war mir selten Last, meistens aber Ansporn mit noch mehr Einsatz mein Leben und meine beruflichen Herausforderungen positiv zu gestalten.“

Unter dem Titel „Handicap als Chance“ trafen sich am Dienstag, 11. März 2008 Menschen mit und ohne Behinderung unter der Moderation von Barbara Stöckl im Studio 44 der Österreichischen Lotterien, um gemeinsam dieses Thema von seiner erfolgreichen sowie von seiner, mit Vorurteilen behafteten Seite zu beleuchten. (Mehr Fotos zur Veranstaltung gibt’s auf www.stage1.at)

Erfolgreiche UnternehmerInnen aus Österreich, wie Reinhold Sampl, xsampl Reinhold Sampl GmbH, Mag. Barbara Kern, Tourismusmanagergin aus dem Salzkammergut, Alois Praschberger, Rolltechnik und Sport GmbH, DI Klaus D. Tolliner, Lognostik – Logistik und Hanno Loidl, HANLO Fertigteilhaus GmbH – berichteten von ihren unterschiedlichen Karrieren trotz einer Behinderung.

Im Anschluss präsentierten sich die Vorzeigeunternehmen ÖAMTC und die Firma bauMax AG als Paradebeispiele für Unternehmen mit behinderten ArbeitnehmerInnen. Beide Unternehmen zeichnen sich durch bereits jahrelange Erfahrung im Umgang mit teils schwer behinderten Menschen aus.

Eine Diskussionsrunde mit Experten befasste sich abschließend mit den aktuellen Bedürfnissen und Hürden von behinderten UnternehmerInnen und ArbeitnehmerInnen.

Die Veranstaltung – welche als Auftakt für weitere Abende zu diesem Thema gilt – wurde durch die freundliche Unterstützung der Wirtschaftskammer Österreich, der Österreichischen Lotterien, der Bank Austria, das Bundessozialamt und NEWS Leben als Medienpartner getragen.

Behinderung grenzt Karriere keineswegs aus …

Diese Tatsache konnten alle TeilnehmerInnen und BesucherInnen dieser Veranstaltung, durch die gezeigten positiven und motivierenden Beispiele erfahren. Gleichzeitig regten die diskutierten Sachverhalte zum besonderen Kündigungsschutz oder beispielsweise zur Förderung und Unterstützung von behinderten Selbstständigen sowie ArbeitnehmerInnen zum weiteren Nachdenken und Handeln an.

Das Besondere war, dass Menschen mit Behinderung sozusagen Betroffene aus ihrem Erfahrungsschatz berichteten und somit diesem Thema eine erstaunliche Transparenz und Glaubwürdigkeit gaben.

„Mit der in Wien stattgefundenen Veranstaltung „Handicap als Chance“ wollen wir Offenheit fördern“, so die Organisatorin und Delegierte im Wirtschaftparlament für Behindertenfragen, Marianne Hengl: „Keiner denkt darüber nach, dass das Leben eines behinderten Menschen auch schön und sehr erfüllend sein kann.“

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0 Kommentare

  • Zu Ivonne: Das hast du falsch interpretiert. Im Artikel steht „1400 MitarbeiterInnen“. Das groß geschriebene „i“ ist in solchen Beitragen sehr geläufig und bedeutet sowohl Mitarbeiter als auch Mitarbeiterinnen.

    Meine Meinung zum Artikel: Ich finde es toll, dass auch über positive Lebensläufe von Behinderten gesprochen wird. Wenn ich dabei an meine Schulkollegen aus der Hans-Radl-Schule denke, haben viele von ihnen nie solche Chancen erhalten und mindestens 5 (aus einer Klasse von ehemals 10) werden und können auf Grund ihrer Behinderung solche Chancen auch nicht mehr erhalten.
    Ich selbst und ein weiterer „Behinderter“ Kollege wären ohne dem besonderen Kündigungsschutz wohl auch nicht mehr in meiner Firma angestellt.
    Versetzungen blieben mir, trotz meiner mehr als 5-jährigen Zugehörigkeit, bisher verwehrt, was sich auch in Zukunft nicht so rasch ändern wird.
    Im Gegenteil, hier wurde bereits nachweislich 2 mal gegen die Antidiskriminierungsgesetze verstossen.

    Vergesst bitte bei den Diskussionen um den Kündigungsschutz nicht, dass die Mehrheit der Behinderten bei einer eventuellen Lockerung, kaum noch Chancen auf unbefristete Angestelltenverhältnisse haben wird und im späteren Lebensverlauf, vor allem bei degressiv verlaufenden Behinderungen, auf Pflegegelder und dergleichen angewiesen sind bzw. wenn sie alleine dastehen vor dem wirtschaftlichen und selbstbestimmenden AUS stehen.

  • Hut ab vor Höchstleistungen dieser Art! Meines Erachtens waren die Rahmenbedingungen früher noch verschärfender als heute.

  • 1400 Mitarbeiterinnen? Gibt es denn bei Humanomed keine männlichen Mitarbeiter? Sehr seltsam.