Korosec: Bei Pflege besteht jetzt dringender Handlungsbedarf

Wer diese Rechnungshof-Ergebnisse ignoriert handelt fahrlässig

Ingrid Korosec
ÖVP

„Abwarten und Tee trinken ist angesichts dieses desaströsen Rechnungshof-Berichtes fehl am Platz! Der Seniorenbund ruft daher alle Verantwortlichen auf, sich möglichst umgehend gemeinsam an den Verhandlungstisch zu setzen. Wir sind nicht mehr bereit, hier Ausreden und Verzögerungen zu akzeptieren“, erklärt Ingrid Korosec, Chefin des Wiener Seniorenbundes und Khol’s Bundesobmann-Stellvertreterin im Seniorenbund. Sie verstärkt damit auch die erst gestern von Khol erhobene Forderung nach raschem entschlossenem Handeln.

Nach dem gestern vorgestellten Rechnungshofbericht zum Pflegegeld-Vollzug und den heutigen Medienberichten dazu, sieht der Österreichische Seniorenbund weiterhin dringenden Bedarf, noch einmal ausdrücklich auf die Kernpunkte einzugehen, die nach Meinung des Seniorenbundes sofort behoben werden müssen. „Wir haben den Eindruck, hier haben nicht alle den Ernst der Lage erkannt“, so Korosec.

Nationalen Pool für Gutachter sofort einrichten – Betreuer / Pflegekräfte und pflegende Angehörige sind verpflichtend beizuziehen!

„Besonders erschreckend ist die Lage bei den begutachtenden Ärztinnen und Ärzten. Es fehlen bundesweite Richtlinien und Qualitätskriterien, niemand hat den Überblick, wer wen wann und wie begutachtet und einstuft. Diese Misswirtschaft wird auf dem Rücken der Betroffen betrieben. Und so fließt unheimlich viel Geld in intransparente Strukturen. Geld, das man im Pflegesystem wahrlich besser einsetzen könnte“, so Korosec weiter.

Der Seniorenbund begrüße zwar das erste Pilotprojekt der Pflegegeld-Einstufung gemeinsam mit Pfleger/innen, allerdings kritisiert Korosec: „Das geht wieder nur im Schneckentempo voran! Wir kennen die Probleme seit Jahren, schon der letzte Rechnungshofbericht im Sommer 2009 hat dies auch offiziell bestätigt. Es muss jetzt sofort ein nationaler Pool für Gutachter eingerichtet werden. Und diese Personen müssen bundesweit einheitlich ausgebildet und kontrolliert werden. Verpflichtend sind Betreuer/innen, Pflegekräfte oder die pflegenden Angehörigen beizuziehen! Schluss mit Versuchen und Evaluierungen, es sind nun dringend Taten gefragt!“, bekräftigt Korosec die Seniorenbund-Forderungen.

Deutliche Absage an Sachleistungsprinzip

„Gerade in Wien, wo die Lage insgesamt äußerst schlecht beurteilt wurde, wo man in manchen Bereichen deutliches Schlusslicht ist, versucht man mit einer Diskussion um den Ersatz der Geldleistungen durch Sachleistungen vom eigenen Versagen abzulenken! Diesem neuesten SPÖ-Traum von einem regelrechten Pflegemarxismus treten wir entschieden entgegen! Die Systeme müssen nun bundesweit umgehend angepasst werden, Qualitätssicherung und flächendeckende Versorgung sowohl mit mobilen als auch mit stationären Diensten muss das Ziel heißen. Und natürlich bleiben wir bei den Geldleistungen – weil auch pflegebedürftige Menschen das Recht haben, selbst zu entscheiden, wann wo und wie sie Hilfe in Anspruch nehmen“, so Korosec abschließend.

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0 Kommentare

  • Es besteht wirklich umfassender Handlungsbedarf. Zum Beispiel in der Frage der Finanzierung. Das ist ganz sicher der Kern des Handelsbedarfs! Viele Städte und Gemeinden haben bereits jetzt massive Probleme die steigenden Ausgaben im sozialen Bereich zu finanzieren und ihren Senioren eine gute Betreuung zu gewährleisten. Und Besserung scheint nicht in Sicht! (http://www.kleinezeitung.at/steiermark/liezen/admont/2232393/sozialausgaben-betragen-55-millionen-euro.story)
    Schon alleine deshalb, weil man mögliche Finanzierungsquellen von Vermögens-, Erbschafts-, oder Grundsteuer bis hin zu stärkerer Unternehmensbesteuerung ablehnt – ich meine da vor allem die lächerlichen Steuerbeträge der große Unternehmen – dank Gruppenbesteuerung – derzeit aufbringen. Wobei das nur eine kleine Aufzählung nicht mehr vorhandener Einkunftsquellen ist, die so ab Mitte der 80iger Jahre gekappt wurden. Da das Geld aber nur aus diesen Quellen kommen kann und es keine Frau Holle gibt (bei den Einkommen gibts wohl nicht mehr viel zu holen), stellt sich einfach die Frage, wie sich die Konservativen die Finanzierung sozialer Leistungen so vorstellen. Von Verbesserungen beim Pfelgegeld bis hin zu Palliativmedizin? Woher soll den die Marie kommen, um den Handlungsbedarf umzusetzen, denn letztlich wird man wohl mehr Geld brauchen?

  • Ja, ja, schön und gut … „Wir sind nicht mehr bereit, hier Ausreden und Verzögerungen zu akzeptieren“, … jetzt erst?
    Das heißt, bisher war man bereit? Und – was ist die Konsequenz – außer Bizeps-Berichte, Reden, Forderungen …?