Lebenshilfe drängt auf Startschuss zur Umsetzung der inklusiven Schule

20-Jahre-Jubiläum der AHS-Schmelz in Wien bestätigt "Serienreife" des inklusiven Schulmodells

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Zwei Jahre, nachdem die Lebenshilfe ihren Stufenplan zur inklusiven Schule der Öffentlichkeit präsentiert hat, sind die Reformpläne zur Bildungssituation von Menschen mit Beeinträchtigung noch nicht vom Fleck gekommen, bemängelt Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber und macht dafür die mangelnde Durchsetzungskraft des Unterrichtsministeriums gegenüber den mächtigen Landesschulräten verantwortlich, die am jetzigen System starr festhalten.

„Erfreulich ist, dass die Eckpunkte unseres Stufenplans den Eingang in den Nationalen Aktionsplan Behinderung gefunden haben und dass nun ein Konzept zur Einrichtung von inklusiven Schulregionen vorliegt. Das soll uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor Verbindlichkeiten fehlen. Wann krempeln wir endlich die Ärmel hoch und beginnen mit der Neuausrichtung hin zu einer modernen und zeitgemäßen Schulbildung?“ macht Weber deutlich und fordert einen klaren Zeitrahmen und festgesetzte Vorgaben zur Umsetzung des inklusiven Schulsystems in Österreich.

Die Forderung der Lebenshilfe nach einem durchlässigen und inklusiven Schulsystem von der Pflichtschule bis zur Oberstufe wird in der integrativen Allgemeinen Höheren Schule (AHS) an der Schmelz in Wien vorbildhaft in die Tat umgesetzt. Seit 20 Jahren lernen hier Schülerinnen und Schüler mit und ohne Beeinträchtigungen in gemeinsamen Klassen, und das mit großem Erfolg, wie Georg Gratzer, Vater eines Schülers ohne Beeinträchtigung, erklärt: „Kinder ohne Behinderung werden dazu veranlasst, Anders-Sein nicht als Bedrohung oder Hindernis, sondern als Bereicherung und Normalität wahrzunehmen.“ Für ihn ist die inklusive Schule ein Erfolgsmodell, dass sich zur Serienreife entwickelt hat: „20 Jahre Prototypendasein sollten genug sein, wir bestätigen, dass die inklusive Schule serienreif ist“, so der Elternvertreter.

  Die Hauptpunkte der Forderungen der Lebenshilfe, wie die Ausdehnung des Zugangs zu Bildung für Menschen mit Beeinträchtigungen auf alle Schulstufen und Schultypen, werden Thema der öffentlichen Sitzung des Monitoring-Ausschusses sein, die kommenden Dienstag in Wien stattfindet. „Wir sehen keinen Grund dafür, dass es bei der Umsetzung der inklusiven Schule zu Verzögerungen kommt. An der schrittweisen Umwandlung von Regel- und Sonderschulen in inklusive Schulen führt kein Weg vorbei, wenn wir zukunftsorientiert und zum Wohle der nächsten Generationen denken“, schließt Weber.

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0 Kommentare

  • Hochtrabend und hochnäsig den Schwindel auch noch hochzuhalten — das tut der Kaiser, wenn er bereits als splitterfasernackt Enttartner eine weitere Runde dreht.

    Und dann fällt.

  • also bitte, das ist doch der reinste schwindel auf der schmelz. meine nichte geht dort in die schule und daher weiß ich, dass die behinderten schülerInnen meistens gemeinsam in einer klasse hocken, und eher selten den unterricht mit ihren nichtbehinderten kollegInnen verbringen. was wird da als inklusion verkauft?

  • Dass Kettenverträge allein schon ipso iure aus dem bereits 200 Jahrte altem ABGB verboten sind, sollte der Professor G. Weber eigentlich wissen.
    In diesem Sinne zuzugeben, dass die Lebenshilfe achselzuckend in Kauf nahm, ihren „Versuch“ auf der Schmelz (feigenblattelnd als Legitimation der Aberkennung von Rechten für die breite Masse der Bevölkerung) als Ausnahme hochhalten zu lassen, zeugt vom wahren Bewusstseinshindertgrund dieser „Lebenshilfe“:

    als feigiges Blatt.