Lektion 3: Zufriedenheit von LehrerInnen

Nachhilfe für einen Sektionschef: So geht Inklusion in der Schule

Genug versucht - nun Gesetz umsetzen
Orschulik f. Monitoringausschuss

In der Lektion 3 gehen wir noch einmal auf die Studie zu den Schulversuchen für die Integration behinderter Kinder in Österreich ein. In Kapitel 3 wird die Beurteilung der Arbeit in den Schulversuchsklassen durch die beteiligten LehrerInnen zusammengefasst.

Positiv bewertet

Zu den von den LehrerInnen positiv bewerteten Aspekten zählen:

  • Einstellung zur schulischen Integration,
  • Erfolg des Schulversuchs,
  • LehrerInnenkooperation,
  • Bewältigungszuversicht sowie
  • Befriedigung und Belastung

Interessant erscheint uns vor allem, dass die LehrerInnen das Teamteaching in einer Integrationsklasse als sehr bereichernd und zufriedenstellend beurteilen. Die befragten LehrerInnen sind außerdem in sehr hohem Ausmaß vom Erfolg der Förderung von Kindern mit Behinderungen in Integrationsklassen überzeugt.

Negativ bewertet

Negativ bewertet werden vor allem organisatorisch / administrative Rahmenbedingungen:

  • Ausstattung der Schulen,
  • dienstrechtliche Nachteile,
  • mangelhafte Ausbildung,
  • unzureichende Fortbildungsmöglichkeiten,
  • Defizite in der wissenschaftlichen Begleitung und Betreuung sowie
  • Einschränkung in der Bereitschaft zu weiterem Engagement

Hier fällt uns auf, dass einige der Kritikpunkte (Ausstattung der Schulen, mangelhafte Ausbildung, unzureichende Fortbildungsmöglichkeiten) heute oft als Gegenargument für die schulische Integration von Kindern mit Behinderungen genannt werden.

Zwar wurden also im Jahr 1993 bereits sehr konkret jene Bereiche beschrieben, in denen Handlungsbedarf für funktionierende Integration besteht, aber offensichtlich sind nicht die entsprechenden Maßnahmen ergriffen worden, um geeignete Rahmenbedingungen sicherzustellen.

Die Detailergebnisse der Studie können hier nachgelesen werden.

Mit freundlichen Grüßen
Petra Flieger und Volker Schönwiese

Teil der Serie: So geht Inklusion in der Schule

Dieser Text ist Teil der Serie „Nachhilfe für einen Sektionschef: So geht Inklusion in der Schule„. Mit dieser Informations- und Materialsammlung soll Wissen zur Umsetzung von inklusiver Bildung vermittelt werden.

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0 Kommentare

  • Auch ich bin der Meinung, dass Integrationsklassen einen Beitrag dazu leisten können, alle Kinder einer Klasse ihren Bedürfnissen nach zu fördern.

    Jedes Kind, egal ob mit oder ohne besondere Bedürfnisse, hat meiner Meinung nach das Recht bestmöglich gefördert zu werden.

    Nur zwei Lehrpersonen in einer Interationsklasse können dieses schier unerreichbeare Ziel in guter Teamarbeit und mit viel Einsatz erreichen!

    Leider werden Sonderschullehrer/Sonderschullehrerinnen oftmals als “ Zweitlehrer“ oder „Hilfslehrer“ in den Klassen angesehen.
    Von Teamteaching ist deshalb oft nicht im entferntesten die Rede.

    Teamteaching bedeutet für mich vor allem, dass beide Lehrer für alle Kinder der Klasse zuständig sind und dass man im Team die Stärken des einzelnen nutzt um so alle Kinder bestmögch zu unterrichten.

  • Ich finde integrativen Unterricht sehr wichtig und eine große Bereicherung für uns alle.
    Niemand sollte aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen werden und wenn wir heute Kinder dies beibringen, haben wir morgen viel mehr Möglichkeiten die Inklusion gut umzusetzen.
    Zum Thema Teamteaching kann ich auch nur sagen, dass ich persönlich sehr gerne im Team unterrichte.
    Probleme und schwierige Situationen können viel besser im Team besprochen werden, da beide Lehrpersonen die Situation erlebt haben.

  • Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Integrationsklassen bereichernd wirken/sind für alle Beteiligten. Die Kinder können individueller gefördert werden, da zwei Lehrpersonen zur Verfügung stehen.
    Leider gebe ich den Sonderschullehrerinnen und Lehrern recht, dass es an der Ausstattung für die Kinder mangelt.
    Was ich leider immer wieder feststellen muss, ist die Tatsache, dass Sonderschullehrer/Sonderschullehrerinnen oftmals als “ Zweitlehrer“ oder „Hilfslehrer“ bezeichnet werden.
    Meiner Meinung nach ist diesen Menschen nicht klar/bewusst, was Integration/Inklusion bzw. Teamteaching bedeutet.
    Im Teamteaching geht es vor allem darum, dass JEDER Lehrer /Lehrerin für JEDES Kind da ist.

  • meine Meinung ist Sonderschulen können erst abgeschafft werden, wenn das gesamte Schulsystem hinterfragt und erneuert wird. wenn der Verwaltungsapparat (SSR für Wien)geschmälert wird und sich die schulen zum großteil selbst verwalten dann gäbe es genug geld für ressourcen in diesem bestehendem system ist die abschaffung ein schuss nach hinten und eine oberflächliche handhabe und betrachtungsweise

  • @BerMi: so ist es und nicht anders. die Abschaffung der Sonderschulen kommt dem stellenplan zu gute und es werden keine neuen ressourcen geschaffen.
    in schulen wie die lernwerkstatt steht bis dato ein sonderpädagoge und ein stützlehrer in einer integrativen mehrstufenklasse mit zusätzlich einem schwerstbehinderten. für ihn gibt es dreimal die woche einen zivildiener ein paar stunden um ihn irgendwie zu beschäftigen. in zukunft übernimmt diese klasse und ähnliche dann ein allgemein ausgebildeter „pädagoge“. sind solche klassen schon für berufene sonderpädagogen eine herusforderung, werden sie ohne zusätzliche ressourcen zu schaffen nicht nur und noch mehr ein manko an lehrvermittlung darstellen, sondern auch dem pädagogen-beruf weiterhin jegliche achtung und jeglichen anreiz absprechen.

    es ist fatal bei der bildung einzusparen, egal in welchem bereich. das Resultat sieht man schon in der perspektivlosen Jugend dieses zeitalters … was kommt noch?

  • Möchte man im Zuge der Lehrerausbildung-Neu etwa Personal sparen, also den spezifischen Part der Sonderschullehrerin wie bisher im Teamteaching à la longue der zunkünftig inklusiv ausgebildeteten VS-Lehrerin/NMS-Lehrerin womöglich allein überlassen um so vermeintlich Mittel einzusparen? Wird damit das Einzelkämpfertum noch mehr gefördert, die Pensionskasse durch vorzeitig verblichene Burn-Out-Kandidaten geschont? Und warum soll eine Sonderschullehrerin in einer Integrationsklasse weniger verdienen als in der zukünftig nicht mehr existent seienden Sonderschule(siehe Detailergebnisse der Studie)bei gleichem Aufwand? Beziehungsweise soll der Lehrberuf auf diese Weise noch weniger attraktiv insbesondere für in Wahrheit dringendst benötigte männliche Kollegen gemacht werden? Wer wird dann in Zukunft bei den momentanen völlig unzureichenden Gegebenheiten ohne ausreichendes Helfersystem (=Sozialarbeiter, Psychologen, Therapeuten… wie etwa gerade im Zusammenhang mit PISA etc. so viel zitierten Skandinavien) überhaupt noch Lehrer werden wollen? Die Besten wohl nicht…

  • in naher zukunft wird die sonderpädagogik abgeschafft und es werden nur mehr pädagogen ausgebildet, die durch ein- bis zweisemestrige verlängerung der studienzeit die sonderpädagogik „mitinhalieren“ dürfen…

    ist diese bildungseinsparung ein gewünschtes ergebnis durch die abschaffung der sonderschulen?

    ohne sonderpädagogik und integration wäre der ruf nach inklusion nicht so laut. die mühlen unserer gesellscchaft mahlen langsam, v.a. wenn es um veränderung geht…. schritt für schritt

  • Ich finde die Ergebnisse der Studie sehr interessant. Als angehende Sonderschullehrerin stimme ich zu, dass teilweise keine angemessene Ausstattung in den Schulen vorhanden ist. Ich würde oft so gerne mit dem Beamer arbeiten, da viele Kinder gerne visuelles Material im Unterricht hätten. Die Teamarbeit finde ich ebenfalls sehr bereichernd, da man alleine nicht immer die perfekten Einfälle für den Unterricht hat bzw. in einem Moment vielleicht vergisst, Dinge zu erwähnen und durch die Teamarbeit kann man auch individueller auf Kinder eingehen.
    Was die LehrerInnenkooperation betrifft würde ich auch noch gerne meine Meinung dazu sagen. Mir ist leider schon sehr häufig aufgefallen, dass der Beruf des Sonderschullehrers und die damit verbundenen Aufgaben oft vollkommen falsch eingeschätzt werden. Vielleicht sollte man den Beruf des Sonderschullehrers einmal anders benennen, um Missverständnisse zu vermeiden. Viele (anscheinend auch ausgebildete LehrerInnen) verstehen offenbar noch nicht richtig, was es mit der Inklusion/Integration auf sich hat. Ich würde sehr gerne wissen, warum viele sich schon intensiv mit diesem Thema beschäftigt haben und warum manche noch nie davon gehört haben. Wie kann es sein, dass wir alle in diesem Bereich so viele unterschiedliche Erfahrungen haben?