Menschrechtskommissar bestätigt Kritik an der österreichischen Behindertenpolitik

Selbstbestimmt Leben Österreich stellt Übersetzung des Menschenrechtsberichts zur Verfügung

SLIÖ Selbstbestimmt Leben Initiative Österreich
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Aus Anlass des Internationalen Tages der behinderten Menschen am 3. Dezember veröffentlicht Selbstbestimmt Leben Österreich (SLIÖ) einen Abschnitt des Berichts von Menschenrechtskommissar Nils Muiznieks.

Dieser war im Juni 2012 in Österreich zu Besuch, sein Bericht zur Situation der Menschenrechte in Österreich erschien im September 2012. Der Bericht enthält ein detailliertes Kapitel zur Situation von Menschen mit Behinderungen, das SLIÖ nun auf Deutsch zur Verfügung stellt.

Im seinem Bericht beschreibt der Menschrechtskommissar zuerst seine Wahrnehmung der Situation, um anschließend mehrere Empfehlungen an die Bundesregierung zu richten.

„Der Menschenrechtskommissar äußert genau jene Kritikpunkte an der österreichischen Behindertenpolitik, die wir seit Jahren gebetsmühlenartig wiederholen“, sagt Bernadette Feuerstein, Vorsitzende von SLIÖ, „dazu zählen vor allem mangelnde bauliche Barrierefreiheit in Kombination mit einem zahnlosen Behindertengleichstellungsgesetz, halbherzige Umsetzung inklusiver Bildung und unzureichende Angebote an Persönlicher Assistenz. Wir fühlen uns durch diesen Bericht total bestätigt.“

Die Übersetzung ist auf der Homepage von SLIÖ veröffentlicht.

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0 Kommentare

  • Übersetzen ist tatsächlich eine Kunst und es besteht die Gefahr, dass eine Übersetzung auch von der Haltung des Übersetzers „gefärbt“ ist.So ist Sprache nun einmal.
    Bei Punkt 71 hätte man vielleicht statt „ersucht“ „fordert auf“ schreiben können. Bei Punkt 74 hätte ich sicherlich nicht „Es sollte sichergestellt werden“ geschrieben, sondern “ „Es ist ganz speziell wichtig sicherzustellen…“

    Aber mein Verständnis von dem englischen Text ist natürlich auch durch mein Leben „gefärbt“. Habe nicht den ganzen Text gelesen, aber im Großen und Ganzen glaube ich schon, dass er gut übersetzt ist.

  • Ich hab, jetzt im englischen Original nachgelesen und finde nun, dass die Übersetzung ins Deutsche (zumindest bei den von mir zitierten Punkten 71. und 74.) die Forderungen und Kritik des Kommissars verwässert. Aber meine Englischkenntnisse sind eher dürftig, was sagen andere dazu?

  • Naja, ob sich die hartgesottenen Diskriminierer kraft Amtes und „ungesetzlichen“ Gesetzes durch diese Faserschmeichler-Diplomatie erweichen lassen, ist für mich eher fraglich. Einige Beispiele herausgegriffen:
    (28.) „Außerdem scheint es an rechtlichen Grundlagen für die finanzielle Unterstützung von behinderten Kindern zu mangeln, dies eröffnet den Behörden einen zu großen Ermessensspielraum.“ (71.) „Der Kommissar ersucht die österreichischen Behörden, Fortschritt in der Sicherung der Rechte der Menschen mit Behinderungen auf selbstbestimmtes Leben und Inklusion in der Gesellschaft zu erzielen.“ (74.) „Es sollte sichergestellt werden, dass Menschen nicht automatisch ihrer Rechte beraubt werden auf Grund einer Einschränkung oder Behinderung oder da sie besachwaltert sind.“