ÖBB: Nicht alle können schön speisen!

Beim neu adaptierten Speisewagen wurde erneut auf die Barrierefreiheit vergessen.

ÖBB Speisewagen ist zu schmal
ÖAR/Bauer

Sauber, angenehmer Bordservice und alles abwaschbar – dem ÖBB-Bahnreisenden bieten sich im neuen Speisewagen der ÖBB lauter Annehmlichkeiten. Reisende mit Behinderungen – im speziellen Rollstuhlfahrer und Benützer von Krücken; wie man seit Jahrzehnten weiß, brauchen beide erhöhte Durchgangsbreiten – sind allerdings nach wie vor ausgeschlossen.

„Der Durchfahrtsbereich für Rollstuhlfahrer ist noch eine Spur enger als früher“, kritisiert Eduard Riha, Generalsekretär der ÖAR, „eigentlich nur für Rollstuhlbenützer mit besonders schmalen, maßgefertigten Rollstühlen benutzbar. E-Rollstuhlfahrer können nicht in den Speisewagen fahren, sie kommen nicht durch die Türen und Gänge.“

Vermisst hat Riha bei der heutigen Waggonbesichtigung auch Vertreter der neu geschaffenen Stabsstelle „Behinderung“ oder etwa „Bahntester“ Rodlauer. Der Generalsekretär zeigt sich darüber aber nicht wirklich verwundert, denn „die wären nicht in den Speisewagen hineingekommen!“

Hinweis: Der Rollstuhlfahrer im Bild (ÖAR-Generalsekretär Riha) fährt einen atypischen schmalen Rollstuhl mit einer unüblichen Breite von 58,5 cm!

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0 Kommentare

  • Ich vereise mit der ÖBB nicht gerne, weil es mir zu umständlich ist, darum fahre ich lieber mit dem PKW ist auch bequemer. Wenn man um Hilfe bitte ist es kein Zeichen von Schwäche, sondern Mut, Mut ist größer als Schwäche!!!!

  • Nun, ich weiss nicht, ob ich weniger selbstständig bin, nur weil ich jemanden um Hilfe bitte. Selbständigkeit hat ja nichts mit Hilfeannehmen zu tun. Und meines Erachtens ist Hilfe annehmen und um Hilfe bitten kein Zeichen von Schwäche. Aber wenn man es lieber vorzieht, sein Leben schwer zu machen, dann ist das absolut ok. Es gibt einfach Dinge, die wichtiger sind, als in der ÖBB nicht in den Speisewagen zu gelangen. Nicht auf Klo zu können oder keinen passenden Platz für den Rollstuhl zu finden, das fände ich eher störend.

  • Es ist recht nett, wenn man auf hilfsbereite Menschen stößt (mit und ohne Behinderung).
    Das heißt aber nicht, dass wir auf alle Rechte verzichten und uns nur auf nette Menschen verlassen sollten. Mir liegt als Rollifahrerin schon sehr daran, mich selbständig zu bewegen. Treff ich dann nette Leute, freut es mich recht …

  • Liebe Alexandra, selbstverständlich sind Einstiegshilfen, Behinderten-WC´s für Rollstuhlfahrer am notwendigsten, damit Rollis mit der Bahn fahren können – doch wenn Unsummen für einen Speisewagenumbau der ÖBB getätigt werden, erwarte ich mir schon, daß Rollis nicht diskriminiert werden und die Möglichkeit haben auch im Zug mit Freunden oder Familie etwas Trinken bzw. Essen zu können und nicht alleine im Abeil warten muß, bis mir jemand gnädigerweise etwas bringt …

  • Ich bin schon recht irritiert von diesen Statements. Und ehrlich gesagt schliesse ich mich der Meinung des Herrn oder Frau anonym an. Ich weiss nicht nicht, worums eigentlich geht? Gehts darum, dass Behinderte auch ohne Komplikationen mit der Bahn fahren können, oder dass sie im Speisewagen um viel Geld sich ein Mikrowellen-Happahappa gönnen können. Ich fahre sehr oft von Wien nach Nürnberg, aber an solche Grenzen bin ich noch nie gestossen. Sicherlich passe ich mit meinem Rolli in den Speisewagen, aber ich passe nicht zwischen diesen Sitzbänken durch, daher organisiere ich mir einen netten Kellner, der von meinem Platz aus meine Bestellung entgegen nimmt und ich innerhalb von 10 Minuten das gewünschte Essen habe. Ich bin bisher noch nicht verhungert, denn ich organisiere mir jemanden, der mir das Essen bringt. Es ist halt, wie Vieles im Leben – reine Organisiation. Ich finde es jedoch viel notwendiger, dass es rollstuhlgerechte WC im Zug gibt, da brauch ich keinen Speisewagen. Man kann ja auch das Jauserl am Bahnsteig kaufen oder sich von der Mama einpacken lassen. Manche Leute haben sehr viel Zeit um sich über Sachen aufzuregen, die das eigentlich nicht Wert sind. Ich wäre viel glücklicher, wenn es an jedem Bahnsteig einen Hebelift gäbe – mehr brauch ich nicht.

  • Zu anonym · 14. Feber 2005 09:45 Uhr: Warum sind Sie so neidisch? Den Mut Ihren Namen zu nennen haben Sie nicht!

  • Scheinbar feiern in manchen ÖBB-Gehirnen derzeit die k. u. k. Zeiten fröhliche Urständ und in diesem Zusammenhang auch die Denkweise bzw. das Verhalten der damaligen Zeit in der die Behinderten in den Häusern versteckt und nicht auf die Strasse gelassen worden sind.
    Gott sei Dank hat sich das mittlerweile geändert und die Behinderten sind mobil geworden; nur die Denkweise dieser ÖBB-Verantwortlichen hat offensichtlich mit der Entwicklung nicht Schritt gehalten. – Nur so kann ich es mir erklären, dass verstärkt Nostalgiewaggons eingesetzt werden, die erfolgreich die Mitfahrt von Rollstuhlfahrern verhindern, dass bei überregionalen Zügen rollstuhlgerechte Waggons nicht mehr mitgeführt werden (siehe Artikel der OÖN vom 12. 02. 05), dass man wider besseren Wissens neue Zugsgarnituren (Stichwort – Talent) anschafft, bei denen keine Barrierefreiheit gegeben ist, etc … Dass auch Dinosaurier einmal ausgestorben sind mag in diesem Zusammenhang nur ein schwacher Trost sein, denn meines Erachtens ist es höchst an der Zeit, dass sich jetzt etwas ändert. Ich bin es leid noch länger zu warten.
    Dass es nicht so sein müsste, beweisen einige engagierte ÖBB-Angehörige die das System schon unterwandert und sich in letzter Zeit beim Neubau und der Adaptierung von Bahnhöfen eine barrierefreie Ausführung bemüht haben. Aber was nützt mir der schönste Bahnhof, wenn, wie gesagt, der Verkehr zwischen den einzelnen Stationen mit ungeeigneten Mitteln bewerkstelligt wird.

  • Ich würde anonyme Eintragungen im Forum gleich gar nicht zulassen, jede/r soll zu seiner Meinung stehen, wenn er/sie etwas zu sagen hat oder sonst den Mund halten. Die Halbpreisvergünstigung bei den ÖBB finde ich übrigens zum momentanen Zeitpunkt für RollstuhlfahrerInnen und schwer gebehinderte Personen noch mehr als gerechtfertigt, gibt es ja nicht einmal auf den Hauptstrecken noch ein halbwegs ausreichendes Angebot, das mann/frau nutzen kann – von den Nebenstrecken rede ich hier noch nicht einmal! Das mit den zu engen Türen in die neuen Speisewägen ist eine Riesensauerei und darf den ÖBB nicht durchgehen – in Zeiten wie diesen, wo die Gleichstellung behinderter Menschen jeden Tag in den Medien und in aller Munde ist! Für ein umfassendes und ausnahmsloses Behindertengleichstellungsgesetz mit Sanktionen für IgnorantInnen, wie es die ÖBB welche sind!

  • Schade dass sich bei der ÖBB seit den 30 Jahren seit ich denken kann nicht viel geändert hat, in den 70gern Jahren fuhr der berüchtige Sonnenzug mit behinhderte Menschen durch Österrreich und in die angrenzenden Staaten, es war von den Organisationen
    gut gemeint, aber für die behinderten Menschen eine strapatztuor, wen man 4 Tage nur im Zug sitzt, und beim Fenster hinaus schaut, gegessen wurde in den Kabinen auf den Schoss, zur Toillette konnte man nur gehen, wenn der Zug in Bewegung war, und abends wurde ein Sack befestigt, in den Kabinen wurde zu sechst genächtigt, kastropfahl, und heute wird ein trara gemacht wenn man mit dem Rollstuhl nicht gleich in den Speisall kommt, ok die Zeiten haben sich geändert, aber es wird sicher noch mal 10 Jahre vergehen, dass die ÖBB behindertentauglch wird!

  • oje Herr(?)ANONYM – Sie durchschauen da offensichtlich nicht viel – diese „Vergünstigungen wegen Unzumutbarkeit“ stehen gehbehinderten Menschen deshalb zu, weil allein das Gehen schon so beschwerlich ist, alls dass sie in der Lage wären, die Öffis zu benützen – diese Vergünstigung bekommt man nicht, weil die ÖBB wieder einmal ihre Zugsgarnituren verplant hat – und noch eine dezente Frage: woher wissen Sie denn, dass „jeder Behinderte so heiß auf den Eintrag ist“? ich wage zu behaupten, dass Sie persönlich nicht einmal einen kleinen Bruchteil der Menschen kennen, über die Sie da Behauptungen aufstellen . . . und – wenn Sie Ihre Zeilen noch einmal lesen – fällt Ihnen der Hauch von aggressiver Dummheit auf, der sie umweht?

  • Komisch, da ist jeder Behinderte so heiß auf den Eintrag „Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel …“ um alle möglichen Vergünstigungen zu bekommen und dann regen sich auf, wenn sie ein öffentliches Verkehrsmittel nicht benützen können! Typisch, es gibt eben viele Behinderte, die gleicher behandelt werden möchten!