ÖGB: „Chancen Nutzen“-Büro setzt sich für Menschen mit Behinderung ein

Leitender Sekretär Dr. Richard Leutner bei 1. Fachmesse zur beruflichen Integration: "Behinderte Menschen dürfen nicht diskriminiert werden"

Behinderte Frau arbeitet im Restaurant
Integration:Österreich

Mehr als 80.000 Menschen in Österreich sind so genannte „begünstigte Behinderte“. Sie werden von Bundessozialamt, Arbeitsmarktservice und anderen Institutionen in besonderer Weise unterstützt. Trotzdem sind rund 30.000 Menschen dieser Personengruppe ohne Arbeit. Nur 65 Prozent aller Arbeitsplätze, die Betriebe behinderten Menschen zur Verfügung stellen müssten, sind wirklich besetzt. „Diese niedrige Beschäftigungsquote verdeutlicht, dass Menschen mit Behinderung nach wie vor diskriminiert werden“, stellte der Leitende Sekretär im ÖGB, Dr. Richard Leutner, in seinem Statement anlässlich der 1. Fachmesse zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung fest, die heute im Technischen Museum in Wien eröffnet wurde.

Der ÖGB setzt sich seit langer Zeit für die berufliche Integration und gegen die Beschneidung von Rechten behinderter Menschen ein. „Wir haben uns für die Abschaffung der Unfallrentenbesteuerung stark gemacht, die ab 2004 endgültig der Vergangenheit angehören soll. Zusätzlich fordern wir, dass die Unfallrentenbesteuerung auch für 2003 rückwirkend abgeschafft wird und die bezahlten Steuern zurückerstattet werden“, betonte Leutner.

ÖGB setzt sich aktiv für Menschen mit Behinderung ein
Da die berufliche Situation behinderter Menschen alles andere als erfreulich ist, hat der ÖGB im Herbst 2002 das „Chancen Nutzen“-Büro eingerichtet, das sich aktiv für die Verbesserung der Arbeitsmarktsituation der Menschen mit Behinderung in Österreich einsetzt. Die Initiative ist Teil des EU-geförderten Equal-Projekts Sensi_TEC. Mit „Chancen nutzen“ geht der ÖGB aktiv auf Unternehmen zu und berät sie, wie sie von den Stärken von ArbeitnehmerInnen mit Behinderung profitieren können und deren Fähigkeiten entsprechend im Betrieb einsetzen können.

Hier setzt auch das von der Industriellenvereinigung initiierte Projekt der best-practice-Website an, in das sich der ÖGB eingebracht hat und das er sowohl finanziell, als auch mit eigenem Know-how unterstützt. Diese Internetplattform zu Problemlösungserfahrungen bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung stellt die Integrationsmöglichkeiten von Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen in die Arbeitswelt dar.

ArbeitnehmerInnen, Unternehmer, UnternehmensberaterInnen, Bau- und ArbeitsplatzplanerInnen sowie BetriebsrätInnen und alle anderen Interessierten können sich unter www.arbeitundbehinderung.at gezielt informieren und Anregungen für weitere Eigeninitiativen mitnehmen. Gemeinsam haben ArbeitnehmerInnen- und Arbeitgeberorganisationen damit einen nachhaltigen Beitrag zur Erleichterung der beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung geschaffen.

Integration bedeutet ein „Miteinander“
Im Jahr 2003, dem europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung, hat sich einiges bewegt. Um Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung zu erreichen, gibt es EU-weit und auch in Österreich selbst viele Initiativen. „Arbeiten wir gemeinsam daran, dass das Interesse an diesem gesellschaftlichen Anliegen auch künftig erhalten bleibt.

Integration und Chancengleichheit bedeuten ein gleichwertiges Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Das bedarf großer Offenheit für Informationen und Auseinandersetzung mit diesem Thema – und zwar nicht nur im europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung“, so Leutner abschließend.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.