ORF-Greinecker-Preis für Zivilcourage 2011

Auszeichnungen für Hilfswerk-Austria-International-Gf. Heidi Burkhart, Journalist Manfred Fischer und Pfarrer Hermann Glettler

Preisverleihung ORF-Greinecker-Preis 2011
ORF/Leitner

Mit dem „Greinecker-Preis für Zivilcourage“ hat der ORF gestern, am Dienstag, dem 14. Juni 2011, drei Persönlichkeiten für deren zivilgesellschaftliches Engagement geehrt: Dr. Heidi Burkhart, Geschäftsführerin von Hilfswerk Austria International, für ihre Verdienste in der Entwicklungszusammenarbeit, Pfarrer Mag. Hermann Glettler von der Pfarre Graz-St. Andrä für bewusst gelebte, multikulturelle Gastfreundschaft sowie Mag. Manfred Fischer, der seit vielen Jahren als Journalist die Interessen gehandicapter Menschen vertritt.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz übermittelte seine Glückwünsche und betonte: „Als Rundfunk der Gesellschaft ist der ORF auch Fürsprecher und Motor einer starken Zivilgesellschaft, die für Schwächere eintritt und integrativ wirkt. Deshalb ist die Auszeichnung von gesellschaftsverbindenden Projekten mit dem ‚Greinecker-Preis für Zivilcourage‘ dem ORF ein großes Anliegen und zeigt, dass der ORF auch über seine Programme hinaus für soziales Engagement einsteht und damit klaren Mehrwert liefert. Ich gratuliere der Preisträgerin und den Preisträgern zu ihren nun ausgezeichneten unschätzbaren Leistungen an der Gemeinschaft und garantiere, dass der ORF auch weiterhin ein verlässlicher Partner für gelebte Solidarität bleibt.“

„Die wirkliche Auszeichnung besteht in der Würdigung des gesellschaftlichen Engagements, die dieser Preis ausdrücken soll“, sagte Sissy Mayerhoffer, Leiterin des ORF-Humanitarian Broadcasting, die gestern – gemeinsam mit ORF-Stiftungs- und -Publikumsrat Professor Gerhard Tötschinger und dem stellvertretenden Leiter der ORF-Rechtsabteilung, Dr. Josef Lusser – die diesjährigen Ehrungen im ORF-Zentrum vornahm.

Pfarrer Hermann Glettler – Migration als Chance in der Vielfalt

Pfarrer Hermann Glettler und sein Team öffnen nicht nur die Tür, sondern auch ihr Herz für die vielen Anliegen ihrer Gemeinde im Multi-Kulti-Bezirk. Im Bezirk Gries, in der Pfarre St. Andrä, sind Menschen aus aller Welt willkommen. Seit Jahrzehnten gibt es in der Pfarrcaritas Hilfe für Menschen aus dem Stadtteil – unabhängig von ihrer kulturellen oder religiösen Zugehörigkeit.

Laudator Josef Lusser betonte in seiner Lobrede: „Vielfalt heißt Herausforderung, aber auch Chance! Dem ORF ist es ebenfalls ein Anliegen, zu zeigen, dass Migration auch Chance in der Vielfalt heißt. Die Beweggründe der Jury, Pfarrer Glettler und sein Engagement auszuzeichnen, liegen in diesem guten Verständnis von Migration, das von ihm und seiner Pfarre beispielhaft ungesetzt wird: durch gelebtes Miteinander als Antwort auf die Vielfalt.“

Pfarrer Glettler wollte auch in seinen Dankesworten „keine Sonntagsrede“ halten, sondern unterstrich die Notwendigkeit der Integration: „Migration wird in den nächsten Jahrzehnten mehr als nur ein Thema sein und wir werden uns positive Strategien ausdenken müssen. Europa darf an seiner Grenze keine Mauern aufbauen. Niemand verlässt ohne triftige Gründe sein Heimatland. Ich möchte mitwirken an einer Gesellschaft, die das Andersartige, die Asylsuchende nicht als Gefährdung betrachtet.“

Die Sendung „Sommerzeit“ am Dienstag, dem 21. Juni, um 17.40 Uhr in ORF 2 zeigt in einem Beitrag ein von Thomas Nemeth gestaltetes Kurzporträt von Pfarrer Hermann Glettler.

Manfred Fischer – Mitten im Leben und nicht daneben

Mag. Manfred Fischer lebt heute als freier Journalist mit seiner Frau und den beiden Söhnen im oberösterreichischen Innviertel. Er kennt das Leben aus der sitzenden wie aus der stehenden Perspektive, denn aufgrund einer schleichenden neurologischen Erkrankung benutzt er seit 2001 einen Rollstuhl, der seine Mobilität gewährleistet.

Da Sprache nicht nur Bilder erzeugt, sondern auch Haltungen und Sichtweisen transportiert und beeinflusst, setzt sich Fischer seit Jahren für einen nicht diskriminierenden Gebrauch der Sprache ein und ist auch aktiv in der österreichischen Behindertenbewegung, dem „Österreichischen Zivil-Invalidenverband“ (ÖZIV). Fischer: „Behinderte Menschen wissen ganz genau, was sie wollen und was sie brauchen. Mir geht es darum, dass das auch in den Medien so dargestellt wird.“

Laudator Gerhard Tötschinger erinnerte ebenfalls daran, „dass gut gemeint nicht immer gut getan ist“ und dass im Umgang mit Menschen mit Behinderung respektvolles Verhalten und nicht aufgezwungene Hilfeleistung gefordert sei. Tötschinger: „Manfred Fischer erhält den ‚ORF-Greinecker-Preis für Zivilcourage‘ nicht als Aktivist, sondern als Journalist, der sehr aktiv ist. Und das ist gut so. Für den Journalismus, für Menschen mit und Menschen ohne Behinderung.“

Ein Kurzporträt von Manfred Fischer wird am Mittwoch, dem 22. Juni, in der Sendung „Sommerzeit“ um 17.40 Uhr in ORF 2 zu sehen sein.

Heidi Burkhart – Weltweite Hilfe als Programm

Mit Dr. Heidi Burkhart steht eine Frau als Geschäftsführerin an der Spitze von Hilfswerk Austria International (HWA), einer der größten österreichischen Trägerorganisationen für Entwicklungszusammenarbeit und Osthilfe.

Laudatorin Sissy Mayerhoffer würdigte Burkharts weit über ihren beruflichen Einsatz hinausgehendes Engagement: „Wo immer es die Situation erfordert, Heidi Burkhart ist schnell zur Stelle und dort, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird. Trotzdem gibt es bei ihr keine Mailbox, keinen Abwesenheitsassistenten – sie ist immer erreichbar, auch wenn sie von einem Katastrophengebiet zum anderen eilt. Mit professionellem Projetmanagement und Menschlichkeit stellt sie nie sich selbst, sondern immer ihre Botschaft und die humanitäre Hilfeleistung in den Vordergrund.“

Dr. Heidi Burkhart – die übrigens ein Konzertdiplom für Violine besitzt und selber einige Jahre konzertierte – engagiert sich bereits seit mehr als 30 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit. In ihrer Danksagung fehlte die Welt der Musik daher nicht zur Gänze: Burkhart: „Ich nehme diesen Preis sehr gerne entgegen, aber nicht für mich alleine, denn hinter mir steht und spielt ein ganzes Orchester – und nur im Konzert mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Hilfswerk Austria International konnten wir bisher rund 75 Projekte in 30 Ländern auf vier Kontinenten umsetzen.“

Ein Kurzporträt von Heidi Burkhart ist am Freitag, dem 24. Juni, in der Sendung „Sommerzeit“, um 17.40 Uhr in ORF 2 zu sehen. Darüber hinaus berichtet die „Orientierung“, am Sonntag, dem 19. Juni, um 12.30 Uhr in ORF 2 über die diesjährige Preisverleihung und die Preisträger.

Der „ORF-Greinecker-Preis für Zivilcourage 2011“ ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert und wird zu gleichen Teilen auf die Preisträger/innen aufgeteilt.

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0 Kommentare

  • Mit Dir hat der Richtige den Preis verliehen bekommen! Herzliche Gratulation und mach´ weiter so.