Peer Counseling – Beratung von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung

Diplomarbeit verfasst von Claudia Unterberger in Kooperation mit dem Verein BIZEPS

BIZEPS
BIZEPS

Peer Counseling ist eine Beratungsmethode von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung. Dabei werden Erfahrungen und Informationen unter ähnlich Betroffenen weitergegeben. Das Kennzeichnende dabei ist, dass sich die ratsuchenden Personen ihre Lösungen selbst erarbeiten.

Die Ausgangssituation dieser Diplomarbeit besteht darin, Menschen mit Behinderung als ExpertInnen in eigener Sache zu sehen und den Beratungsprozess des Peer Counselings aus den unterschiedlichen Perspektiven der BeraterInnen und der KundInnen zu durchleuchten. (Diplomarbeit verfasst von Claudia Unterberger in Kooperation mit dem Verein BIZEPS)

Dabei ist besonders von Interesse, welche Besonderheiten Peer Counseling als Beratungsprozess bietet und worin sich Peer Counseling von anderen Beratungsmethoden unterscheidet.

Methodische Vorgehensweise

Methodisch ist dieser Beratungsprozess noch wenig erforscht. Deshalb war ein Ziel dieser Diplomarbeit, anhand des Vereins BIZEPS, einen Einblick darüber zu geben, wie sie in Österreich angewendet wird. Dazu wurde eine Einzelfallstudie zur Gewinnung von Daten durchgeführt. Es wurden vier KundInnen und vier BeraterInnen interviewt. Victoria und William Bruckner sind seit den Anfängen Teil der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung.

Mit diesen ExpertInnen aus den USA wurde ein Interview geführt. Weiters wurde eine Beobachtung einer Beratungssituation bei BIZEPS durchgeführt, um einen noch näheren Einblick in den Beratungsprozess zu erhalten.

Ergebnisse

Anhand der Untersuchung konnte festgestellt werden, dass die folgenden Kriterien wesentlich sind: gemeinsame Erfahrungen, Möglichkeiten aufzeigen und Wohlbefinden. Aus den Ergebnissen der KundInnen lässt sich erkennen, dass eine gemeinsame Basis, menschlich wahrgenommen zu werden und keine Lösungen aufgedrängt zu bekommen wichtige Aspekte sind.

Das Ergebnis der Untersuchung ist, dass dem Peer Beratungsprozess eine große Bedeutung beigemessen wird. Vorwiegend zeichnet das Peer Counseling sich durch seine individuelle Handhabung, durch Austausch ähnlicher Erfahrungen bzw. Situationen und durch den Rückgriff auf Erfahrungen aus. Weiters ist ein wesentlicher Aspekt des Beratungsprozesses, dass keine hierarchischen Strukturen vorherrschen, und die KundInnen den Verlauf des Beratungsprozesses selbst bestimmen können.

Negative Beratungserfahrungen wurden sowohl von den KundInnen als auch von den BeraterInnen bei Inanspruchnahme von Beratungsmethoden, die von Menschen ohne Behinderungen durchgeführt wurden, erlebt, denn Menschen ohne Behinderung fehlt oftmals das Verständnis für die Behinderung.

Nach Meinung der KundInnen kann dies bis hin zu einer Fremdbestimmung führen. Obwohl auch die BeraterInnen großteils schlechte Erfahrungen mit Beratungen von Menschen ohne Behinderung gemacht haben, war dies für die Hälfte der BeraterInnen nicht der ausschlaggebende Grund als Peer BeraterInnen tätig zu werden.

Daraus wird ersichtlich, dass die herkömmlichen Beratungen, die von Menschen ohne Behinderung durchgeführt wurden, oftmals nicht den Ansprüchen der Menschen mit Behinderung genügen, da das Verständnis für die Beeinträchtigung und die Hintergründe, die damit verbunden sind, fehlen.

Anhand der Untersuchung konnte ersichtlich gemacht werden, dass das Peer-Sein oder der Peer-Effekt, wie ihn Rösch (1995) in seiner Diplomarbeit beschreibt, (vgl. Rösch 1995, S. 57) für die KundInnen von BIZEPS keine Bedeutung hat. Keine/r der vier KundInnen konnte etwas mit diesem Begriff anfangen, jedoch hatten die KundInnen auch schon Probleme beim Verstehen des Begriffs Peer Counseling an sich. Zwei KundInnen war dieser Begriff völlig unbekannt.

Resümee

Generell kann aufgrund der Ergebnisse gesagt werden, dass Menschen mit Behinderung relativ unzufrieden mit Beratungen sind, die von Menschen ohne Behinderung angeboten werden. Der Erfolg des innovativen Peer Counseling-Ansatzes liegt in der Umgehung dieser Problematik, indem Menschen mit ähnlichem Hintergrund die Beratung durchführen.

Weiters zeigt sich der Erfolg dieser Methode daran, dass drei von vier KundInnen diese Form der Beratung jederzeit wieder in Anspruch nehmen würden. Für die KundInnen ist Peer Counseling dennoch eine sehr bedeutungsvolle und geschätzte Beratungsmethode. Es lässt sich anhand der Ergebnisse ersichtlich machen, dass die BeraterInnen ihre Arbeit mit sehr großem persönlichen Einsatz und Engagement leisten.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • Es ist in der Tat wichtig, daß sich der britische Adel („peer“) gegenseitig berät. Beratung durch Gleichaltrige bzw. Menschen in der gleichen Situation („peer“) kann auch sinnvoll sein.

  • … na klar … sonst hat sie ja wohl wieder mal kein RECHT über diese Dinge zu schreiben, oder?! hört der Quatsch irgendwann wieder mal auf??!

  • Für mich stellt sich nun eine. Hat die Verfasserin der Diplomarbeit eine Behinderung?