Petition zur Eugenischen Indikation

Die Diskussion geht weiter.

Parlament
BIZEPS

Nachdem der Behindertensprecher der ÖVP, Dr. Franz-Joseph Huainigg, am 4. Februar 2004 eine Petition zur Streichung der eugenischen Indikation im Parlament eingebracht hatte, meldete er sich auch im Standard vom 8. März 2004 zu Wort: Die pränatale Rasterfahndung nach behindertem Leben und der gesetzlich sanktionierte Freibrief, „verdächtige“ Föten bis unmittelbar vor der Geburt abtreiben zu dürfen, erkennt Huainigg als „unerträgliche Diskriminierung behinderter Menschen“.

Die gültige Gesetzeslage sieht ja vor, dass die sogenannte Drei-Monats-Frist bei einer diagnostizierten Behinderung des Fötus nicht gilt – ein behindertes Kind darf also bis zum neunten Schwangerschaftsmonat abgetrieben werden.

Interessensvertretungen behinderter Menschen kämpfen seit Jahren dafür, dass diese schwere Diskriminierung behinderten Lebens aus dem § 97 des österreichischen Strafgesetzbuches eliminiert wird. Leider sind gerade die Fronten zur Frauenbewegung mittlerweile derart verhärtet, dass jegliche Diskussion über eine Abänderung des § 97 StGB als Versuch, die Fristenregelung umstoßen oder gar abschaffen zu wollen, diskreditiert wird.

Sollte es aber tatsächlich einmal ernst werden in diesem Land mit einem umfassenden Gesetz, das die Gleichstellung behinderter Menschen in allen Lebensbereichen regelt, so wird letztlich niemand an einer Diskussion über die sogenannte Eugenische Indikation vorbeikommen.

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0 Kommentare

  • Gibt es Beispiele von Frauen und ihren Kindern, denen man eine Abtreibung dringend nahegelegt hat, und die sich anders entschieden haben? Wie sehen das Kind und Angehörige heute?

  • Bitte bleibt bei der Diskussion. Wehrt euch !
    Es geht um die ungeborenen Kinder, die leben wollen. Diese Karriereemanzen sollten sich einmal in die Lage eines dieser Kinder versetzen.

  • Daß die Verwendung des Vokabel „Eugenik“ von einer nationalsozialistischen Terminologie herrührt und aufgrund dessen auch mit demselben Fischer assoziiert werden kann, ist klar. Leute die nie für Ihre historischen Fehler vor Gericht gestellt wurden, nämiich Massenmord, haben sich wohl auch in der NAchkriegszeit für solche Gesetze stark gemacht und so kommt es, daß eine Bewegung konzipiert werden muß, nächtelang gearbeitet, jahrelang studiert werden muß, bis ein Petition „auf den Beinen steht“ – das ist absurd.
    Ich unterschreibe hiermit die Petition. Sybille Amber

  • „Kindsmord war oft der letzte Auseg“ wurde unten in einem Beitrag geschrieben. Ja, dem kann man gar nichts entgegensetzen, das war und ist zweifellos heute auch noch so, und auch heute dürfte es so sein, dass so ein Schritt einer Frau überhaupt nicht leicht fällt. Darum haben wir satten Mitteleuropäerinnen auch die Möglichkeit, andere Schritte
    und Wege zu diskutieren.
    Denn, genau so wie es damals oder außerhalb von Mitteleuropa den Frauen nicht leicht gefallen ist, und nicht leicht fällt, ihre Kinder zu töten, so ist es heute eine
    Extrembelastung für Frauen, zu entscheiden, ob sie ihr sieben Monate altes Kind
    bekommen oder abtreiben lassen sollen, wobei abtreiben bedeutet, das Kind mit einer
    Spritze im Mutterleib zu töten.

    Anschließend wird die Geburt eingeleitet und der tote Fötus wird auf die Welt gebracht.
    Sind wir da überhaupt weiter als bei uns in früheren Zeiten oder in anderen Ländern?
    Darum finde ich diese Disskussion auch im Interesse der Frauen wichtig.
    Es geht darum, dass die Gesellschaft für behindertes Leben Verantwortung übermimmt und
    Frauen bzw Partner nicht allein mit dieser an sich nicht zu treffenden Entscheidung lässt.
    Es geht mir nicht um irgendwelche Dogmen. Ich denke, dass die heutige Gesetzeslage keines Falls eine gute Lösung für Frauen ist, sie sugeriert nur scheinbar eine Situation, in der freie Wahl besteht und zwar deshalb, weil die Entscheidung
    für oder gegen das Austragen des Kindes meist unter großem Zeitdruck, Angst, Stress und
    auf Grund der Diagnose der wahrscheinlichen Behinderung in einer Krise fällt.
    Dass solche Voraussetzungen für das Treffen eine Entscheidung dieser Tragweite äußerst schlecht sind, wird jeder Psychologe bestätigen. Wenn tatsächlich ein behinderter Fötus vorhanden ist, und die Behinderung möglicher Weise erst kurz vor der Geburt entdeckt wird, bedeutet eine Entscheidung, wie immer sie ausfallen mag, eine enomre Belastung für dir Frau.
    Genau vor dieser Entscheidung zieht sich die Gesellschaft jedoch zurück. Das könnte/sollte sich durch die Diskussion ändern.

  • Antwort auf den Beitrag der Mörderin: Es geht bei der Diskussion nicht darum, Frauen das Recht abzusprechen, selbst zu entscheiden, ein Kind auszutragen oder nicht, sondern es geht darum, behinderte Kinder bis zum Tag der Geburt straffrei töten lassen zu können. Wird innerhalb der Fristenlösung die Entscheidung gegen das ungeborene Kind getroffen, ist das Lebensrecht des behinderten Kindes das gleiche wie für nichtbehinderte Kinder und daher keine Diskriminierung behinderter Menschen. Gerade dieser Diskussion sollen und müssen wir uns immer wieder stellen.

  • Diese sogenannte Diskussion (in Wahrheit Dogmatik: every sperm is sacred. Monty Pythons!) kennt frau doch: wenn eine schwanger ist, hat sie das Kind auszutragen, und wenn es behindert ist, muss sie sich halt drum kümmern, egal wie stark sie das überfordert, und wie sehr es die Chancen für weitere (gesunde) Kinder mindert. In früheren Zeiten hatten Frauen selbstverständlich das Recht, offensichtlich kranke Babies nicht aufzuziehen. Kindesmord war oft der letzte Ausweg, der sicherlich keiner Frau leicht gefallen ist. Was glauben Sie denn, was in den Kriegsgebieten heutzutage passiert, auch mit gesunden (Vergewaltigungs-)Kindern??? Die Menschheit stirbt schon nicht aus, und sollte eher forschen ,warum heutzutage soviele Menschen behindert, krank oder psychisch instabil sind. Wir satten MitteleuropäerInnen könen uns solche Luxusdiskussionen leisten, und uns als „moralisch hochwertig“ vorkommen. Echte Nächstenliebe schaut anders aus.

  • Solange unsere Gesellschaft nicht anfängt umzudenken in Richtung „Wir sind nur so stark, wie wir unsere Schwächsten stärken können“ wird sich in punkto Gleichstellung nicht viel ändern!D ie Verlogenheit unerer Gesellschaft spiegelt sich im Slogan „Ist da jemand – die Dunkelheit siegt!“

  • Wo kann ich die Petition unterschreiben?