Pflegegeld muss Geldleistung bleiben!

Huainigg: Aus Hesoun's Meilenstein darf kein Grabstein werden!

Franz-Joseph Huainigg
Christian Müller

Anlässlich der aktuellen Diskussion rund um die Erhaltung des Pflegegeldes als Geldleistung stellt der ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung, Dr. Franz-Joseph Huainigg, fest: „Eine sukzessive Umwandlung des Pflegegeldes in Sachleistungen, wie es die Volkshilfe verlangt, kommt für die ÖVP nicht in Frage.

Die ÖVP hat sich schon bei der Schaffung des Pflegegeldes aus gutem Grund für ein Geldleistungssystem entschieden. Nur so können pflegebedürftige Menschen wählen, von wem sie gepflegt werden möchten. Ebenfalls trägt das Pflegegeld wesentlich zur Unterstützung pflegender Angehöriger bei. Zusätzliche Sachleistungen in Form von einem Ausbau der Pflegedienste werden jedoch erforderlich sein, um ein funktionierendes Pflegesystem sicher zu stellen“, stellt Huainigg fest und meint weiter: „Das Pflegegeld, das der ehemalige sozialdemokratische Sozialminister Josef Hesoun bei der Gründung 1993 als Meilenstein bezeichnete, würde mit dieser geforderten Umwandlung sukzessive zu einem Grabstein verfallen“.

„Das Pflegegeld durch Sachleistungen zu ersetzen greift zu kurz und wäre ein Rückschritt. Das bestehende System unterstützt die Entscheidungsfreiheit der Betroffenen. Sie sollen selbst bestimmen können, durch wen und in welcher Form die erforderlichen Pflegeleistungen erbracht werden. Ein Sachleistungssystem ist unflexibel und würde die Angehörigen, von denen rund 80 Prozent aller Pflegeleistungen erbracht werden, im Regen stehen lassen.

Auch muss berücksichtigt werden, dass das Pflegegeld eine Zuschussleistung darstellt und keineswegs bedarfsgerecht ist. Die Umwandlung in ein Sachleistungssystem ist daher erheblich teurer und angesichts von 400.000 pflegebedürftigen Menschen in der vorgeschlagenen Form wohl unfinanzierbar. Die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen würde zudem erheblich beschnitten“.

Es sei aufgrund der demographischen Entwicklung wichtig, das System an die künftigen Herausforderungen anzupassen. 90 Prozent der Menschen wollen im Falle der Pflegebedürftigkeit im Familienverband betreut werden. Weitere Verbesserungen für pflegende Angehörige im Bereich der mobilen Dienste sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung seien daher dringend erforderlich.

Es müssen optimale Bedingungen geschaffen werden, um die Pflege in der Familie zu erleichtern. Pflegenden Angehörigen müsse die Scheu genommen werden, bei Bedarf professionelle Hilfe und Beratung in Anspruch zu nehmen. „Eine generelle Verpflichtung, Pflegeleistungen ausschließlich bei bestimmten Einrichtungen oder Pflegezentren einkaufen zu müssen, wozu man durch die Abschaffung des Pflegegeldes gezwungen wäre, lehne ich im Sinne der Qualitätssicherung ab“, so Huainigg.

Behinderte Menschen im erwerbsfähigen Alter oder behinderte Jugendliche und Kinder stellen ganz andere Anforderungen an das Pflegesystem. Bei dieser Personengruppe stehen persönliche Assistenzleistungen im Vordergrund.

„Bei ihnen ist eine besondere Flexibilität in der Unterstützung nötig, wie sie das System der persönlichen Assistenz bietet. Es sollte hier dringend über ein bundesweit einheitliches System der persönlichen Assistenz nachgedacht werden, wie es im aktuellen Regierungsprogramm als Zielsetzung festgelegt worden ist“, fordert Huainigg abschließend.

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0 Kommentare

  • Die Organisationen wie Caritas ,… sollten sich, wenn sie im Bereich Pflege in Anspruch genommen werden wollen, viele NEUE Dinge überlegen.Z.B: Kein Einziger Familienhelfer oder Mitarbeiter der Volkshilfe kommt an den Feiertagen und unterstützt pflegende Angehörige zum Beispiel über Weihnachten oder an anderen Feiertagen. Solange man keine Organistion findet, die an Sonntagen ein pflegebedürftiges Kind betreut, (noch dazu leistbar) ist man als pflegender Angehöriger nach wie vor alleingelassen. Geistig behinderte Menschen sind meiner Meinung nach sowieso noch immer zu niedrig eingestuft.Da hilft die Tatsache, dass die Betroffenen gehen können leider wenig, wenn sie nicht „wissen“ was sie alles anstellen.Mir erzählt niemand etwas, auch nicht die scheinbar „oberg`scheiten“ Sachverständigen, sollten sie mal 14 Tage so einen Alltag verbringen :nämlich ,keine Zeit zu haben im Laufe des Tages duschen gehen zu können, oder auf`s Klo gehen-ohne den zu Pflegenden mitzunehmen(weil man ja nicht weiß, ob diese in der Zwischenzeit wieder den Fernseher runterschmeißt,..)geschweige denn nicht zu wissen, wie man heute wieder mal ein Mittagessen „zaubern“ soll,weil man den Geistig Behinderten Angehörigen schließlich und endlich nicht erklären kann, dass er jetzt „brav“ sein soll und nichts anstellen soll, in der Zeit wo man für ihn kocht.Die Einstufung vom Pflegegeld berücksichtigt ja all dies nicht, EGAL OB MAN DEN NORMALEN ALLTAG NICHT MEHR SCHAFFT NEBEN DER STÄNDIGEN BEAUFSICHTIGUNG EINES GEISTIG BEHINDERTEN. Die Betreuer von Volkshilfe,… erklären dir als Mutter schon gleich mal: Wenn ich da bin, ich kann aber unmöglich neben diesem Kind kochen, putzen oder waschen. Tatsache ist, dass man als Angehöriger in der Zeit, wo solche mobile Dienste da sind, die Hausarbeit machen muss, die man sonst nicht schafft.z.B.Aufwischen,…Kein Mensch ist so ein Wunderwuzzi und schafft das Alleine. Diese Sachen gehören auch berücksichtigt für die Zukunft! Viel gibt es in diesem Bereich

  • ich kann mir schon vorstellen, dass die Hilfseinrichtungen dies befürworten, aber dann soll sich die Politik informieren, was dies an Mehrkosten bedeutet!!! Für 50 Stunden Pflegebedarf bekommt man ca. 150€ das sind 3€ pro Stunde, was wird es dem Steuerzanler dann kosten, oder will die Volkshilfe für 3€/Stunde diese Leistung erbringen
    Vermutlich müßte es dann auch in Östrerreich die 1€ Jobs geben.