Rasinger/Huainigg: Thema Fortpflanzungsmedizin bedarf umfassender parlamentarischer Vorbereitung

ÖVP-Gesundheits- und Behindertensprecher sehen in Argumenten der Bioethikkommission Grundlagen, die jedoch weiterer Diskussion bedürfen? Parlamentarische Enqueten und Gesamtsicht notwendig

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Die heute präsentierten Ausarbeitungen der Bioethik-Kommission zum Thema Fortpflanzungsmedizin sind sehr umfangreich und legen verschiedenste Argumente vor, die erst genau studiert werden müssen.

Die Kommission ist uneins

Mit unveränderter Mehrheitsposition plädiert die Bioethikkommission beim BKA, wie bereits in ihrer Stellungnahme 2004, für eine weitgehende Liberalisierung der Rechtslage zur Fortpflanzungsmedizin. In einem zweiten Votum zeigt ein Teil der Kommission die ethischen Implikationen eines solchen Schrittes auf.

„Vorschnelle politische Festlegungen oder Schlussfolgerungen sind daher nicht seriös, vor allem dort nicht, wo es um die Würde des Menschen geht“, sagen ÖVP-Behindertensprecher Franz Joseph Huainigg und ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger heute in einer ersten gemeinsamen Reaktion auf die Pressekonferenz der Bioethikkommission.

Im gesamten Biomedizinischen Kontext gäbe es zahlreiche wichtige ethische Themen wie etwa Kind-als-Schaden, Leihmutterschaft, Stammzellen-/Embryonenforschung, Hospiz- und Palliativversorgung und die Ratifizierung der Biomedizin-Konvention, die umfassend und gesamthaft betrachtet werden müssen.

„Medizin-ethische Grundsatzentscheidungen sollen nur nach breiter parlamentarischer und gesellschaftlicher Diskussion getroffen werden. Die Bioethik-Kommission hat dazu einen relevanten Beitrag geleistet. Wir streben zur Vertiefung und Verbreiterung der Diskussion die Abhaltung parlamentarischer Enqueten an, in die nicht nur Experten sondern auch betroffene Gruppen mit eingebunden werden sollten“, so Rasinger. Diese Enqueten sollen ebenfalls noch in diesem Arbeitsjahr stattfinden, insbesondere zur

  • Ratifizierung der Bio-Medizin-Konvention
  • Fortpflanzungsmedizin
  • Hospiz- und Palliativversorgung.

„Im Vordergrund der Diskussion muss vor allem der Schutz des Lebens stehen. Man muss den Menschen klar machen, dass Behinderung nicht immer Leid, Schmerz und Tristesse bedeutet. Ein behindertes Leben ist kein Schadensfall sondern eine Bereicherung der Gesellschaft“, betont der ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung Huainigg.

„So sensible und wichtige Themen brauchen vor der politischen Entscheidung eine umfassende Behandlung und Diskussion. Grundsätzlich ist der ethische Diskurs mit besonderem Bedacht zu führen, bei der auf eine Gleichstellung von behinderten und nicht-behinderten Menschen zu achten ist. Ein Argument zählt ja nicht mehr, wenn es von einer größeren Zahl von Personen vertreten wird“, schließt Huainigg.

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0 Kommentare

  • Zumal die fehleranfällige Maschine Mensch bereits durch Besseres ersetzt werden kann, wäre überhaupt einmal zu prüfen, was diesen „Schrott“ berechtigt, über Dinge wie Ethik nachdenken und Schlüsse ziehen zu dürfen.
    Angesichts massenhaften Blutes und Elendes aus solchen „Anstrengungen“ heraus, wäre es vernünftiger diese Entscheidungen Berg-Gorillas zu übertragen.

  • (Fortsetzung meines Kommentars von 17:05 )

    Daher finde ich, dass eine Ethikkommission sich zugetrauen müsste zu versuchen gründlich herauszuarbeiten wie sich verschiedene familiäre Konstellationen auf das Wohl, das Wesen, das Lebensgefühl, die Interessen der Kinder in ihren verschiedenen Lebensphasen auswirken. Insbesondere müsste sie – anhand der besten erzieherischen, kinderrechtlichen und moralischen Prinzipien die sie kennt – versuchen herauszuarbeiten ob und welche Vorteile sich für ein Kind durch die Mutter-Vater-Kind Beziehungenskonstellation ergeben, insbesondere im Hinblick auf die gelebte Beziehung zum Vater. Dafür könnte sie auch verschiedene Fachleute zur Mitarbeit einladen (Pädagogen, Psychologen, Kinderärtzte ua) die sich entsprechend ihres jeweiligen Zuganges zur Kindesentwicklung Anregungen geben könnten.
    Dass aber durch die Argumentation der Mehrheit der Kommissionsmitglieder Kinder vorallem als Objekte psychologischer Studien betrachtet werden und Kinderinteressen nur aus dem Blickwinkel eines psychologischen Kindeswohlverständnisses betrachtet werden ist meines Erachtens völlig inakzeptabel. Damit wird Verantwortung abgeschoben, und, wenn die Psychologie mit der bei den von der Kommission selektierten Studien angewandten Methodik (vorallem standardisierte Fragebogentests und Selbstevaluierung, gründliche tiefenpsychologische Untersuchungen fehlen bislang, und leider wird auch aus Studien zitiert die wegen Mängel in der Kritik stehen) nicht in der Lage ist, psychologische Schäden oder Probleme bei Kindern die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufwachsen festzustellen, kann das Thema Kinderinteressen bequem abgehackt werden

  • Eine Mehrheit de Mitglieder der Bioethikkommission hat heute ihre Empfehlung fortpflanzungmedizinische Unterstützung für Alleinstehende und lesbische Paare zu ermöglichen bekräftigt.

    Ein Denkfehler scheint aber die Argumentation der Mehrheit der Kommissionsmitglieder in Bezug auf dieser Empfehlung zu bestimmen.
    Sie geht davon aus, dass es ausreicht die Kinderinteressen dahingehend zu würdigen, indem sie versucht mit hinweisen auf empirischen Studien auszuschliessen, dass die Entbehrung der Vaterbeziehung psychologisch messbare Nachteile für das Kindeswohl verursacht.

    Eine Entbehrung verursacht nicht zwingend einen ungewöhnlichen Ausschlag auf einer Skala eines standardisierten psychologen Tests.

    Und es darf anhand der zitierten Studien nicht automatisch darauf geschlossen werden, dass die gelebte Beziehung zum Vater dem Kind keine bedeutende Vorteile bringt.