Rehacare International 2008 – ein Rückblick

800 Aussteller aus 35 Ländern stellten auf der 19. Rehacare in Düsseldorf in sechs Messehallen Angebote für Menschen mit Behinderung für alle Lebensbereiche vor. Rund 50.000 Besucher kamen dieses Jahr zur Reharcare 08.

Aron Fotheringham beim Salto im Rollstuhl
Joppich, Ing. Martin

Das Angebot reichte von Mobilitäts- und Alltagshilfen über Hilfsmittel für ambulante oder stationäre Pflege, Kommunikationstechnik und barrierefreie Wohnwelten bis zu Ideen für Freizeit, Reise und Sport.

Roboterarme helfen Menschen mit Lähmungserkrankungen beim Essen. Eine Zauberflöte lässt sich auch ohne Hände spielen. Ruud van der Wel entwickelte die Magic Flute mit der Kinder leicht Musik spielen können. Das ursprünglich für Atemtherapie entwickelte Gerät reagiert auf Atemstärke und auf den Winkel des Mundstück.

Rollstühle werden immer leichter und bedienungsfreundlicher, sind durchgestylt in Form und Farbe, ob als Mobilitätshilfe oder als Sportgerät. Autos werden jeder noch so starken Behinderung angepasst, ebenso wie Computermäuse und Tastaturen. Sprachgesteuerte Fernbedienungen öffnen und schließen Fenster, Türen und Rollläden. GPS-Systeme helfen blinden und sehbehinderten Menschen, sicher durch die Stadt zu kommen.

Der Kongress „Wohntraum“ der Rehacare informierte am 16. und 17. Oktober in vier halbtägigen Vortragsreihen mit 22 Vorträgen und zwei Podiumsdiskussionen über „Selbstbestimmtes Wohnen mit Service und Technik in allen Lebensphasen“.

Born to fly

Im ersten Moment sieht Aaron Fotheringham aus wie jeder andere Junge, der auf der Straße Skateboard fährt. Statt mit dem Board, rollt der 17-jährige mit seinem Rollstuhl durch die Halfpipe.

Mit acht Jahren haben ihn seine älteren Brüder zum Skaten mitgenommen – seitdem hat ihn das Fieber gepackt. In Düsseldorf präsentiert der Amerikaner sein Programm „Born to fly„, dabei zeigt er einen Rückwärts-Salto mit dem Rollstuhl! Im Interview mit BIZEPS-INFO sagt Aaron: „Ich übe schon an einem zweifachen Salto. Aber an der Landung muss ich noch arbeiten“. (Video über Aaron)

Rollstuhl, der schwimmt

Die französische Firma Vipamat stellt einen schwimmenden Strandrollstuhl vor. Der aus Aluminium gefertigte Rollstuhl sinkt (laut Hersteller-Angaben) auch nicht im Sand ein. Der Rollstuhl kann vom Fahrer selbst oder von einer zweiten Person betrieben werden.

Mit dem Rollstuhl 200 km/h schnell

Martin Allen ist selbst Rollstuhlfahrer und wurde mit dem Reharcare Design Award ausgezeichnet. Dieser Design Award wurde zum ersten Mal auf der Messe vergeben.

Der Holländer baut BMW-Motorräder so um, dass zwei Rollstuhlfahrer über eine Rampe auf das umgebaute Dreirad auffahren können.

Die Rollstühle werden anschließend automatisch am Trike verriegelt. Hinter der ausladenden Verkleidung verschwinden die Stühle. Gelenkt wird das Trike wie ein herkömmliches Motorrad. Zur Ausstattung gehören ein Sechsgang-Getriebe mit Retourgang und ein hydraulisches Bremssystem. Das Fahrzeug hat einen 1150 ccm-Zwei-Zylinder Boxer-Motor mit 85 PS und fährt eine Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h. Der Preis beträgt 39.000 Euro.

15 % Rabatt auf Neuwagenpreis

Stark vertreten waren auch die deutschen Autohersteller auf der Messe. Im Unterschied zu Österreich bekommen Menschen mit Behinderung in Deutschland einen Rabatt von 15 % auf den Neuwagenpreis. Der Umbau für den Handgasbetrieb ist im Preis bereits enthalten. Da können sich die österreichischen Autohändler ein Beispiel nehmen.

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0 Kommentare

  • ist man behindert und zugleich nicht gerade mit vermögen gesegnet kommt man sich bei solchen ausstellungen und messen eigentlich fehl am platz vor wenn man sich die diversen preise sagen lässt und viele stossen sich wieder gesund mit den normalen bedürfnissen behinderter.