Sportstaatssekretär Lopatka: Barrierefreie Fußballstadien bei EURO 2008

Wien, Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg setzen neue Maßstäbe - gemessen an Stadienplätzen mehr Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze als bei WM in Deutschland

Reinhold Lopatka
Jungwirth, Christian

„Die Österreichische Bundesregierung wird alles unternehmen, um die Fußball-Europameisterschaft zu einem Fußballfest für alle zu machen. Die EURO 2008 wird neue Maßstäbe beim barrierefreien Zugang der vier EM-Stadien setzen“, so Sportstaatssekretär Dr. Reinhold Lopatka bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Behindertenanwalt Mag. Herbert Haupt im Wiener Ernst Happel-Stadion.

„Schon bei der WM 2006 in Deutschland wurde Barrierefreiheit groß geschrieben. In Deutschland wurden pro Spiel im Schnitt 70 Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze zur Verfügung gestellt, in Österreich werden es pro Spiel im Schnitt über 80 sein. Damit übertreffen wir die Maßnahmen bei der WM 2006, die in diesem Bereich schon sehr viel geleistet hat und wofür die Organisatoren Lob und Anerkennung erhalten haben“, so Lopatka.

Im „Nachhaltigkeitskonzept Österreich-Schweiz für die UEFA EURO 2008“ wurden als Zielsetzung zur Barrierefreiheit festgelegt, dass es zwei Behindertenplätze pro 1000 Zuschauer in den Stadien geben wird und zusätzlich zwei Behindertenplätze pro 1000 Besucher in den Fanzonen.

„Damit übererfüllen wir sogar die hohen Standards der UEFA-Empfehlungen für Barrierefreiheit“, betonte der Sportstaatssekretär zwei Tage vor der Eröffnung des Stadions mit dem Länderspiel Österreich-Tschechien. „Selbst im Wiener Ernst Happel-Stadion, dessen Bausubstanz noch aus dem Jahr 1931 stammt, ist es durch die Nachrüstung mit temporären Bauten gelungen, optimale Zuschauerbedingungen für Rollstuhlfahrer zu schaffen.“ Im Stadion werden im Endausbau 100 Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze eingerichtet sein. Die temporäre Zusatztribüne wird erst 2008 errichtet.

Hinsichtlich Qualität und Komfort für die Benützung durch Rollstuhlfahrer sei sicherlich das „jüngste“ EM-Stadion in Klagenfurt am Besten zu bewerten, so Lopatka.

„Hier wurde die erstmalig in Salzburg umgesetzte Stadionphilosophie mit einer mittig angeordneten, ebenerdigen barrierefreien Erschließungsebene verfeinert und attraktiviert.“ Im Stadion sind 60 Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze ausgewiesen. Auch in Innsbruck (80 Plätze) und Salzburg (60 Plätze) wurde bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt an die Bedürfnisse körperbehinderter Personen gedacht und bei der Bauumsetzung realisiert. Die Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze sind auf Höhe der ersten Reihe rund um das Spielfeld situiert und barrierefrei von Außen erreichbar. „Damit werden optimale Sichtbedingungen insbesondere für Rollstuhlfahrer erzielt, die sich auf dieser Ebene frei bewegen und die erforderliche Infrastruktur (Behinderten-Lifte, Kioske und WC’s) anfahren können.

Sportstaatssekretär Lopatka hielt abschließend fest, dass der Bund seine „Hausaufgaben“ gemacht habe, „auch wenn man natürlich immer über Neuerungen und Verbesserungen gerade für Menschen mit Behinderung nachdenken muss“.

Bei der Förderung des Behindertensports seien gerade auch die Länder und Kommunen als die Sportstätten-Errichter gefordert, ihre Aufgaben punkto Barrierefreiheit zu erfüllen. „Für die EURO 2008 wird jedenfalls alles getan, um einen hindernisfreien Zugang für alle Fußball-Fans zu ermöglichen.“

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0 Kommentare

  • Wie man hört, werden in Wien also geeignete Plätze nur provisorisch für die WM gebaut, damit man internationalen Regelungen entspricht, und danach wieder abgebaut. Ich empfehle sehr, davor im Zuge des Gleichstellungsgesetzes vorzugehen. Das kann es ja wohl nicht sein, dass Maßnahmen zur Gleichstellung danach wieder abgebaut werden. Eine Nur-Sonntags-Gleichstellung braucht niemand in Österreich!

  • Edi Riha (ÖAR) gab am 23.08.07 in der ZIB 24 (ORF) ein passendes Statement ab: sinngemäß – ..“Es sei sicherlich möglich, bei sorgfältiger Planung, passende Rollstuhlstuhlplätze im denkmalgeschützten) Ernst Happl-Stadion beim Wiener Prater zu errichten, die NICHT wieder nach der WM abgerissen werden müssen. Wieder Geldvernichtung (hoffentlich nicht vom Budget für behinderte Menschen). Vermutlich könnten alle Unterklassenvereine Wiens mit Normgerechten Behinderten-WC-Anlagen mit diesem Geld ausgestattet werden.