Gerät zur Schriftvergrößerung

StolpersteinInnen

Aus sprachökonomischen Gründen sind kürzere und weniger zeitaufwändige Schreibweisen allseits beliebt.

Stolperstein Nr. 49 des BMKz befasst sich mit den sich hinter geschlechtergerechten Formulierungen verborgenen Tücken für sehbehinderte und blinde Menschen.

„Durch die Nennung sowohl der weiblichen als auch der männlichen Form einer Personenbezeichnung werden Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen. Die Doppelnennung ist somit nicht nur eine eindeutige, sondern auch die `gerechteste´ Form des Sichtbarmachens der Geschlechter in der Sprache“, ist in der, vom Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen der Universität Klagenfurt im Jahr 2000 herausgegebenen, Broschüre „`kurz & bündig´ Vorschläge zum geschlechtergerechten Formulieren“ nachzulesen.

Die vollständige Paarform, bei der die Verbindung der weiblichen mit der männlichen Form mittels Konjunktion (Bindewort) erfolgt, wäre demnach also die gerechteste. Jedoch wer schreibt schon gerne, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer oder die Zuhörerinnen und Zuhörer? Aus sprachökonomischen Gründen sind kürzere und weniger zeitaufwändige Schreibweisen allseits beliebt. Also kommen häufig Formen wie das Zusammenziehen mit Schrägstrichen oder mit Binnen-I zum Zug.

Kerstin Amenitsch und Mark Wassermann haben sich in Stolperstein Nr. 49 mit dem „Trend, zwecks Schreibfaulheit alles nur noch mit Phrasen abzukürzen“ und mit den damit verbundenen Auswirkungen für sehbehinderte und blinde Menschen, die bei Computersprachausgabeprogrammen nur noch „eingeschlechtliche Unwörter“, wie z.B. „Studentschrägstrichinschrägstrichen“, zu hören bekommen, auseinandergesetzt.

Wollen auch Sie die Aktion „Stolpersteine auf dem Weg zur Gleichstellung“ unterstützen, senden Sie bitte konkrete Beispiele von Barrieren sowie auch etwaige Lösungsvorschläge für deren Beseitigung an bmkz@uni-klu.ac.at.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • In vielen Bereichen geht man inzwischen dazu über, geschlechtsneutrale Bezeichnungen zu verwenden. So wurde bei uns an der Fachhochschule immer der Begriff „Studierende“ verwendet.

    Bei anderen Worten, wie zum Beispiel „Bürger“ wird es allerdings schwierig bis unmöglich, ein neutrales Wort zu finden. Für viele Menschen ist es selbstverständlich, dass bei der Bezeichnung „Bürger“ sowohl männliche als auch weibliche Personen gemeint sind. Die Schreibweise „BürgerIn“ oder „Bürger/in“ ist natürlich einfacher und kürzer und zeigt den „guten Willen“, aber natürlich kommt es bei der Ausgabe durch einen Sprachbrowser zu Problemen. Möglicherweise könnte das Wort (in HTML) als Abkürzung für „Bürgerin und Bürger“ gekennzeichnet werden? Wäre dann die Sprachausgabe wieder korrekt?


    Beide Geschlechter immer anzugeben hat in manchen Fällen auch Nachteile. Besonders dann, wenn es sich um längere Sachverhalte handelt, wo auch viele besitzanzeigende Fürwörter vorkommen. Beispiel: „Der Bürger / die Bürgerin kann seine / ihre Unterlagen bei ihrer / seiner Sachbearbeiterin / ihrem / seinem Sachbearbeiter einreichen.“ Irgendwo treibt die Gleichberechtigung sonderbare Blüten und es ist abzuwägen, inwieweit die Leserlichkeit und Verständlichkeit beeinträchtigt wird. Vor allem, wenn auf Menschen mit Lese- und Lernschwierigkeiten Rücksicht genommen wird, muss eine einfache Schreibweise gewählt werden. Da bietet es sich an, „nur“ in der männlichen oder weiblichen Form zu schreiben und darauf hinzuweisen, dass beide Geschlechter gemeint sind.

  • Hauptsache politisch korrekt, egal wie verzerrt das Schriftbild dann auch wird … naja, wers braucht.

  • Also ich bin für das „und“ Studenten und Studentinnen. Auch wenn das aufwendger ist. Ich glaube, dass das nur Gewohnheit ist. Ich finde der Mehraufwand wird nur als Vorwand verwendet, damit Mann die weibliche Form nicht verwenden muss. Weil wir grade beim Thema Sprache sind.
    Liebes BIZEBS-Team ihr schreibt ständig Klagsverband obwohl es Klageverband heißt. Ein Fugen-S im Deutschen ist genaus falsch wie z. B 3+2=7 Dabei geht es da gar nicht um den Mehraufwand sondern nur darum, das „s“ durch das „e“ zu ersetzen. Alos wenn der Klagsverband für seine Kunden in Zukunft nur eine Klags und keine Klage einbringt, wir es mit den Erfolgen für beh. Menschen eher schlecht aussehen. Ihr schaut doch auch sonst so gerne zu dt. Nachbarn, tut es da auch, die wissen mämlich, dass das Klageverband heißt.

  • Seit längerer Zeit kämpfe ich gegen die Verhunzung und Unleserlichkeit von Rechtsvorschriften. Mein Vorschlag: Formulierungen in weiblich und in männlich mit jeweils der anderen Generalklausel. Der Österreichische Behindertensportverband hat über meinen Antrag sein Statut weiblich formuliert, mit einer männlichen Generalklausel. Das ist LESBAR und VERSTÄNDLICH. In der normalen Sprache sollte man wirklich „Teilnehmerinnen und Teilnehmer“ sagen. WEG mit den SCHRÄGSTRICHEN und dem großen I.