T4 – Anstoß zum Nachdenken

Der Gedenk- und Informationsort für die Opfer der "Aktion T4" soll nach Ansicht von Hubert Hüppe auch einen Anstoß zum Nachdenken über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen geben.

Hubert Hüppe
CDU

„Es darf nie wieder zwischen lebenswerten und lebensunwerten Menschen unterschieden werden. Gesellschaftlichen Tendenzen, behinderten und älteren Menschen das Lebensrecht abzusprechen, muss entschieden entgegengetreten werden“, erklärte am 9. Juli 2013 der Beauftragte der deutschen Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen zum gestrigen Baubeginn der Gedenk- und Informationsstätte in der Tiergartenstraße 4 in Berlin.

„Wichtig ist, dass die Gedenk- und Informationsstätte nicht irgendwo versteckt wird, sondern am Ort der Täter in der Tiergartenstraße 4 jetzt einen würdigen Platz erhält. Die zukünftige zentrale Gedenk- und Informationsstätte kann damit wirksam dazu beitragen, behinderte und kranke Menschen als erste Opfer der menschenverachtenden Ideologie der Nationalsozialisten niemals zu vergessen“, so Hüppe.
In der Tiergartenstraße 4 in Berlin organisierten Mitarbeiter einer koordinierenden Dienststelle 1940 und 1941 die Massenmorde an behinderten und kranken Menschen im Rahmen der „Aktion T4“.

Insgesamt fielen etwa 300.000 behinderte und kranke Menschen der gezielten Ermordung durch die Nationalsozialisten zum Opfer. Bereits zuvor wurden behinderte und kranke Menschen als sogenannte „Ballastexistenzen“ nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten systematisch erfasst und etwa 400.000 Menschen zwangssterilisiert.

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0 Kommentare

  • Stolperstein für Klementine Narodoslavsky

    Ihr Enkel Raoul hielt eine bemerkenswerte Rede.

    http://www.dernaro.at/blog/wp-content/uploads/KlementineN.pdf

  • @Nina, man kann sich zwar einiges vorstellen. Der Wilhelminenberg-Endbericht stand bevor, weitere Aufdeckungen der staatlich organisierten Unterlassungs- und Vernachlässigungsverbrechen in sog. „Heimen“ zeichneten sich ab. Aber über Motive anderer nachzudenken bleibt halt Spekulation. Es reicht zu wissen, was sie selber von sich outete: http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=14092
    Sr. Elisabeth P. fügte sich fünf Jahre in das Unsägliche ein und machte gute Mine zum Bösen und machte anschließend drei Jahrzehnte sich ausschweigend Karriere im selben Metier. Schuldige will sie heute noch nicht erkennen, der Personalmangel und die Überlastung halt. Es reicht völlig, es sich nochmals durchzulesen. Dies z.B: „Die Eltern haben auch nichts gesagt, weil sie zu Recht gefürchtet haben, wenn ich meckere, kriegt das Kind das ab“ … „Ich hab damals oft gedacht: Wenn ich gezwungen wäre, mein Kind hier abzugeben, ich würde es mit dem Polster ersticken.“

  • @G. Lichtenauer

    Licht ins Dunkel. Wirft ein ganz neues Licht auf E. P.
    Man staune. Was bezweckte sie dann mit der Aufdeckung, denke mal, sie wollte sich einfach nur profilieren.

  • @Richtervereinigung, Nachtrag ad gepflogenem Neusprech: Oder wie Sr. Elisabeth P. – neulich als (30 Jahre zu)spätberufene „Aufdeckerin“ entdeckt – vor 8 Jahren meinte, als sie mit uns eine Übergabe und Anamnese betreffend unserer Pflegetochter durchbesprechen sollte (nur weil wir das einforderten) aber über alles mögliche philosophierte doch mit Überzeugung feststellte: „Schwerstbehinderte wissen selber genau, wann sie gehen wollen.“ Das sagte sie nicht Anfang der 80er-Jahre, sondern am 11.2.2005.

  • @Richtervereinigung, ich bezweifle, ob die Scharfrichter-Termini lebensunwert/lebenswert weiterbetätigend öffentlich dekletiert wurden. Zeit(geist)gemäß wird „das Kind“ heute mit dem politisch korrekten Namen angesprochen: >>“ES“ sei halt „mit dem Leben nicht vereinbar“ und man könne „ES“ nun „gehen lassen“, denn, liebe Eltern, sie wollen doch sicher nicht, dass SIE „ES“ an einer schweren Behinderung LEIDEN lassen, ohne jegliche Lebensqualität, lebenslang an all diesen SCHLÄUCHEN, von diesen lebenserhaltenden MASCHINEN abhängig“.<<
    Oder wie Sr. Elisabeth P., jüngst (30 Jahre zu)spätberufene "Aufdeckerin" beim flüchtigen Kennenlernen unserer Pflegetochter, statt eine fundierte Übergabe und Anamnese zu besprechen, zum Besten gab: "Schwerstbehinderte wissen selber genau, wann sie gehen wollen". Das sagte sie aber 2005 und nicht Anfang der 80er-Jahre...

  • @Nina: Nicht nur Pflegepersonen werden HEIMtückisch fristlos entlassen, sondern auch schwerst Pflegebedürftige in Sippenhaftung, wenn deren Angehörige gegen Missstände aufmucken.
    Eine Anamnese durch Sr. Elisabeth P., zu der es nicht kam, weil sie lieber über Vorherwissen und Todessehnsucht schwerstmehrfach- bzw. bewusstseinsbehinderter Menschen esoterisch anheimelnd philosophieren wollte (s.o.), war dann auch nie existent. Auch nicht im Strafermittlungsverfahren, wo wir u.a. genau solche Organisations- und Strukturmängel aufzeigten.
    Plötzlich tauchte angeblich eine handgeschriebene Anamnese nach 6 Jahren (2011) im Zivilrechtsverfahren wegen angeblicher Rufschädigung auf. Wir haben diese mutmaßlich vordatierte „Anamnese“ bis heute nicht zu Gesicht bekommen, wie auch die angebliche „Pflegedokumentation“, die aber laut den für GUTachtenden im Straf- und Zivilverfahren keinerlei Pflegemissstände und Strukturmängel ausweisen würden. Dass es innerhalb kurzer Zeit zu den Gesundheitsverschlechterungen und schweren Körperverletzungen mit Langzeitfolgen kommen konnte, kann also laut Dokumentation gar nicht mit der Pflege zusammenhängen …
    Es gab nie eine Zäsur des organisierten Systemgebrechens und seines Selbsterhaltungstriebes, nicht nur nach 1945!

  • @Richtervereinigung

    Der laute Beifall zu den Ansinnen von Hufen und Huster wird sich kaum in einem 168-seitigen Buch wiederfinden.



  • Die Unterscheidung lw/lu erfolgt in Österreich lege artis auch gleich nach der Geburt, wo halt das lu Baby unversorgt „liegengelassen wird“ zumal man sich ja vornehmlich um die Lebenswerten zu kümmern hat.
    Dieser Vorgangsweise wurde auf einer Grundrechtstagung der Richtervereinigung jüngst in Graz mit lautem Beifall (sogar von Prof Kopetzki) akklamiert.

  • Ein Anstoß zum Nachdenken über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen soll also die Gedenkstätte sein. Hm.

    So lange es in Österreich (und anderswo) solche Zustände gibt, wo Mitarbeiter entlassen werden, wenn sie Misshandlungen an Behinderten aufzeigen, laufen wir Gefahr, dass sich Geschichte wiederholt.

    In der Pflegedokumentation werden sich wohl kaum Hinweise auf eine Misshandlung finden, Täter dokumentieren ihre Taten selten.

    http://steiermark.orf.at/news/stories/2594262/

  • @yasemin Vollinhaltliche Zustimmung zu Ihrer Wortmeldung!

  • „Es darf nie wieder…“ Wir sind doch voll dabei. Ein paar Parameter haben sich geändert, wie das Alter der zu Euthanasierenden. Na und? Wenn man heute das Glück hat, als Behinderter auf die Welt zu kommen, wird man Integriert – bis zur Vergasung.
    Will nicht sagen, dass es früher besser war. Aber heute ist alles besser, das ist unsere Illusion.