Theaterworkshop: „Spaß am Spiel“

Jeder Mensch kann sich kreativ ausdrücken. Oftmals wird den Menschen bereits im Kindesalter die Lust daran genommen, weil Erwachsene ihnen unmissverständlich bedeuten, sie würden "falsch" singen und daher den Mund halten.

Florian Jung
Jung, Florian

Wenn Kinder sich gerne künstlerisch betätigen würden, aber die Eltern finden, sie könnten das nicht, wird diese Motivation lieber im Keim erstickt, statt sie zu fördern. Was zur Folge hat, dass die betreffende Person als Erwachsener feststellt, er könnte nicht zeichnen und durch fast nichts mehr vom Gegenteil zu überzeugen ist.

Bei behinderten Menschen kommt zu den eben beschriebenen Phänomenen noch die Angst vor Misserfolg dazu. Weil man denkt, ein behinderter Mensch würde die mögliche Niederlage nicht verkraften, versuchen Eltern und Freund/innen, die betreffende Person davon zu überzeugen, dass Kunst „nicht das Richtige“ für ihn sei.

Möchten behinderte Menschen einen darstellenden Beruf ergreifen, finden sie meist keine Ausbildungsstätten vor, die sie wirklich vorurteilsfrei unterrichten und ausbilden. Nahezu jeder scheint zu wissen, dass die Karriere schneller beendet sein würde, als sie begonnen hätte. Zweifellos sind behinderte Darsteller/innen aufgrund ihrer körperlichen Einschränkung auch in ihrer Rollenauswahl eingeschränkt.

Doch im Grunde finden behinderte Menschen genau die gleichen Arbeitsbedingungen im Kunstbetrieb vor wie nichtbehinderte Kolleginnen: Einen sehr harten Konkurrenzkampf. Jeder will und muss besser sein als der andere, um ihm die Rolle im Idealfall vor der Nase wegzuschnappen.

Ich möchte Sie einladen, im Rahmen des integrativen Theaterworkshops „Spaß am Spiel“ herauszufinden, ob Sie persönlich daran Gefallen finden könnten, Theater zu spielen. Angeleitet durch einen Theaterprädagogen wird die Kreativität der Teilnehmer/innen in Form von einfachen Übungen angeregt. Haben die Teilnehmerinnen die erste Berührungsangst mit dem Medium Theater überwunden, dürfen und sollen sie ihrer Spiellust freien Lauf lassen. Die Behinderung steht uns nicht im Weg, sondern beflügelt uns zu neuen kreativen Bewegungs- und Spielimpulsen.

Der Theaterpädagoge versteht sich in diesem Prozess nicht als „Leiter“ sondern als Begleiter einer kreativen Reise ins eigene Selbst, der Unterstützung bietet, wo sie gewünscht wird.

Termin: Sa, 5.3. 2005, 14-18 Uhr und So, 6.3.2005, 10-14 Uhr

Ort: Verein „MAIN“, 1060 Wien, Marchettigasse 7/1

Anmeldung unter Tel.: 01 / 943 65 06, Preis: € 60 für Nicht-Mitglieder / € 40 für MAIN – Mitglieder, Anmeldeschluss: 18.2.2005

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0 Kommentare

  • Für was Theatworkshop, daß ganze Leben ist Theater voprogramiert. Ich habe lang genug in einer Behindertengruppe Theater gespielt, war alles nur Fasade sonst nichts, aber wer will der solls, wenn es Spaß macht!

  • Es sind nicht alle Eltern, die den Kunsttrieb der Kinder hemmen, sondern Einige oder Manche. Ich mag keine Pauschalaussagen, weil sie meistens nicht stimmen. Aber dennoch find ich solche Aktionen sehr wichtig und kann vielen Leuten ihre Kreativität zu wecken oder seine Kreativität unter Beweis stellen und es mit Anderen teilen.