Schild: Halte bitte leichte Sprache

UNO-Konvention: EU und Israel fordern Leichte Sprache

Was in Deutschland bislang nur vereinzelt anzutreffen ist, könnte bald in internationalem Rahmen rechtsverbindlich werden: Die Herstellung von Barrierefreiheit für Menschen mit Lernschwierigkeiten durch die Verwendung von leichter Sprache.

Das fordern zumindest die EU und Israel bei den derzeitigen Verhandlungen in New York über die UNO-Behindertenkonvention.

Bei den Diskussionen um den Artikel 19 – Accessibility (Zugänglichkeit – Barrierefreiheit) legte zunächst die Regierungsdelegation aus Israel einen Vorschlag vor, nach dem öffentlich zugänglich gemachte Informationen in leicht verständlichen und alternativen Formaten gehalten sein sollten.

Ferner soll die Beschilderung in öffentlich zugänglichen Gebäuden durch Braille-Schrift und durch „easy to read and understand – Material erfolgen. Den genau gleichen Wortlaut zur Beschilderung schlug im weiteren Verlauf der Debatte auch die Delegation der Europäischen Union vor, so dass große Chancen für eine Realisierung dieser Passagen auch für den endgültigen Konventionstext bestehen.

Fast alle StaatenvertreterInnen betonten außerdem, dass Fragen der Zugänglichkeit nicht nur die physische Zugänglichkeit für körperbehinderte Menschen betreffen dürfen, sondern auch die Zugänglichkeit zu Informationen für sensorisch beeinträchtigte Personen mit umfassen müssen.

„Für alle behinderten Frauen und Männer, egal mit welchen Beeinträchtigungen sie leben, war dies ein wichtiger Tag“, so Dr. Sigrid Arnade vom Deutschen Behindertenrat, die bei den Verhandlungen in New York dabei ist. „Es war eine Debatte auf hohem inhaltlichen Niveau und ganz besonders freut mich, dass nun auch die Belange von Menschen mit Lernschwierigkeiten international Beachtung finden“.

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0 Kommentare

  • @Ladstätter + BIZEPS: Danke für die rasche Reaktion und das Feedback. Ja, es ist mir aufgefallen, daß BIZEPS-Texte ohne das Binnen-I auskommen und habe auch vermutet, daß dieser Text aus anderer Quelle stammt. Daher soll mein Kommentar auch in keiner Weise eine (nicht gerechtfertigte) Kritik am BIZEPS-INFO sein. Er möge eben das sein, was es sein soll: Ein an passender Stelle geäußerter Aufruf an die Deutsch schreibende Welt, in Sinne der leichteren Lesbarkeit und Zugänglichkeit auf diese Kurzschreibweise zu verzichten und lieber ein paar Buchstaben mehr zu tippen :-)

  • @Zagler: Ich stimme Ihnen zu 100 % zu. Aus diesem Grund haben wir auch im Jahr 2003 das Binnen-I in BIZEPS Texten abgeschafft (Wir haben dafür 10 Jahre „Innen“ geschrieben). Der vorliegende Text ist aber kein BIZEPS-Text, sondern kommt vom Nachrichtendienst kobinet. Dies nur zur Information.

  • Ich bin der Meinung … daß das immer öfter anzutreffende „Binnen-I“ nicht mit leicht verständlicher Sprache in Einklang zu bringen ist. Oder meinen Sie, daß „StaatenvertreterInnen ein leicht lesbares Wort ist (vor allem nicht in sans-serif Schriften)? Ich bitte alle Freunde und Freundinnen der „leichten Sprache“ auch mal über „leichtes Schriftbild“ nachzudenken. Mit lieben Grüßen W. Zagler