Wiener Vorlesungen über die Archillesferse Behinderung

Die Bedeutung behinderter Menschen in der Gesellschaft ist Thema der Wiener Vorlesungen am kommenden Dienstag (27.5.).

Der Vortrag wird von Erwin Riess gehalten, der bereits seit langem in der Behindertenbewegung tätig und publizistisch immer wieder über Benachteiligungen für behinderte Menschen in die Öffentlichkeit getreten ist.

Für behinderte Menschen ergäbe sich derzeit ein widersprüchliches Bild, so Riess im Gespräch mit der Rathauskorrespondenz. Während in Wien in der Vergangenheit bereits einiges positiv verbessert worden sei – etwa durch Installierung von Liften oder Abschrägungen bei Gehsteigen – mangele es bundesweit juristisch immer noch an entsprechenden Gesetzesmitteln, die eine Durchsetzung für Anliegen behinderter Menschen ermöglichen würden.

„Man muss noch immer allzu oft um Verbesserungen betteln“, so Riess, der sich vor allem einen Ruf um behinderten gerechtes Wohnen gemacht hat. Als grobes Manko bezeichnet er neben dem Fehlen eines entsprechenden Anti-Diskriminierungsgesetzes auch das Fehlen entsprechender Pflichtvorlesungen im Architekturstudium, auch im touristischen Bereich liege vieles für behinderte Menschen im Argen. Grundsätzlich gehe es laut Riess um die Frage, wie behinderte Menschen seitens der Gesellschaft betrachtet werden würden.

„Entweder als Spiegel oder als Abschreckungswaffe“ – In seinem Vortrag am Dienstag wird Riess, der auch als Schriftsteller tätig ist, nach einem kurzen historischen Rückblick vor allem der gegenwärtigen Situation sein Augenmerk schenken.

Erwin Riess, Jahrgang 1957, wurde in Wien geboren. Hier absolvierte er auch das Studium der Politik- und Theaterwissenschaften. Nach einem Rückenmark-Tumor ist Riess seit dem Jahr 1983 Rollstuhlfahrer. Seit 1994 ist er als freier Schriftsteller tätig. Neben diversen Aufsätzen und Essays in Literaturzeitschriften wie „Wespennest“, „Literatur und Kritik“ oder „Konkret“ verfasst Riess auch Theaterstücke. („Kuruzzen“, 1996; „Hawkings Traum“ 1998, „Mein Österreich“, 2001, etc.)

Termin: Dienstag, 27. Mai 03
Ort: Festsaal des Wiener Rathauses
Beginn: 19.00 Uhr

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0 Kommentare

  • Leider hat Erwin Riess vergessen zu erwähnen, daß es in Wien genauso wie beim Bund ebenfalls keine Durchsetzungsmöglichkeiten für unsere Rechte gibt. Ganz im Gegenteil sogar: die Rathausmehrheit ist bis jetzt nicht einmal bereit, die seit Jahren bekannten und im Rahmen einer Arbeitsgruppe penibel aufgelisteten Diskriminierungen im Bereich des barrieerefreien Bauens aus der Welt zu schaffen. Und die SP-Vorsitzende der Wr. Behindertenkommission hat bis heute keine weiteren Sitzungen mehr einberufen nach dem Motto: Mir san mir!