Wirtschaftskrise als Vorwand?

Anscheinend benutzen einige Unternehmen die Wirtschaftskrise, um ihre "unkündbaren" behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter elegant los zu werden.

Logo Arbeitsmarktservice
BilderBox.com

Die Kleine Zeitung berichtet, dass laut Arbeiterkammer die Kündigungsanträge für behinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schon doppelt so hoch ist, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Der Verdacht drängt sich auf, dass nun einige Unternehmen die Gunst der Stunde nutzen, um sich unter den wirtschaftlichen Gegebenheiten, elegant von ihren begünstigten behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu trennen.

CSR und Diversity nur Worthülsen?

Mittlerweile sollte sich aber die Tatsache, dass sich behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotz möglicherweise geringer Produktivität rechnen, allmählich herumgesprochen haben. Dabei sind die möglichen Förderungen zur Arbeitsplatzadaptierung, zu den laufenden Lohnkosten und für Aus- und Weiterbildung nur ein Teil, der monetär sofort messbaren Kostenpotenziale.

Wichtiger sind aber die weichen Faktoren, die für Unternehmen nicht sofort erkennbar sind, wie Betriebsklima, gesteigerte Motivation und Erweiterung des Horizonts, um nur einige zu nennen, was sich im Langzeitvergleich durch geringere Fluktuation, zurückgehende Krankenstände und gestiegene Loyalität zeigt.

Dass behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl in guten als auch besonders in schlechten Zeiten äußerst loyale Mitarbeiter sind, ist ohnehin unbestritten. Weiters darf hier die volkswirtschaftliche Bilanz nicht außer Acht gelassen werden, denn jeder behinderte Mensch im Arbeitsprozess bezahlt nicht nur seine Abgaben und Steuern, sondern ist ein besonderer Wirtschaftsfaktor, der ganze Nischenproduktionen (Herstellung von Hilfs- und Heilmitteln) und eine Heerschar von Pflege-, Heil- und Krankenpersonal am Leben erhält.

Also frei nach dem Motto der Wirtschaftskammer: Geht’s den behinderten Menschen gut, geht’s uns allen gut.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • … nebenbei ist jeder Mensch mit Behinderung, der in Arbeit steht, weniger vom Sozialsystem abhängig und trägt als KonsumentIn zur Wirtschaft bei. Wo sind die Bundessozialämter, um Aufklärungs- und Lobbyingarbeit zu betreiben?

  • Ich habe das auch feststellen müssen, da wird mit mangelnder Leistungsfähigkeit, Langsamkeit, mangelnder Teamfähigkeit etc. argumentiert. Was mich stört, ist, dass nur von den Begünstigten die Rede ist. Diejenigen, denen die Begünstigung oft unter fadenscheinigen Vorwänden verweigert wird, obwohl es ihnen schlechter geht als so manchen Begünstigten, fallen da durch den Rost und haben nicht mehr Schutz als die Gesunden.

    Die nicht Begünstigten dürfen weder die Behindertenvertrauenspersin wählen noch sich wählen lassen, selbst wenn kein Begünstigter antritt. Übrigens: Als behindert gilt man schon ab 20 %. Also sollten alle ab diesem Grad Schutz genießen.

  • Nichts Anderes war zu erwarten, wenn jetzt plötzlich doch so manche Strategie auch so hervorragend argumentierbar ist? „Wie gut, dass es eine weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise gibt, juhuuuuuuuu!“