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Text: Martin Ladstätter · 14. November 2006 06:53 Uhr

"Die schwangere Alison Lapper"

Seit knapp einem Jahr ist in Londons Innenstadt die Statute "Die schwangere Alison Lapper" zu sehen. Die Aufstellung war damals nicht unumstritten.

Statue von Alison Lapper  in London

Seit 15. September 2005 und noch bis April 2007 ist am Trafalgar Square in London eine Marmorskulptur von Marc Quinn mit dem Titel "Die schwangere Alison Lapper" zu sehen.

Am "Vierten Denkmalsockel" in der Nordwestecke "ist eine fast 4 Meter hohe Frauenfigur, hochschwanger, ohne Arme und mit verstümmelten Beinen" zu sehen, schrieb bei der Aufstellung die NZZ. Abgebildet hat der Künstler Marc Quinn die ohne Arme und mit verkürzten Beinen geborene Alison Lapper.

Sockel blieb über 150 Jahre lang leer

Der Sockel wurde gebaut und war für eine Statue Williams IV vorgesehen. Doch dem ging das Geld aus und der Sockel blieb über 150 Jahre lang leer. Auf Wunsch des Bürgermeisters, Ken Livingstone, wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben.

An Vorschlägen - so die FAZ damals - mangelte es nicht. "Von Nelson Mandela und Gandhi bis hin zur Königinmutter und Prinzessin Diana fanden viele Figuren eine Lobby. Um die Debatte über eine langfristige Lösung zu beleben, entschied sich die Königliche Gesellschaft zur Förderung von Kunst, Manufaktur und Kommerz statt dessen, drei zeitgenössische Bildhauer zu beauftragen, deren Werke über mehrere Monate hinweg im Turnus auf dem Platz zu besichtigen waren."

Gewinner des Wettbewerbs war u. a. Marc Quinn mit seiner Statute "Die schwangere Alison Lapper".

Unterschiedliche Reaktionen

Bert Massie, der Vorsitzende der Disability Rights Commission (Kommission für die Rechte der behinderten Menschen) drückte es so aus: "Ich beglückwünsche Marc Quinn zur Veranschaulichung, dass ein behinderter Körper Kraft und Stärke ausstrahlt in einer Zeit, wo Jugend und Perfektion verherrlicht werden."

"Das ist doch wirklich mal ein positives Zeichen an prominenter Stelle! Seit mehr als 150 Jahre steht der vierte Sockel auf dem berühmtesten Platz Londons leer", meinte Martina Puschke.

Es wurde auch ernsthaft in Frage gestellt, ob denn eine behinderte Frau Kunst sein kann. Dieser Umstand erzürnte viele sehr. Sehr kritisch äußerte sich die FAZ die meinte: "Dafür verdient Frau Lapper den allerhöchsten Respekt. Das will aber noch lange nicht heißen, dass ein Abguss ihrer im achten Monat schwangeren, nackten Figur, fast vierfach vergrößert auf 3,55 Meter und mit mechanischen Meißeln in Marmor umgesetzt, ein Kunstwerk ist."

"Die Statue aber scheint nun in eigentümlicher Grazie über den Platz und die Helden des Trafalgar Square. Sie werde beweisen, dass Behinderte schön sind, sagte ihr Modell voraus. Und sie sollte Recht bekommen. Schließlich findet auch niemand den Nelson auf seiner Säule hässlich, weil sein rechter Arm fehlt und er nur noch mit dem linken Auge sieht", schrieb im Vorjahr die NZZ

"Kühn, drastisch - aber schlechte Kunst", kommentierte der "Guardian" damals, heute aber lobt er die Schönheit der Skulptur. Wie übrigens die Reaktionen seither deutlich positiver sind.

Nebenan: Admiral Nelson

Bestimmende Statue am Trafalgar Square aber ist und bleibt natürlich jene von Admiral Nelson. Diese wurde als Dank für Admiral Nelsons Sieg der Engländer über die Franzosen in der Schlacht von Trafalgar aufgestellt. Auf dem höchsten Sockel in der Mitte des Trafalgar Square steht der kriegsversehrte Lord Nelson.

Sammlung Essl

Eine - kleinere Ausgabe - der Skulptur befindet sich in der Sammlung Essl Privatstiftung in Klosterneuburg in der Nähe von Wien.

"Die Skulptur ist momentan nicht zu sehen und es ist auch nicht geplant, sie in nächster Zeit zu zeigen. Zuletzt war sie bei der Ausstellung 'figur/skulptur' zu sehen.", gibt Sini Zein, Sammlung Essl, gegenüber BIZEPS-INFO bekannt.

Vielleicht wird sie aber wieder einmal in der Sammlung Essl zu sehen sein.

Über Alison Lapper

Die auf der Statue von Marc Quinn dargestellte behinderte Frau ist selbst Künstlerin und wurde im Jahr 1965 geboren. Sie schrieb auch einen Bestseller mit dem Titel "Autobiografie einer Optimistin", welcher 2005 erschienen ist.

Weitere Informationen:
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Jeannette · 28. Oktober 2008 22:34 Uhr

Ich sehe gerade den Film über Alison Lapper. Ich bin mehr als beeindruckt. Selbst eine "nicht eingeschränkte Mama" hat, denke ich, mehr als zu tun, wenn die Kleinen da sind!Eine sehr starke Frau,vor der ich mehr als Respekt habe und meinen Hut ziehe und die hoffentlich vielen mit ihrem Beispiel Hoffnung und Kraft verleit!

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