Ankündigung: SPÖ-Bundeszentrale soll mittelfristig barrierefrei werden

Die SPÖ Bundeszentrale ist nicht barrierefrei erreichbar. Dies soll sich nun mittelfristig ändern, kündigt Dr. Günther Kräuter, Geschäftsführer der SPÖ an.

Günther Kräuter
SPÖ

Gegen die nicht barrierefrei zugängliche SPÖ-Zentrale wird schon seit vielen Jahren gewettert.

Obwohl schon seit dem Jahr 1995 schon mehrfach angekündigt, wurden bisher keine Verbesserungen umgesetzt.

„Mittelfristig steht eine Generalsanierung an“, informiert nun SPÖ-Geschäftsführer Kräuter im Interview mit Pepo Meia und zeigt auch sein Missfallen daran, wenn öffentliche Stellen an „Licht ins Dunkel“ verweisen, statt zu helfen.

SPÖ-Geschäftsführer zu Barrierefreiheit und Licht ins Dunkel
SprecherIn: Dr. Günther Kräuter (Geschäftsführer der SPÖ)
Audioquelle: Pepo Meia/Radio Orange

Pepo Meia: Dr. Günther Kräuter, Geschäftsführer der SPÖ, wie lange sind Sie jetzt schon Geschäftsführer?

Günther Kräuter: Seit dreieinhalb Jahren bin ich in der SPÖ-Zentrale tätig.

Pepo Meia: Ok, kommen wir zur Barrierefreiheit – ich kenne die SPÖ-Hauptzentrale in der Löwelstraße und die ist natürlich nicht sehr behindertenfreundlich.
Jetzt habe ich gehört, es tut sich doch etwas.

Günther Kräuter: Naja, mittelfristig steht eine Generalsanierung an, vom gesamten Gebäude, das Haus ist ja jetzt doch viele Jahrzehnte unverändert und eine neue Liftanlage wird selbstverständlich dann auch Bestandteil sein, und dass dann ein optimaler Zugang ist, was Barrierefreiheit betrifft, ist ja eine Selbstverständlichkeit.

Pepo Meia: Es ist ja so, dass die harte Szene der Behindertenverbände und Vereine eigentlich gegen so „Licht ins Dunkel“-Aktionen sind, weil wir sagen, eigentlich ist der Staat verantwortlich für das Sozialwesen und für Behindertenpolitik und nicht irgendwelche Spendenaktionen. Ja und das geht ja schon soweit jetzt, dass man auch von offiziellen Stellen zu „Licht ins Dunkel“ geschickt wird. Was halten Sie davon?

Günther Kräuter: Grundsätzlich ist das natürlich der falsche Weg und wir wollen ned so ein amerikanisches System, wo da mit verschiedenen Parties und Clubs je nach Lust und Laune von irgendwelchen reichen Leuten dann was zusammengesammelt wird – bei uns müssen und sollen selbstverständlich behinderte Menschen völlig unterstützt werden, in allen Lebensbereichen, um ein ganz ein normales Leben führen zu können wie alle anderen auch.
Wo wir das Glück haben, dass wir eben nicht an irgendeiner Krankheit oder Verletzung oder einem Unfall zu leiden haben, was uns ja jeden Tag passieren kann.

Pepo Meia: So ist es, ok. Wir danken herzlich.

Günther Kräuter: Danke auch.

Auch wenn SPÖ-Geschäftsführer Dr. Günther Kräuter dies höchstwahrscheinlich ehrlich gemeint hat. Ob diesen Ankündigungen Taten folgen werden, ist eher zweifelhaft.

Fehlende Barrierefreiheit der SPÖ Parteizentrale schon seit 1995 Thema

Schon seit 1995 kündigt die SPÖ Verbesserungen an – bisher blieb es IMMER nur bei Versprechungen. Ich habe 1995 einige SPÖ-Verantwortliche angeschrieben und unter anderem folgende Antworten erhalten.

Mail vom 02. 11. 1995

Lieber Martin Ladstaetter!

Bundesgeschaeftsfuehrerin Ederer wird persoenlich zu Deiner Anfrage Stellung nehmen. Ich kann Dir allerdings vorweg versichern, dass wir die entsprechenden Maßnahmen bereits in die Wege geleitet haben.

Es gab auch schon frueher zwei Vorrichtungen fuer Rollstuhlfahrer/innen, die sich allerdings als nicht funktionabel erwiesen haben. Deswegen werden die neuen Anschaffungen zur Behebung dieses zugegebenermaßen dringlichen Problems unter Miteinbeziehung von Menschen mit Behinderungen getaetigt.

Wir werden Dich ueber weitere Entwicklungen in diesem Bereich auf dem Laufenden halten.

Mit freundlichen Grueßen,

Stefan Bachleitner
fuer das offene Kommunikationsbuero

Mail vom 07. 11. 1995

Sie haben leider recht. Dies ist jedoch keine Ignoranz sondern manche Dinge – besonders bauliche Veränderungen – dauern länger als man sich selber wünscht. Wir planen einen großen Umbau des Erdgeschoßbereiches, so dass in Zukunft die Kommunikationsräume, Besprechungszimmer, Servicebüro etc., ohne Barrieren auch für behinderte Mitbürger zugänglich sein werden. Ich kann aber nicht sagen, ob dies in nächster Zukunft schon sein wird, da umfassende bauliche Änderungen und Absiedelungen ganzer Abteilungen (die anderwertig untergebracht werden müssen) organisiert und durchgeführt werden müssen. Alleine die behördlichen Vorlaufzeiten werden einige Wochen, wenn nicht Monate (nicht zuletzt, da die Umbauten auch zwei Hausinhaber und Hausverwaltungen betrifft) in Anspruch nehmen. Bis dahin werden wir, wie bisher, alle MitbürgerInnen die eine Behinderung haben, selbstverständlich so weit als möglich behilflich sein, damit Sie zu uns kommen können.

Mit freundschaftlichen Grüßen,
Harry Kopietz

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0 Kommentare

  • Danke für den Hinweis! – Wird mir hoffentlich nie wieder passieren…

  • @Pepo Meia @Hedi Schnitzer: Es heißt natürlich barrierefrei (und nicht behindertenfreundlich). Eigentlich verwendet Pepo sonst auch immer das Wort barrierefrei – dürfte ihm aber dieses Mal durchgerutscht sein.

  • „Freundlich“ hat für mich in diesem Zusammenhang ein bissl was zynisch-verständnisvolles …. Ich glaube nicht, dass Du Dich gerne freundlich über die Stufen tragen lassen würdest pepo.

    Wir wollen Barrierefreiheit. Sonst nix. That’s it. Wir sollten auch niemanden auf irgendwelche alternativen „Ideen“ bringen.

  • …die ist natürlich nicht sehr behindertenfreundlich… Was ist daran falsch – liebe Hedi?

  • behindertenfreundlich – aus dem Mund von Pepo????

    Was sagt eigentlich die SPÖ Behindertensprecherin (und vielleicht auch ihre Vorgängerin) dazu?

  • schickt diesen grinse-fritzen endlich ein rollkommando

  • Die Mails von 1995 sind genial! Sehr gelungen! Danke Martin!

  • Jetzt ist es verständlich, dass weder im Nationalrat, noch im Wiener Gemeinderat Rollstuhlbenutzer irgendwelche Funktionen wahrnehmen konnten – ungeheuerlich für eine Partei die sich ursprünglich der Minderheiten verschrieben hat.