Arthur Hurst – Pionier für barrierefreien Fahrzeugbau

Im Deutschland der Nachkriegsjahre gab es eine große Anzahl an Menschen, die im Krieg Arme oder Beine verloren hatten. Der Ingenieur Arthur Hurst kam daher auf die Idee, ein Auto für körperlich behinderte Menschen zu bauen. Nach der Fertigung einer Kleinserie, wurde die Produktion trotz regem Interesse, aufgrund mangelnder finanzieller Mittel, eingestellt.

Silbernes Schild mit roter Aufschrift HURST. Darum herum eine Autosilouette

1946 begann der deutsche Ingenieur Arthur Hurst, privat den ersten Prototypen eines Autos für körperlich eingeschränkte Menschen zu konstruieren und anschließend zu bauen.

Zuvor hatte er beim Unternehmen Daimler-Benz gearbeitet, das keine unwesentliche Rolle in der Rüstungsindustrie des NS-Regimes gespielt hatte.

Wohl weniger Philanthrop, als cleverer Geschäftsmann, sah Hurst den Bedarf an Fortbewegungsmitteln für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, die aufgrund des Krieges einen großen Teil der Gesellschaft ausmachten.

Das Konzept

Arthur Hurst ließ sich das Konzept des Hurst 250 bereits 1946 patentieren. Das Auto konnte ohne Presswerkzeuge hergestellt werden. Daraus ergab sich, dass seine Form recht kantig war. Als Dach hatte es ein Stoffverdeck.

Gesteuert wurde das Fahrzeug mithilfe eines Fahrradlenkers. Durch das Vorschieben und Zurückziehen desselben wurde beschleunigt oder gebremst. Dies war auch mit nur einer Hand möglich.

Im Vergleich zum Invacar, einem adaptierten Motorrad, das in Großbritannien 1948 für körperlich eingeschränkte Menschen entwickelt wurde, hatte der Hurst 250 vier Räder und bot zwei Personen Platz.

Schwierige Voraussetzungen, kurzer Lichtblick, schnelles Ende

Frontansicht eines Autos. Ein weißer Hurst 250 aus dem Jahr 1949

Aufgrund der wirtschaftlichen Lage war es für Hurst schwierig, an Rohstoffe für den Bau eines Prototypes und selbst an Papier für die Planung zu gelangen, weshalb er auf kreative Mittel zurückgreifen musste. 1948 wurde die endgültige Version, der Hurst 250, schließlich fertiggestellt.

1949 begann Arthur Hurst mit 12 Mitarbeitern, in Handarbeit, die erste Serie des Autos zu fertigen, woraus 17 Stück entstanden. Zusätzlich wurden im selben Jahr von einer lizenznehmenden Firma 32 weitere Exemplare hergestellt.

Kurzzeitig sah es für die Zukunft des Spezial-Autos nicht schlecht aus. Schwerbehinderten Käufern wurde ein zinsloses Darlehen zugesichert und internationale Aufträge winkten.

Hurst konnte diesen allerdings nicht nachkommen, da staatliche Subventionen an einen maximalen Verkaufspreis von 3000 Mark gekoppelt waren. Zu diesen Konditionen war eine kostendeckende Produktion allerdings nicht möglich und Hurst musste Konkurs anmelden.

Link: Dokumentation über die Geschichte des Hurst Auto: https://youtu.be/VqSYBnnNsIk?t=1568, ab Minute 26:09

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2 Kommentare

  • Ganz schön perfide, eine Förderungsgrenze von DM 3000!

  • Hochinteressant.
    Barrierefreie Produkte als Geschäftsmodell – ethisch ok.
    Erstaunlich, wie wenig Fortschritt die Industrie macht.

    Ein Gastronom zum Thema Barrierefreiheit: 1 behinderter Gast – 3-4 Personen am Tisch….