Austrian Airlines diskriminiert Fluggäste mit Behinderung

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte der Schweizer Rollstuhlfahrer Peter Wehrli Probleme mit Austrian Airlines.

Aiha Zemp
Riedo, Romano P.

Es wurde ihm beinahe der Rückflug von Wien nach Zürich verweigert, weil er nicht die Ursache seiner Behinderung bekannt gab. Ähnlich erging es nun der Schweizer Psychotherapeutin Dr. Aiha Zemp, die mit Bein- und Armstümpfen geboren wurde.

Sie wollte am 25. Mai 2004 als Referentin zu einer Veranstaltung der Miteinander GmbH für Frauen mit Behinderung von Zürich nach Österreich fliegen und musste vor dem Flug einige Schikanen über sich ergehen lassen. Nach der Buchung des Fluges verlangte die Austrian Airlines nicht nur die Abmessungen ihres Rollstuhles und die Diagnose ihrer Behinderung.

Am Tag der Abreise sollte sie auch noch zwei umfangreiche medizinische Fragebögen ausfüllen. Eines der Fragebogenformulare ist für den Hausarzt bestimmt, der unter anderem zu beantworten hat, ob der physische oder psychische Zustand des Passagiers den Reisekomfort eines anderen Passagiers beeinträchtigen könnte. Da Frau Zemp die Fragebogen viel zu kurzfristig bekommen hatte, wurde ihr erst nach Rücksprache der AUA mit ihrem Hausarzt erlaubt, mitzufliegen.

„Menschen mit Behinderung haben das Recht, genauso behandelt zu werden, wie alle andere Fluggäste. Eine solche Vorgangsweise ist entwürdigend und diskriminierend“, ist Aiha Zemp empört. „Ich reise oft mit der Swiss und auch mit der Lufthansa und keine dieser Fluggesellschaft hat mir je diskriminierende Fragen gestellt oder eine Stellungnahme meines Hausarztes verlangt.“

„Bereits mehrmals haben wir die Austrian Airlines darauf hingewiesen, die Richtlinien betreffend Fluggäste mit Behinderung diskriminierend sind. Wir fordern daher, dass die Austrian Airlines umgehend davon Abstand nimmt“ so die Geschäftsführerin der Miteinander GmbH, Brigitte Voglhofer, auf deren Einladung Dr. Aiha Zemp nach Österreich flog.

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0 Kommentare

  • Da ich tagtäglich mit schwerstbehinderen Menschen arbeite, miterlebe wie diese Menschen häufig diskriminiert werden, bin ich in meiner Meinungsbildung natürlich nicht ganz unbeeinflusst. dennoch kann ich nur jedem raten, der von derartig unglaublichen Vorfällen erfährt, diese per Mundpropaganda jeden, der hierüber nicht informiert ist, zu informieren und zum Boykott derartiger Leistungsanbieter aufzurufen.