Barrierefrei im Notfall: Die Notruf-App

Der digitale Notruf kann auch schriftlich abgesetzt werden.

Rettungsnotruf App mit Chatfunktion
BIZEPS

Eine von „Notruf Niederösterreich“ betriebene App ermöglicht es, per Handy einen digitalen Notruf abzusenden. Das bringt auch Vorteile für die barrierefreie Kommunikation. 

Am 9. Dezember 2019 präsentierten Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und der Leiter der Berufsrettung Wien, Rainer Gottwald, die Notruf-App der Notruf NÖ GmbH.

Diese App ermöglicht es, den genauen Ort des Notfalls herauszufinden.

Da es im Notfall oft schwierig ist, die exakten Daten des Standorts zu übermitteln, schickt die App den Standort automatisch mit dem Absetzen eines Notrufs mit.

So funktioniert‘s

Bei der ersten Anmeldung müssen die Telefonnummer eingegeben werden und eine Ortungsfunktion aktiviert werden. Bei Bedarf kann man dann auf das 144-Symbol klicken und ein Notruf wird abgesetzt.

Bei der Registrierung können dem Rettungsdienst (freiwillig) relevante Daten, wie Allergien oder chronische Erkrankungen bekannt gegeben werden. Im Feld „Freitext“ können andere wichtige Informationen, die vom Notdienst beachtet werden sollen, ergänzt werden.

Diese Funktion, erklärt Peter Hacker in einem Beitrag auf Wien.ORF.at, sei auch für Personen wichtig, die sich aufgrund einer Krankheit oder Einschränkung nur schwer mündlich verständlich machen können oder schlecht hören.

Außerdem gibt es auch eine vordefinierte Auswahl, um Sprachschwierigkeiten, Gehörlosigkeit oder Blindheit bekanntzugeben.

Barrierefreiheit

In der Beschreibung der Notruf-App heißt es, dass der digitale Notruf auch schriftlich abgesetzt werden kann. Durch das Anklicken der „Ich kann nicht sprechen“-Funktion wird dieser Modus aktiviert und es erscheinen verschiedene Piktogramme mit Bezeichnungen.

Mit dem Anklicken des zutreffenden Piktogramms wird dann eine Notfallnachricht an die nächste Leitstelle gesendet.

Diese Funktion dient nicht nur gehörlosen Menschen und Menschen mit Sprachschwierigkeiten, sondern generell allen Menschen, die sich in einer bedrohlichen Situation befinden und deshalb nicht sprechen können.

Sicherheit bei Verbindungsproblemen

Sollte keine Telefonverbindung zustande kommen, werden die wichtigsten Informationen per SMS vermittelt und ein Rettungsfahrzeug zum jeweiligen Standort geschickt.

Die Notruf-App ist für Android- und Apple-Handys verfügbar. Die App funktioniert nicht nur in ganz Österreich, sondern auch in Tschechien, Ungarn und den alpinen Regionen der Slowakei.

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3 Kommentare

  • Also mit VoiceOver ist die App zwar einigermaßen bedienbar, jedoch bei weitem nicht barrierefrei. Das Hauptproblem ist aber, dass die Ortung eben nur so genau ist, wie bei GPS und Wlan-Ortung üblich d.h. mich ortet er bei mir zu Hause um mind. eine Hausnummer daneben, ich habe allerdings meine Adresse manuell eingegeben. Ich hoffe, die Rettung kennt sich dann aus. Problematisch wird dies sicher bei fremden Orten sein. Überdies kann man genauere Angaben im Notfall nur für sich selbst, nicht aber für denjenigen machen, für den man die Rettung holt – ein klarer Nachteil zum telefonieren.
    Generell halte ich derart räumliche begrenzte Lösungen in einem vereinten Europa eher für lächerlich – woher weiß ich zB, dass der jeweilige slowakische Berg, auf dem ich mich gerade befinde, hoch genug ist, um als alpines gebiet zu gälten, sodass ich den Notruf absetzen kann?

  • Man sollte eine Notfall app so konzipieren das sie auf allen Android läuft und nicht nur auf ausgewählten.

  • Warum wird DEC112 nicht erwähnt? Das wäre die eigentlich barrierefreie Notrufapp