Beim Familienbonus Plus wurden offensichtlich Menschen mit Behinderungen vergessen

Niemand darf schlechter aussteigen - verspricht der Bundeskanzler

Österreichischer Behindertenrat
Österreichischer Behindertenrat

Obwohl Bundeskanzler Sebastian Kurz versicherte, dass keine Familie schlechter aussteigen werde, als bisher, befürchtet der Österreichische Behindertenrat eine massive Verschlechterung der Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen und deren Familien.

Mit dem geplanten Familienbonus kann bis zum vollendeten 18 Lebensjahr des Kindes ein Absetzbetrag von maximal 1500 Euro geltend gemacht werden. Auch für studierende Nachkommen über 18 Jahren können 500 Euro abgesetzt werden.

Wenn das Kind behindert ist und sich seinen Lebensunterhalt voraussichtlich nicht selbst erarbeiten kann, steht die Familienbeihilfe auch über das 18 Lebensjahr hinaus zu. Für diesen Fall gibt es bisher offensichtlich keine Überlegungen, wie die sehr oft angespannte finanzielle Situation der Betroffenen und deren Familien entlastet werden kann.

Es ist vollkommen unklar, wie die Regelung für Kinder mit Behinderungen ausschauen wird, die über 18 Jahre alt sind und voraussichtlich dauerhaft außerstande sind, sich selbst den Unterhalt zu verschaffen.

Vor allem wenn, wie geplant, der derzeitige Kinderfreibetrag von ca. 440 Euro (bei Paaren 600 Euro) pro Jahr und die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr zur Gänze entfallen werden, werden die Familien nicht nur nichts von einer Steuererleichterung spüren, sondern sogar weniger erhalten als bisher. Das widerspricht aber dem Versprechen unseres Bundeskanzlers.

Noch dramatischer wird es, wenn auch noch, wie bereits mehrfach durchgesickert, der Kinderabsetzbetrag, welcher derzeit 700 Euro jährlich bringt, wegfallen würde. Oft verbleibt den jungen Erwachsenen nur die Familienbeihilfe samt Erhöhung, der damit verbundene Kinderabsetzbetrag und ein eventueller Kinderfreibetrag als einzige Einkommensquelle, mit dem sie Apotheken-, Therapie- und zusätzliche Arztkosten finanzieren müssen.

Der Österreichische Behindertenrat ruft die Verantwortlichen dazu auf, Menschen mit Behinderungen immer mitzubedenken. „Es darf nicht den Ärmsten unserer Gesellschaft noch das letzte Hemd weggenommen werden. Jeder Mensch in Österreich muss das Recht haben, in Würde leben zu können“, meint Herbert Pichler, Präsident des Österreichischen Behindertenrates.

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4 Kommentare

  • Ich hätte ein paar Dinge gegen diese Art von Berichterstattung einzuwenden. Im Kommentarbereich wirds sogar noch schlimmer, wenn man über vom Leben bestrafte liest.

  • Ich bedauere zu tiefst, dass gerade auf Menschen mit Behinderung einfach vergessen wird!!! Auch die Ankündigung des Justizministers, Gesetze zu entrümpeln bereitet mir große Sorgen. Ich hoffe, man verzichtet darauf, wichtige und wertvolle Gesetze für Menschen mit Behinderung zu eliminieren. Es gilt jedenfalls, wachsam zu sein!!! DANKE liebes Bizeps-Team für euer Engagement!

  • Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Da Sie ja erst kurz dieses Amt inne haben und Sie sowie Ihr Amtskollege Herr Strache sich selbst unter Druck gesetzt haben mit neuen Reformen dürften Sie auf diejenigen die es eh schon schlimm erwischt hat im Leben vergessen haben. Diese Menschen mit Behinderung haben sich ihr Leben nicht ausgewählt, denn oftmals wurden sie hineingeborenen in ihr Schicksal. Diese Menschen benötigen jede erdenkliche Unterstützung für ihr weiterkommen im Leben, was sich teilweise mit hohen Belastungen für die Familieneinkommen niederschlägt. Bevor man für Kinder die nicht in Österreich leben kinderbeihilfe bezahlt, was ich sowieso absurd finde, sollte man lieber die Menschen unterstützen die vom Leben schon bestraft wurden und in unserem Land leben! Vielen herzlichen Dank! Hochachtungsvoll Sabine Werber-Hofer

    • Hallo Frau Werber-Hofer,
      ich stimme ihnen voll und ganz zu .. DANKE im Sinne der Ärmsten unserer Gesellschaft,
      welche siche selber nicht wehren können …. Herzlichen Dank!!!