BIZEPS: Wir fordern eine barrierefreie Spielstätte für das Brut

Das Künstlerhaus ist eines der wichtigsten Häuser der Freien Theaterszene Wiens. Es ist barrierefrei. Warum sollte das Brut ausziehen?

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brut Wien

„Wenn das Brut-Theater aus dem Künstlerhaus ausziehen muss, haben wir ein Problem“, hält Cornelia Scheuer, Künstlerin mit Behinderung in der Freien Szene Wiens und Vorstandsmitglied bei BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben, mit Bezug auf Medienberichte fest.

Die OFF-Theater Szene in Wien bespielt derzeit Fabriken oder Studios, die aus Kostengründen und weil niemand weiß, wie lange sie genutzt werden können, nicht barrierefrei umgebaut werden. Diese Spielorte wurden im Rahmen von Zwischennutzungen zur Verfügung gestellt. Während der Umbauphase des Brut behalf sich die künstlerische Leitung des Brut eben mit diesen Zwischennutzungen. Derzeit hat es sechs Veranstaltungsorte, von denen sogar vier nicht barrierefrei zugänglich sind.

Cornelia Scheuer
BIZEPS

„Zwei zugängliche Veranstaltungsorte reichen nicht! Ich hab es satt jetzt sogar beim Brut wieder fragen zu müssen, ob Vorstellungen für mich zugänglich sind“, zeigt sich Cornelia Scheuer verärgert und ergänzt: „Wenn das Brut dauerhaft aus dem Künstlerhaus müsste, wäre dies eine Verschlechterung. Für eine Kulturstadt wie Wien ist das kein Renommee!“

Eine Verschlechterung in Bezug auf Barrierefreiheit verbietet das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz. Wenn diese Verschlechterungen auch noch mit Mitteln der Wiener Kulturförderung mitfinanziert werden, wäre das bedenklich, so Scheuer.

Tatsache ist, dass die Wiener Freie Szene zu wenige Spielstätten für die Freien KünstlerInnen hat und die wenigsten davon sind wirklich barrierefrei zugänglich- so wie das Brut (oder zuvor dieTheater Künstlerhaus seit den 1990iger Jahren).

Aus der Sicht von BIZEPS ist die Wiener Kulturstadträtin, Veronica Kaup-Hasler, gefordert. Alle dem Brut zur Verfügung gestellten Spielstätten müssen in Zukunft barrierefrei zugänglich sein.

Siehe: DerStandard

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2 Kommentare

  • Leider wurden in letzter Zeit immer wieder Kulturstätten eröffnet mit mit öffentlichen Geldern gefördert ohne auf die Barrierefreiheit zu achten, bestes Beispiel das Casa Nova in der Dorotheergasse. Der Betreiber ist der Meinung, diese Spielstätte gibt es schon vor Einführung des Behindertengleichstellungsgesetzes, darum braucht er nicht barrierefrei zu sein. Was mich zusätzlich ärgert, dass diese Spielstätte von öffentlicher Hand gefördert wurde, damit sie überhaupt wieder neu eröffnen konnte.

  • Die Kulturstädten müssen endlich alle barrierefrei erreich- und benutzbar sein. Eine Verschlechterung in Bezug auf Barrierefreiheit verbietet das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz. Wenn diese Verschlechterungen auch noch mit Mitteln der Wiener Kulturförderung mitfinanziert werden, wäre das ein Fall von bewusster Diskriminierung und gegen jegliches Gesetz. Frau Veronica Kaup-Hasler ist daher mehr als gefordert. Sie muss sicherstellen, dass Alle dem Brut zur Verfügung gestellten Spielstätten in Zukunft barrierefrei zugänglich sein müssen.