Alexander Ceh

Ceh: „Ich habe ein Kampfmandat“

BIZEPS-INFO sprach mit Alexander Ceh, Kandidat der ÖVP-Steiermark, über seine Chancen, seine Zielen und bisherige Aktivitäten.

BIZEPS-INFO: Welche Listenplatz haben Sie und wie realistisch ist Ihr Einzug in den Landtag?

Ich bin einer von 9 persönlichen Kandidaten von Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic (ÖVP). Wahlkreis 1 (Graz und Graz Umgebung) Platz 13, hinter den aktiven Mandataren. Landesliste Platz 16. Das bedeutet, ich habe das Kampfmandat bei einem halten des Mandatsstands, allerdings ist zu befürchten, dass wir ein paar Prozent verlieren werden, aber erste Kraft in der Steiermark bleiben.

BIZEPS-INFO: Welche politischen Ziele haben Sie konkret?

Meine Kandidatur und Platzierung ist einerseits ein Zeichen dafür, dass junge Menschen – auch mit einer Behinderung – in der Steiermark beruflich und gesellschaftspolitisch etwas erreichen können. Durch mein Engagement in anderen Bereichen, wie meiner Tätigkeit als Bezirksrat in Graz-Liebenau, als Vorstandsmitglied im Verein SFS – Servicedienstverein für FachhochschülerInnen und StudentInnen und als Vorstandsvorsitzender der Hochschulliga für die Vereinten Nationen – Akademisches Forum für Außenpolitik – AfA zeige ich auch, dass Menschen mit Behinderung in allen Bereichen, nicht nur im Sozialbereich, gute Arbeit leisten können. Das ist gelebte und gelungene Integration.

BIZEPS-INFO: Was haben Sie in der Vergangenheit gemacht und wie kamen Sie in die Politik?

Ich war 1997 und 1998 Schulsprecher des BORG Monsbergergasse in Graz. Über die Steirische Schülerunion bin ich 2000 der ÖVP beigetreten, weil das jene Partei ist, mit deren Grundsätzen ich mich identifizieren kann. Von 2000 bis 2003 habe ich gemeinsam mit Kurt Hohensinner und Maximilian Richter die Diskussionsreihe „talk über Graz“ geleitet, die Jugendschiene des Vereins „Grazer Stadtidee“, in deren Rahmen wir in einem Café über den Dächern von Graz mit Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur über Jugendthemen diskutiert haben.

Von 2003 bis 2004 war ich gemeinsam mit Kurt Hohensinner Projektmanager des „Weiß-Grünen Sozialplans“ der Steirischen Volkspartei, eines einjährigen Projekts, von welchem sozialthematische Konzepte für die steirische Volkspartei in fünf Arbeitskreisen erarbeitet wurden. Seit 2003 bin ich Mitglied des Bezirksrates in Graz-Liebenau, seit 2002 Vorstandsmitglied, und seit 2005 Obmannstellvertreter des Studentenheimvereins SFS – Servicedienstverein für FachhochschülerInnen und StudentInnen. Seit 2004 stehe ich als Vostandsvorsitzender der Hochschulliga für die Vereinten Nationen – Akademisches Forum für Außenpolitik vor. Heute wurde ich zum Obmann der Jungen Volkspartei in Graz-Liebenau gewählt.

Zur Zeit studiere ich an der Karl-Franzens-Universität in Graz Rechtswissenschaften, mit der Spezialisierung auf Verfassungsrecht.

BIZEPS-INFO: Welche Behinderung haben Sie?

Ich habe Osteogenesis Imperfecta (Glasknochenkrankheit), einen angeborenen genetischen Defekt des Collagen-Gens, welcher eine Unterentwicklung der Knochen zur Folge hat. Das bedingt auch meinen Kleinwuchs (105 cm).

BIZEPS-INFO: Welche Möglichkeiten sehen Sie für sich persönlich, in der Behindertenpolitik in der Steiermark etwas zu bewegen? Und was wollen Sie verändern?

Wir haben ein sehr gutes neues Behindertengesetz in der Steiermark, das im Vergleich zum alten Gesetz aus den 60er Jahren ein Meilenstein ist. Doch auch Gutes gilt es noch besser zu machen! Es gilt durch Toleranz, durch wechselseitiges Verstehen unserem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen – Menschen nach ihren Fähigkeiten zu beurteilen, danach was sie können und nicht danach, was sie nicht können.

BIZEPS-INFO: Wir danken für das Interview.

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0 Kommentare

  • zum ersten Beitrag vom(n) „anonym · 20. September 2005 14:00 Uhr“ gilt zu bemerken, dass Herr Ceh nicht erst seit gestern Behindertenpolitik betreibt oder allgemein in der Politik tätig ist. Und es gibt sehr wohl Politiker, wie Herr Ceh, die sich mit Problemen die Behinderte aber auch Randgruppen betreffen beschäftigen.

    Auch mir ist es ein großes Anliegen, dass Herr Ceh in den Landtag kommt. Er gehört mit Sicherheit zu den Persönlichkeiten in der heutigen Politik, die nicht nur von großen Taten berichten, sondern selbst Hand anlegen und versuchen die Politik des Landes zu gestalten.

  • In der Steiermark sitzt seit 10 Jahren eine Rollstuhlfahrerin im Landtag, welche wirklich sehr gute Arbeit in allen Bereichen leistet, vorallem in der Behindertenpolitik. Jetzt kommt wahrscheinlich durch Herrn Ceh der zweite Vertreter rein. Die Grünen haben es in den letzten Jahren nicht geschafft einen Vertreter für Menschen mit einer Behinderung in den Landtag zu nominieren und auch dieses Mal enttäuschten sie. Wichtig ist aus diesem Thema möglichst keine Parteipolitik zu machen.

  • Möchte daran erinnern, dass die GRÜNEN seit 1986 Menschen mit Behinderungen als gewählte MandatarInnen sowohl im Nationalrat, wie auch in den Landtagen und Gemeinden haben. Nur um ein Beispiel zu nennen: Abg. z. NR Theresia Haidlmayr ist Behindertensprecherin der Grünen im Parlament, Abg. z. LT Gunter Trübswasser ist Kubobmann und Behindertensprecher der Grünen im Oberösterreichischen Landtag.

  • ich finde es gut, die einzelnen Kandidaten, denen das Thema Behinderung wichtig ist, vorzustellen. Vielleicht wäre das für alle „Herbstwahlen“, also auch für das Burgenland und Wien möglich. Auch würde ich es begrüßen, wenn die Vorstellungen Kandidaten aller politschen Parteien umfassen würde.

  • Was ich so gehört habe ist die Steirische Volkspartei die einzige Partei wo seit 10 Jahren ein Behindertenvertreter im Landtag sitzt. Der junge Bursche könnte sicherlich was bewegen!

  • Ich kenne die Projekte von Herrn Alexander Ceh und kann ihm zur Umsetzung der „Kultur zum Begreifen“ gratulieren. Jetzt haben auch blinde Menschen in Graz die Möglichkeit, Sehenswürdigkeiten zu erleben. Finde es wirklich super, dass sich hier ein junger Bürger, der selbst eine Behinderung hat, für Menschen mit einer Behinderung einsetzt! Nur weiter so – hoffe Herr Ceh kommt in den Landtag! Frau Klasnic ist zu danken, dass sie auch Vertreter von Randgruppen in der Politik mitwirken lässt.

  • Jetzt möchten auf einmal alle Behindertenpolitik machen, aber die behinderten Menschen gibt es leider nach den Wahlen auch noch, vor den Wahlen dass große bla bla, und im nachhinein weiß keiner was davon, das ist zum KOTZEN