Dreieckständer: Ein Ärgernis kehrt zurück

Wie Amen im Gebet, so gehören in Österreich die Dreieckständer mit Parteienwerbung noch immer zum Wahlkampf. Ein Kommentar.

Dreieckständer der ÖVP in Wien
Freak-Radio

Seit vielen Jahren berichten wir jedes Mal vor einer Wahl über dieses Ärgernis. Die politischen Parteien gewährten sich eine Ausnahmeregelung und erlaubten sich in Wahlkampfzeiten Dreieckständer aufzustellen.

„Längst erwiesen und jahrelang bekannt: Sie beeinträchtigen die Verkehrssicherheit und behindern blinde Menschen und Rollstuhlfahrer“, hielten wir im Jahr 2008 in einem Artikel zu Thema fest und berichteten erfreut von einem Vorstoß der Wiener SPÖ den „Schilderwald“ einzudämmen. (Schon im Jahr 2000 gab es einen diesbezüglichen SPÖ-Vorstoß)

„Wir werden eine Veränderung in Angriff nehmen, für diese Wahl kommt das jedoch zu spät“, antwortet SPÖ Wien-Landesparteisekretär Harry Kopietz im Jahr 2008 auf eine BIZEPS-INFO Anfrage, warum die Wiener SPÖ Wien – mit ihrer absoluten Mehrheit – diese Verordnung nicht verändert hat.

Nun findet am 10. Oktober 2010 die Wiener Landtagswahl statt und der ORF berichtet wieder, dass jede Partei ab dem ersten September-Wochenende 1.100 Dreieckständer aufstellen darf. Es hat sich anscheinend nichts geändert.

Der ARBÖ warnt in einer Aussendung schon jetzt: „Verkehrssicherheit wichtiger als Wahlkampf

Landtagswahl in der Steiermark

Auch in der Steiermark wird am 26. September 2010 der Landtag gewählt. Schon begann der Streit darüber, ob die Dreieckständer in der Steiermark korrekt und genehmigt aufgestellt wurden.

Der Grazer ÖVP-Gemeinderat und Behindertensprecher, Kurt Hohensinner, wagte im Sommer 2009 – 1 Jahr vor der Landtagswahl – einen Vorstoß. Er wollte die nervigen und behindernden Dreieckständer der Parteien bei Wahlen in Graz abschaffen. Leider ohne Erfolg.

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0 Kommentare

  • Ich war immer gegen diese Werbung – sie hat keinen echten Informationswert! Ich wäre für Dreieckständer in den Zwischenwahlzeiten, als Info-Instrument für Flächenwidmungen, Planungen und ähnliches.
    Aber der SPÖ sollte man das nicht allein in die Hand geben, da wird es sicher zugunsten der SPÖ entschieden. Es ist wie bei Abrüstungsverhandlungen, zuerst muss „der andere“ was tun. Leider hat Heinz Fischer die Chance vertan, denn er hätte ohne Risiko auf die Dreieckständer verzichten können. Wer hat den Mut, und macht den ersten Schritt!!???
    Franz KARL, ehemaliger ÖVP Wien-Behindertensprecher

  • Na klar, die Politik hat immer Sonderrechte und das Weltweit und nicht nur in „Diktaturen“ nein auch in sogenannten „Demokratien“. Der Werbeständer ist überall das praktischste Informationsmittel und daß er für Teile der Bevölkerung hinderlich, ja sogar gefährlich ist, daß interessiert doch keinen Parteibuchträger, egal welcher Coleur. Lediglich bei unserer letzten Gemeinderatswahl, habe ich mal etwas ganz neues gesehen, Wahlwebung für Hund, katzen und sonstige Bodenläufer. Das Wahlwerbeplakat an einem Schildermast am Boden befestigt. Aber vielleicht sollten die Terchen ihr Pläsierchen hinterlassen oder die Zunge in Betrieb nehmen. Viel Freude.