Elektroherden das Sprechen beibringen

Da viele Haushaltsgeräte gerade für blinde und sehbehinderte Menschen nicht barrierefrei sind, gibt es Unternehmen, die sich auf Verbesserung dieser Geräte spezialisieren.

Ein schwarzer Drehknopf mit 2 ertastbaren Ausbuchtungen auf einem Edelstahlhintergrund mit Symbolen eines Herdes.
feelware

In einer barrierefrei aufgerollt Radiosendung sprachen wir über das Thema Barrierefreiheit bei Haushaltsgeräten. Uns wurde dabei immer wieder von vielen neuen Haushaltgeräten erzählt die so entworfen sind, dass sie nur von gut sehenden Menschen bedient werden können.

Sprachausgabe für Herd

Die Firma feelware zum Beispiel arbeitet im Moment daran, ertastbare Drehknöpfe für Geräte zu entwickeln, die sprechen können und die aktuelle Einstellung wiedergeben. So soll es endlich wieder möglich sein, selbstständig zu kochen.

Dieses Video zeigt die Funktionsweise:

Barrierefreiheit erst im Nachhinein

So wichtig diese Hilfsmittel auch sind, derzeit sind blinde und sehbehinderte Menschen auf einige wenige Geräte beschränkt, weil die Mehrheit der Geräte nicht barrierefrei ist.

Wann werden auch in diesem Bereich gesetzliche Vorgaben zur Barrierefreiheit eingehalten und umgesetzt?

Eine wichtige Frage, die auch bleibt, stellte Susanne Buchner-Sabathy in unserer barrierefrei aufgerollt Radiosendung:

… und das andere ist wirklich die Frage, wie viel von dem Aufwand ein Mensch mit Behinderung selbst übernehmen muss. Ich meine, das Leben in einer Welt, die darauf ausgerichtet ist, dass man gut sieht und dass man sich über alle möglichen Hindernisse hinwegbewegen kann, ist an sich schon mühsam.

Und wieso soll ich jetzt das gleiche Geld wie ein Mensch ohne Behinderung für einen Herd zahlen und dann selbst noch den Aufwand haben, den so auszustatten, dass ich ihn zumindest eingeschränkt benutzen kann?

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5 Kommentare

  • Es gab in der letzten Zeit durchaus Aussendungen der Blindenverbände zu diesem Thema, auch einen Auftritt in der Sendung „Konkret“. Aber die Art, wie die Botschaft dort vermittelt wird – „Nehmt doch Rücksicht auf die armen Blinden.“ Wird keinen Hersteller zu einer Veränderung motivieren. Es müsste darauf hingewiesen werden, dass es um Rechte geht. Aber was die Hersteller vor allem hören werden ist, dass es um Kaufentscheidungen, also ums Geschäft geht. Und die Zielgruppe umufasst auch die immer größer werdende Kundegruppe der älteren Menschen. Viele eher preiswerte No-Name-Produkte sind weit besser bedienbar , weil einfacher gestaltet, als die der sog. Qualitätsmarken. Um den Preis, den die verlangen, sollten sie auch mehr bieten.

  • Es nutzt zwar nichts sich gegenseitig „Versäumnisse“ an den Kragen zu werfen, aber mein Eindruck ist auch, dass sich die div. „Blinden- und Sehbehindertenorganisationen“ zu wenig um die Chancengleichheit und Gleichstellung für ihre Zielgruppe kümmern.

    • Es geht hier nicht um „Versäumnisse“, sondern Untätigkeit und in diesem Zusammenhang ist es von essentieller Bedeutung auf diese hinzuweisen.
      Anscheinend werden Sehbeeinträchtigte Personen nachwievor zur Dankbarkeit, Almosenempfängern und daraus resultierender Untätigkeit erzogen, damit muss Schluss sein.

  • Hier ist wieder festzustellen, dass es keine Organisationen gibt, die sich für die Belange Sehbeeinträchtigter Menschen einsetzen.
    Der Blindenverband, die Hilfsgemeinschaft für Blinde und Sehschwache und andere Organisationen sammeln zwar sehr eifrig Spenden, klagen sich bzgl. den Hinterlassenschaften Älterer Damen, Gleichberechtigung genießt aber anscheinend keinen Stellenwert.

  • Da diese Geräte nicht den Vorgaben des BGStG entsprechen ist es nicht nötig, den gleichen Preis zu bezahlen.
    Man schlichtet oder klagt sich einfach die Differenz für die Umrüstung von den Herstellern ein. Hier wäre ein Unterstützungsfond wichtig, der dies erleichtert und Herstellern die notwendige Ermutigung bringt.
    Gesetzlich vorgeschriebene Barrierefreiheit von Anfang an für Haushalts- und Sportgeräte ist natürlich ebenfalls erforderlich, allerdings mit Beseitigungsanspruch, für den Fall, dass es einmal nicht so klappen soll, wovon leider auszugehen ist.