Etappenplan des ORF zum Ausbau der Barrierefreiheit

Der ORF hat den Etappenplan am 3. März 2011 dem Stiftungsrat vorgelegt und nun zugänglich gemacht. Was beinhaltet er? Hier finden Sie die Details.

Titelbild des ORF-Etappenplan
ORF

Der „Etappenplan zum Ausbau des barrierefreien Zugangs zu den ORF-Fernsehprogrammen und zum ORF-Online-Angebot gemäß § 3 Abs. 1 Z 2 ORF-Gesetz“ wurde BIZEPS-INFO auf Anfrage zugänglich gemacht. (Der gesamte Etappenplan zum Download)

Hier die höchst interessanten Inhalte im Überblick.

Etappenplan Untertitelungsquote

Im Jahr 2009 wurden vom ORF 35,34 % des Programms untertitelt, 2010 waren es im Jahresschnitt 41,09 %. (Im Dezember 2010 47,8 %). Als Ziel für 2011 – für die Sender ORF eins und ORF 2 – werden 55 % und für 2012 60 % genannt. Angekündigt wird eine verstärkte Untertitelung bei österreichischen Produktionen („Serien, Spielfilme, Dokumentationen, Shows“) und bei „internationalen Serien und Spielfilmen im Vor- und Hauptabend“.

Die Spracherkennung soll weiters ausgebaut werden, damit „Live-Diskussionen, Sport-Events und Highlights“ sowie die Parlamentsberichterstattung verstärkt werden kann.

Etappenplan Audiodeskription und Live-Audiokommentare

Für 2011 und 2012 ist eine „deutliche Steigerung bei Spielfilmen und Serien“ angekündigt. 2009 wurden rund 112 Stunden gesendet, 2010 waren es inklusive Fußball-WM 452 Stunden. Für 2011 sind für die Sender ORF ein und ORF 2 dann 500, für 2012 550 Sendestunden geplant.

Die Live-Audiokommentare sollen u.a. bei Länderspielen, Bundesligaspielen, Formel 1, Ski Alpin und Kultur- und Unterhaltungshighlights ausgebaut werden.

Etappenplan: Anteil des barrierefrei zugänglichen Angebots auf der ORF TVthek

Hier ist der „Ausbau des barrierefrei zugänglichen TVthek-Angebotes auf mindestens 30 Prozent für 2011 und eine weitere Erhöhung auf jedenfalls mehr als 30 Prozent im Jahr 2012“ geplant. Im Jahr 2009 waren es 25,30 %, 2010 waren es 28,80 %.

Angekündigt wird ab dem 2. Quartal 2011 „Sport-Live-Audiokommentare und Audiodeskription auf der TVhek“ (Ziel mindestens 40 Stunden)

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0 Kommentare

  • Lukas Huber hat es auf den Punkt gebracht, vielen Dank: Barrierefreiheit kommt auch zum Beispiel jenen von mir beim Sprachlernen betreuten Studierenden zugute, die derzeit in Wien studieren und Deutsch lernen – und sich beim Fernsehen mit Untertiteln leichter zurecht finden und auch ihre Schriftsprache verbessern können. Ein gutes Beispiel, dass Barrierefreiheit für sehr viele Gruppen nützlich ist.

  • Entschuldigung – auch Schwerhörige brauchen Untertitelung. Von daher würde ich auch den Begriff „Gehörlosenuntertitelung“ kritisieren.

  • Ich finde es eine verfehlte political correctness von ORF, von „Gehörlosenuntertitel“ (sic!) zu schreiben.
    Untertitel sind nicht nur für gehörlose sondern auch für hörende Personen wichtig, die ihre Deutsch-Fremdsprachkenntnisse erweitern wollen.
    Man schreibt ja auch nicht z.B. „Blindendeskription“ oder „Blindenkommentare“.