Gefängnisse kann man nicht schliessen, Heime schon

"Gegenwärtig häufen sich Berichte über physische, psychische und sexuelle Gewalt in Betreuungsinstitutionen", so Ruedi Prerost von der Schweizer Organisation Pro Infirmis.

Ruedi Prerost
ZSL Schweiz

Das Thema „Gewalt im Heim“ ist Gegenstand eines Beitrages, der auf der neuen Seite des Zentrums für Selbstbestimmtes Leben in Zürich, nachlesbar ist.

„Scheinbar nimmt die Zahl solcher Straftaten zu“, hält Prerost fest, vermutet aber: „Wahrscheinlich decken aber moderne Kommunikationsmittel und eine allmählich offenere Gesellschaft einfach mehr Fälle auf.“

Machtgefälle

Gewalt entsteht immer dort, wo „ein genügend grosses Machtgefälle zwischen Täterin und Opfer“, gegeben ist, analysiert der Behindertenaktivist, der Heime und Persönliche Assistenz gegenüberstellt: „Sie sind im Vergleich mit Persönlicher Assistenz unrentabel, beschneiden Menschenrechte und bieten vielfach ideale Voraussetzungen für die versteckte Anwendung von Gewalt.“

Prerost plädiert daher für Deinstitutionalisierung – also die Auflösung der Heime. „Gefängnisse kann man nicht schliessen, Heime schon“, hält er abschließend fest.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • Dieser Artikel gibt mir berechtigten Anlass dazu, mich für die Fügung beim allmächtigen Gott zu bedanken, die Christoph Eggli vor zehn Jahren nach Bali geführt hat, wodurch er jahrzehntelangen Leiden in Schweizer Heimen entrinnen konnte!

  • ich hab was verwechselt, deshalb sind meine zeilen hier nicht richtig … sorry …

  • @Charlotte Lichtenauer: Der Verfasser des Artikels Martin Ladstätter gibt nur korrekt die Meinung von Ruedi Prerost wieder. Auch bei persönlicher Assistenz kann ein gewisses „Abhängigkeitsverhältnis“ geben – jedoch kaum zu vergleichen von Berichten was sich in soggenannten „Heimen“ abspielt bzw. abgespielt hat ..

  • @anonym, der Verfasser ist eben Realo, beides ist derzeit noch nötig. Mit der unseligen Existenz sogenannter „Heime“ und sogenannter „WG’s“ werden wir noch einige Jahre leben und das Beste daraus machen müssen.

  • Das ist eine riesen schande. ich habe selber eine schwerstmehrfachbehinderte Tochter wenn ich denke das würde meinem Kind passiren, ich würde aus flippen. LG Anita Biechele

  • Irgendwie verstehe ich den Verfasser dieses Textes nicht … will er nun die Auflösung von Heimen vorantreiben und unterstützen oder die Bedingungen in Heimen „verbessern“? Scheint orientierungslos …

  • „Gefängnisse kann man nicht schliessen, Heime schon“ Das gilt auch für jene HEIMtückisch als „Integrations-Wohngemeinschaften“ getarnte Mini-Heime, die uns klamm und HEIMlich die unHEIMliche Aussonderung, Entrechtung und Verwertung intensiv pflegebedürftiger, assistenz- und unterstützungsbedürftiger Menschen als Inklusion verklickern möchten.