Humanitäre Hilfe muss Menschen mit Behinderungen erreichen

Licht für die Welt: Österreich darf bei Humanitärer Hilfe niemanden ausschließen

Julia Moser
Gregor Kuntscher

„Wir begrüßen den heutigen Beschluss im Ministerrat: Endlich ist die Bundesregierung aktiv geworden, um die Not in Ländern wie Äthiopien und Südsudan zu lindern. Ich appelliere, dass diese Mittel inklusiv vergeben werden. Menschen mit Behinderungen dürfen aus den bitter nötigen Hilfsmaßnahmen nicht ausgeschlossen werden“, sagt Julia Moser, Geschäftsführerin von Licht für die Welt Österreich nach dem Ministerratsbeschluss.

Licht für die Welt ist in den Camps für intern Vertriebene im Südsudan aktiv, wo bereits Flüchtlinge aus dem Sudan ankommen, darunter viele Menschen mit Behinderungen. „Es braucht dringend Ressourcen, um Flüchtlinge mit Behinderungen aus dem Sudan adäquat zu versorgen.“, fordert Moser.

Verpflichtende Barrierefreiheit

Bis jetzt gibt es keine verbindlichen Vorhaben der Bundesregierung, dass die finanzierten Hilfsprojekte barrierefrei umgesetzt werden müssen.

„Solange es keine verbindliche Vorgabe gibt, werden Menschen mit Behinderungen von den meisten Programmen und der Humanitären Hilfe weiter ausgeschlossen bleiben“, kritisiert Moser und fordert: „Alle Projekte müssen inklusiv sein.“

Artikel 11 der Behindertenrechtskonvention verpflichtet Österreich die Katastrophenvorsorge und Katastrophenhilfe in Österreich wie auch international inklusiv, also barrierefrei zu gestalten. Barrierefreiheit heißt, dass alle Menschen gleichberechtigten Zugang zu Hilfsleistungen haben. Das umfasst die physische Umwelt, Informationen und Kommunikation sowie Transport von und zu Hilfsleistungen.

Noch nicht beschlossen, ist die Strategie der Humanitären Hilfe der Republik Österreich. Diese wäre nötig, um die Planbarkeit zu verbessern. Sie wäre auch eine nächste Chance sicherzustellen, dass die nötigen Maßnahmen, wie Hungerhilfe, alle Menschen, auch Menschen mit Behinderungen, erreichen.

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