Integration

Was wird die 15. SchOG-Novelle für die Integration behinderter Kinder im Regelschulsystem bringen?

Schule
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Demnächst soll die Gesetzesnovelle als Regierungsvorlage abgesegnet werden und bereits im Herbst 1993 in Kraft treten. Nach 4 Jahren Schulversuchen sollen nun behinderte Kinder bzw. deren Eltern ein Recht auf die Schule ihrer Wahl bekommen.

Wie sie zu diesem Recht kommen ist allerdings darin nicht enthalten! Sie bleiben vom guten Willen der Schulbehörde abhängig. Zwangseinweisung in die Sonderschule können weiterhin vorgenommen werden.

Die fehlende Festlegung von wichtigen Parametern für die integrativen Unterricht, wie insbesondere das Zwei-LehrerInnen-System, verringerte KlassenschülerInnenzahlen und Maßnahmen zur LehrerInnenaus- und fortbildung, läßt grobe Zweifel an dieser Novelle aufkommen und stellt den Sinn von Schulversuchsphasen in Frage.

Erfahrungen von Eltern, engagierten LehrerInnen, TherapeutInnen und Kindern werden nicht berücksichtigt. Auch die wissenschaftliche Begleitung der Integrationsversuche findet keinen Niederschlag – so sollen Kooperationsklassen (= ab und zu gemeinsamer Unterricht) zweifach ausdrücklich abgesichert werden, obwohl sie sich nachweislich nicht bewährt haben.

Die Integrationsklasse hingegen, die bei weitem erfolgreichste der (4) erprobten Varianten, wird überhaupt nicht erwähnt.

Was sind nun die wesentlichsten Mängel der 15. SchOG Novelle?

  1. Das in der Grundsatzerklärung von BM Scholten zugesagte freie Wahlrecht der Eltern zwischen Regelschule und Sonderschule wird nicht eingeräumt.
  2. Die Stigmatisierung behinderter Kinder wird beibehalten.
  3. Behinderte Kinder sollen quer durch die Schulbezirke transportiert werden.
  4. Der Entwurf sieht weiterhin keine Gleichberechtigung behinderter Kinder vor, wichtige pädagogische Freiheiten fehlen.
  5. Die Rahmenbedingungen für Integrationsklassen, welche in der Praxis für einen integrativen Unterricht wesentliche Bedeutung haben, werden nach keinen Standards geregelt.
  6. Kooperationsklasse können die Integration unterlaufen.
  7. Das SchPflG behauptet weiterhin, es gebe „schulunfähige“ Kinder.
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